Interview mit top-Model

Eva Padberg: „Füttern, wickeln, baden: mein Mann kann alles“

Model Eva Padberg ist Anfang des Jahres Mutter einer Tochter geworden. Im Interview erzählt sie, wie sich ihr Leben verändert hat.

Eva Padberg ist mit ihrer Tochter auch schon nach Südfrankreich gefahren.

Eva Padberg ist mit ihrer Tochter auch schon nach Südfrankreich gefahren.

Foto: Dani Heyne

Sie ist das neue Gesicht von „Home & Garden TV“, sie ist eine begnadete Handwerkerin und Anfang des Jahres Mutter einer kleinen Tochter geworden. Im Interview am Rande der Testfahrt des neuen „Opel Zafira Life“, erzählt Top-Model Eva Padberg, wie sehr das Kind ihr Leben und ihre Beziehung verändert hat....

Berliner Morgenpost: Frau Padberg, Ende Januar sind Sie Mama einer Tochter geworden. Wie geht es Ihnen?

Es geht mir wunderbar. Natürlich habe ich ein bisschen Schlafentzug, und fühle mich manchmal ein bisschen matschig, aber sonst ist es super mit dem Kind. Ich bin eine sehr glückliche Mama. Die Kleine verändert sich so schnell. Jeder Tag ist anders und gerade, wenn ich dann einen Tag mal weg bin von zu Hause, bin ich gespannt, was sie am nächsten Tag wieder neues macht.

Wie unterstützt Ihr Mann Sie konkret mit dem Kind?

Stillen kann er nicht (lacht), aber gerade am Anfang, als alles noch so überwältigend war, hat er mir viele Aufgaben abgenommen. Irgendwann wird man dann ja zur Übermutter und will alles selbst machen. Aber mein Mann kann alles, füttern, baden, wickeln. Wenn ich kurz geschäftlich unterwegs bin, ist sie zuhause bei ihm und die beiden haben Spaß zusammen.

Sind Sie auch schon mit dem Kind verreist?

Ja, sind wir und es hat super funktioniert. Als sie das erste Mal geflogen ist, war sie gerade mal vier Monate alt und hat die ganze Zeit geschlafen. Das Rauschen im Flieger hat sie offenbar beruhigt. Erst nach der Landung ist sie wieder aufgewacht. Und auch ein paar längere Autofahrten hat sie schon mit uns unternommen. In unserem Opel Insignia zum Beispiel sind wir mit ihr im Mai bis nach Südfrankreich gefahren.

Sie waren gerade beruflich auf einer Testfahrt mit dem neuen Opel Zafira Life in Mainz unterwegs. Machen Sie sich dann ständig Gedanken, wie es zuhause wohl läuft?

Zwischendurch erwische ich mich schon dabei, dass ich panisch auf mein Handy schaue, aber es hält sich in Grenzen. Ich denke ganz abschalten kann man das nie, obwohl ich ja weiß, dass es funktioniert, die Kleine in guten Händen ist, und der Papa sich gut um sie kümmert und sie sich um ihn (lacht).

Wie hat sich Ihre Beziehung verändert, seit die Kleine da ist?

Im Moment dreht sich tatsächlich alles nur um sie. Wir haben bisher zwei Abende gehabt, wo wir ohne Kind weg waren. Unsere Eltern leben ja in Thüringen, also Opa und Oma können nicht ohne weiteres einspringen. Aber als wir vor kurzem meine Eltern besucht haben, waren wir dort alleine aus. Diese zwei Abende ohne Kind waren auch mal wieder sehr schön. Es ist sehr wichtig sich auch mal diese Auszeiten zu gönnen und nicht immer Mama und Papa zu sein. Oma hat sich in der Zeit gut um sie gekümmert. Solche Abende sind natürlich jetzt immer mit ein wenig mehr Organisation verbunden als früher. Die Zeiten, wo man sagte: „Komm, lass uns spontan etwas machen!“, die sind jetzt erst einmal vorbei. Aber auch das hat etwas Schönes, denn es trägt zur Vorfreude bei!

Sie haben also noch kein Kindermädchen?

Im Moment würde ich mich nicht so wohl bei dem Gedanken fühlen, wenn da eine fremde Person käme. Ich denke, das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten finden. Wir haben noch keinen konkreten Plan, wie wir das handhaben, ob wir dann doch noch jemanden dazu holen, der in Berlin hin und wieder einspringen könnte. Im Moment können Niklas und ich uns als Team noch ganz gut abwechseln.

Arbeiten Sie eigentlich schon wieder? Bei Selbstständigen gibt es ja keine „Babypause“ ...

Richtig. Ich hatte keinen wirklichen Plan, wie es überhaupt laufen könnte, wollte das auf mich zukommen lassen. Inzwischen ist es so, dass ich nicht unbedingt die ganze Woche unterwegs sein möchte, aber so ab und zu, ein, zwei Tage kann ich durchaus schon weg sein. Das ist in Ordnung.

Hat Ihnen der Job gefehlt in den letzten Monaten?

In der Schwangerschaft hat mir die Arbeit schon ein bisschen gefehlt. Man wartet einfach nur die ganze Zeit und kann ja nicht viel machen. Vor allem am Ende der Schwangerschaft. Da wurde es dann ja auch eher beschwerlich... Ja, alles tat weh. Ich hätte auch nicht arbeiten wollen, weil ich gar nicht hätte arbeiten können. Ich war einfach nicht diese super sportliche Schwangere, die die ganze Zeit nur fröhlich durch die Gegend hüpft. Und vor allem die letzten Wochen waren einfach richtig anstrengend, der Bauch war mir immer im Weg. Zum Glück war es Ende Januar, als sie zur Welt kam und nicht heiß. Ich beneide keine Schwangere, die im Hochsommer ihr Kind bekommt. Aber wenn das Kind dann da ist, denkt man da überhaupt nicht mehr dran. Man ist dann so im Baby-Glück, und ist die ganze Zeit am machen und tun, wuselt herum und freut sich, wenn man zwischendurch mal ein halbes Stündchen die Augen zumachen kann.

Sie haben schon wieder Ihre Super-Figur von früher... Haben Sie viel Sport gemacht, um wieder in Form zu kommen?

Nein, ich glaube, es ist zum Teil Veranlagung und ich habe auch durch das Stillen schnell abgenommen. Das zehrt auf jeden Fall. Es sind immerhin 600 Kalorien pro Tag, die man dadurch mehr verbrennt. Das sind ca. 2 Schoko-Riegel. Zu Beginn der Stillzeit hatte ich unglaublich viele Heißhunger-Attacken auf alles Mögliche. Die habe ich jetzt nicht mehr, dafür nehme ich zur Zeit aber auch eher ab als zu. Ich muss jetzt sehen, dass ich meine Kalorien über den Tag zusammenbekomme und nicht zu viel abnehme. Man kommt ja auch nicht zum Essen. Ich habe gar keine Zeit, mir etwas zu machen. Das werden andere Mütter auch kennen. Das Baby fordert mich den ganzen Tag und dabei ist sie noch ein sehr entspanntes Kind. Das ist natürlich auch schön und ich will das genießen. In Berlin habe ich ja das Glück, dass man schnell mal etwas bestellen kann. Ich werde versorgt von „Essen auf Rädern“ (lacht).

Sie haben ja auch ein Häuschen in der Uckermark...

Ja, wenn wir da sind, dann geht das natürlich nicht mit dem Essen bestellen. Dann macht man sich halt zwischendurch mal etwas, was ganz schnell geht und vielleicht nicht unbedingt gesund ist. Nudeln zum Beispiel, die gehen immer. Ich koche ja eigentlich gerne, am liebsten Thüringer Rouladen, aber seit die Kleine da ist, habe ich nicht mehr die Zeit dafür.

Seit kurzem sind Sie auch das Gesicht von „Home & Garden TV“, das man im Free-TV empfangen kann...

Ja, der Sender ist seit vielen Jahren in den USA sehr erfolgreich. Seit kurzem gibt es ihn auch im normalen Kabel-Fernsehen in Deutschland. Ich bin das Werbegesicht des Senders, habe dort aber noch keine eigene Sendung. Da sind wir noch in der Planungsphase. Im Moment laufen noch die amerikanischen Formate und im nächsten Jahr wird dann selbst produziert. Im Grunde dreht sich alles komplett um Lifestyle-Themen. Menschen werden begleitet, wie sie ein Haus oder eine Wohnung umgestalten. Da werden alte Häuser zum Beispiel total entkernt und umgebaut. Es geht um Dekoration und um Interior-Design, also die Themen, mit denen ich mich halt auch privat sehr gerne beschäftige.

Sind Sie selbst eine gute Heimwerkerin?

Gut nicht, aber ich habe keine Scheu davor. Mein Mann und ich haben schon immer viel selbst gemacht. Er hat ja auch Restaurierung studiert. In unserem Haus in der Uckermark haben wir auch selbst die Entkernung gemacht. Das hat richtig Spaß gemacht. Da kann man mit dem Vorschlaghammer einfach mal die Wand einreißen.

Das haben Sie aber nicht getan...?

Doch, habe ich! Ich habe auch mit dem Schlagbohrer den Putz von der Wand geholt, original im Blaumann und natürlich mit einer Atemschutzmaske. Ich glaube, wir haben vier oder fünf Container Müll da rausholt. Bei solchen Sachen kann man auch nicht viel falsch machen, man macht es ja eh nur kaputt. Ich habe aber auch schon Stühle selbst aufgepolstert, Möbel aufgemöbelt, ich liebe es, Möbel abzuschleifen, neu anzustreichen. Das macht mir total viel Spaß, nur komme ich leider viel zu selten dazu.

Sie haben ja auch ein Haus in der Provence...

Ja, seit letztem Jahr. Da gibt es aber nicht mehr viel zu tun. Das Haus ist fertig. Wir waren im April zum ersten Mal mit der Kleinen unten und haben das Haus noch so ein bisschen eingerichtet. Viel hat nicht mehr gefehlt. Das Haus wird sonst vermietet an Feriengäste. So haben wir es auch kennengelernt – als Feriendomizil. Das macht es auch einfacher es jetzt an Gäste zu vermieten. Jetzt wo das Haus uns gehört, können wir da auch mal einen Haken in die Wand schrauben, wenn wir wollen, aber ich habe nicht das Gefühl, als wenn ich mein privates Haus an jemand anderen vermiete. Das Haus ist sozusagen eine Art Rente, unsere Altersvorsorge.

Wollen Sie im Alter ganz dort leben?

Es ist ein sehr schöner Gedanke, im Alter dort zu leben. Man weiß ja nie, was bis dahin ist, aber wir könnten uns das gut vorstellen.

Sprechen Sie gut französisch?

Ein bisschen. Mein Mann lernt es nun auch. Aber ich kann mich auf den Märkten mit den Einheimischen schon sehr gut verständigen und spreche „Restaurant- Französisch“.

Im nächsten Jahr steht bei Ihnen ein runder Geburtstag an, Sie werden 40. Was ist das für ein Gefühl?

Stimmt, ich werde 40! Und ich werde in letzter Zeit immer öfter daran erinnert (lacht). Es ist noch so ein bisschen unwirklich für mich. Es fühlt sich für mich nicht so an, als würde ich 40 werden. Aber man weiß ja auch nicht, wie man sich da zu fühlen hat. Trotzdem ist es schon irgendwie auch eine komische Zahl. Ich versuche, mich damit aber nicht verrückt zu machen. Warum auch?

Haben Sie grundsätzlich Probleme damit, älter zu werden?

Nein, mit der Zahl habe ich gar keine Probleme. Es sind eher so Tage, an denen ich total müde bin oder wenn ich unausgeschlafen aufwache. Dann kommt vielleicht schon mal so ein Gedanke. Man fühlt sich eh gerädert, schaut in den Spiegel und denkt: Irgendwann war das alles auch mal frischer. Aber ich kann mich da auch immer wieder gut herausholen.

Wird es eine große Party geben?

Wahrscheinlich. Ich habe ja im Januar Geburtstag, und der Januar ist immer ein bisschen eine komische Zeit. Wobei unsere Tochter ein Tag vor mir geboren ist – wenn sie also ein Jahr alt wird, bin ich noch 39 und wir können in meinen 40. Geburtstag reinfeiern. Aber ich würde mir auch wünschen, einmal eine schöne Sommerparty zu feiern. Vielleicht mache ich das sogar im nächsten Jahr, das wäre zu überlegen.

Was macht Sie glücklich?

Gutes Essen. Das ist mir sehr wichtig. Und natürlich meine kleine Tochter, wenn sie mich anstrahlt. Sie ist ein echtes Sonnenkind. Ein ruhiger, gemeinsamer Abend mit meinem Mann – von denen es jetzt weniger gibt... Mit ihm bei einem Glas Wein zusammen zu sitzen, Zukunftspläne zu schmieden, die Häuser oder andere Projekte zu planen.

Was ist denn einer Ihrer nächsten Pläne?

Den Garten in der Uckermark zu gestalten. Den wollen wir für uns so herrichten, wie es uns gefällt. Im Moment sieht es in dem Garten total wild aus, weil ich nicht viel Zeit habe und mich um das Kind kümmern muss. Es ist tatsächlich ziemlich dschungelartig, aber das gefällt mir auch sehr gut.

Ist der Garten Ihre Arbeit oder machen Sie das zusammen mit Ihrem Mann?

Wir machen das zusammen. Niklas ist in erster Linie für die Rasenpflege zuständig, wir haben viele Hecken die geschnitten werden müssen, das ist viel Arbeit. Ich mache eher die kleineren Sachen, jäte Unkraut, mache hier mal ein Beet, oder verschneide Rosen. Ich pflücke gerne Johannisbeeren, koche Marmelade ein. Ich mache immer ein paar Gläser, verschenke sie auch gerne. Darüber freuen sich unsere Freunde immer.

Was würden Sie als Ihre größte Stärke bezeichnen?

Ich glaube, dass ich mich auf jede Situation irgendwie einstellen kann. Auch wenn ich erst zweifle, ob ich das überhaupt schaffe. Aber wenn ich dann damit konfrontiert bin, kann ich mich eigentlich ganz gut anpassen und funktionieren.

Und Ihre größte Schwäche?

Ungeduld. Das ist keine gute Eigenschaft von mir. Ich versuche daran zu arbeiten. Ich bin aber schon etwas geduldiger, seit die Kleine da ist.

Wird man auch ängstlicher, wenn man Mutter wird?

In den ersten Wochen war ich schon sehr ängstlich, weil sie so klein war. Ich wollte früher nie Neugeborene halten, weil sie eben so zerbrechlich sind und den Kopf noch nicht halten können. Davor hatte ich Angst. Aber sobald man das eigene Kind hält, ist das anders. Man funktioniert sofort, ich habe darüber gar nicht nachgedacht. Das war bei unserem Baby auch so.

Sie feiern in diesem Jahr Ihren 13. Hochzeitstag. Haben Sie sich schon etwas Schönes überlegt?

In den letzten Jahren ist das wirklich ein bisschen zu kurz gekommen, dass wir unseren Hochzeitstag schön gefeiert haben. In den ersten Jahren war das noch anders. Da haben wir immer eine kleine Auszeit gemacht, in dem Hotel, in dem wir geheiratet haben. Dieses Jahr ist noch nichts geplant, ich hatte noch nicht mal Zeit, zu schauen, auf welchen Tag unser Hochzeitstag fällt. Wenn es passt, feiern wir an diesem Tag, ansonsten dann eben zwei Tage später oder wir gehen schön essen oder gönnen uns sonst etwas.

Niklas ist Ihre Jugendliebe, das heißt Ihre allererste große Liebe...

Ja, ich bin mit ihm zusammen, seit ich 16 bin. Niklas ist mein erster Freund, meine erste Liebe. Wir vertrauen uns total und eine der goldenen Regeln für unsere Beziehung ist: Niemals mit einem ungeklärten Streit ins Bett gehen. Das haben wir bisher durchgehalten. Ich würde Niklas auch sofort wieder heiraten...

Was glauben Sie, wie wird sich Ihr Mann entwickeln als Papa?

Auf jeden Fall geduldiger, und vielleicht auch ein bisschen nachgiebiger als ich. Er wird auf jeden Fall ein Spaß-Papa sein. Papa ist für die lustigen Sachen zuständig...

Als Model sind Sie ja immer sehr stylish in der Öffentlichkeit. Wie laufen Sie zuhause herum?

Anders. Im Moment ziehe ich immer das an, was am nächsten am Bett liegt. Weil ich morgens keine Lust habe, darüber nachzudenken, was ich anziehe. Mir reicht es schon, mir Gedanken zu machen, was ich der Kleinen anziehe. Ich ziehe dann einfach irgendetwas an. Ich bin überhaupt nicht eitel.