Mode

Michalsky setzt Zeichen, Hugo's mit Berghain-Türpolitik

Michael Michalsky verzichtete bei der Fashion Week auf die StyleNite. Die Hugo-Boss-Show kam sogar ohne Models aus.

Designer Michael Michalsky steht nach seiner Show auf dem Laufsteg. (Archivbild)

Designer Michael Michalsky steht nach seiner Show auf dem Laufsteg. (Archivbild)

Foto: dpa

Berlin. Glaubt man dem Schauenplan der Mercedes-Benz Fashion Week, so endete die Modewoche bereits am Mittwochabend mit Atelier Michalsky im E-Werk. Tatsächlich werden an anderen Standorten aber noch bis Ende der Woche die Trends für das kommende Frühjahr gezeigt. Eine Irritation die dadurch zustandekommt, dass es in jeder Saison Designer gibt, die ihre Kollektionen im offiziellen Rahmen des Hauptsponsors zeigen und solche, die sich aus verschiedenen Gründen dagegen entscheiden.

Michalsky-Show: Laufsteg an der Wilhelmstraße

Am Mittwochabend führte das dazu, dass die Schauen der beiden Headliner Michael Michalsky und Hugo beinahe gleichzeitig stattfanden. Nachdem der Berliner Designer in den vergangenen Jahren für seinen Sonderweg mit der opulenten Michalsky StyleNite bekannt geworden war, hatte er sich dieses Mal für eine Show auf dem Laufsteg an der Wilhelmstraße entschieden. Offizielle Begründung: In Zeiten von falsch verstandenem Patriotismus und Egoismus wolle er ein Zeichen der Gemeinsamkeit setzen.

Hugo's von Hugo Boss: Spektakuläre Location

Die spektakulärere Location hatte die jüngere Linie von Hugo Boss gewählt: eine ehemalige Papierfabrik am Wriezener Karree - direkt neben dem Berghain und mit einer ähnlich strengen Türpolitik. Bis zum Einlass verging fast eine Stunde und rein kam, wer wenigstens Lena Gercke, Stefanie Giesinger oder Wotan Wilke Möhring hieß. Die Herren- und Damenkollektion für Frühjahr/Sommer 2020 wurde personalsparend in Form von Werbevideos auf mehreren großen Leinwänden gezeigt. Im Mittelpunkt stand eine Live-Performance des britischen Sängers Liam Payne, der mit der Boyband One Direction bekannt wurde.

Oliver Pocher in Baywatch-Manier

Einen bemerkenswerten Auftritt der anderen Art gab es am Morgen bei Sportalm im E-Werk. Mit einer Rettungsboje in der Hand, roter Badeshorts und nacktem Oberkörper flitzte Modetator Oliver Pocher auf den Laufsteg. Dort zeigte das Label aus Kitzbühel gerade eine Bademoden-Kollektion. In „Baywatch“-Manier rannte der 41-Jährige bei der Inszenierung auf ein am Boden liegendes Model zu und eilte zur Hilfe. Ganz am Ende sah das Publikum Pocher auch noch etwas bedeckter: Zum Abschluss der Modenschau kam er mit buntem Hemd und weißen Shorts auf den Catwalk.

Petticoats, Bleistiftröcke: Enie van de Meiklokjes liebt es

Eine Zeitreise in die 50er- und 60er-Jahre unternahm im Anschluss Lena Hoschek mit ihren Gästen. Petticoats, Bleistiftröcke und feminine Schnitte sind das Markenzeichen der Österreicherin. Wie gemacht ist dieser Stil für Moderatorin Enie van de Meiklokjes. Die 44-Jährige trug einen gepunkteten Petticoat und passende High Heels. Die Blasenflaster an ihren Füßen dürften einer der Gründe sein, warum sich in diesem Jahr immer mehr Gäste und Designer für Sneakers zu Kleidern und Röcken entschieden haben. Sie liebe die Mode von Lena Hoschek, weil Kleider für sie immer die beste Outfitwahl seien, so Meiklokjes. „Das ist ein Teil von oben bis unten. Über Kombinationen muss man sich keine Gedanken machen.“

Beatrice Egli zeigt sich nach Auszeit

Schlagersängerin Beatrice Egli verriet, dass sie gerade erst von einer dreimonatigen Auszeit in Australien zurückgekehrt ist. Nach sechs Jahren im Musikbusiness habe sie eine längere Pause gebraucht. Weit weg von allem habe sie dann aber direkt wieder zu kreativer Höchstform gefunden. Das Ergebnis sei ihr neues Album.

In ihrer neuen Kollektion hat sich Lena Hoschek von der Sortenvielfalt heimischer Blumenwiesen inspirieren lassen. Die platziert die Wienerin auf Gretl-Kleidern, handgefertigten Strickjacken und Dirndln. Gemeinsam mit ihrer Großmutter Aloisia schneiderte Hoschek ihr erstes Dirndl im Alter von 13 Jahren und entwickelte dabei ihre Leidenschaft für das traditionelle Handwerk.

Marcel Ostertag: In der Kollektion geht es um Liebe

Im Dachgarten des „Westin Grand“ an der Friedrichstraße kamen später Abendsonne und Marcel Ostertags „Lovers“-Kollektion zusammen. Die Premiumplätze hatten auf diese Weise die Hotelgäste mit zum Hof gelegenen Fenstern. Der Designer war kurz vor der Show noch tiefenentspannt und mischte sich unter seine Gäste im Foyer. „Ich schaue immer gern, wie die Stimmung so ist“, sagte er.

In der ersten Reihe hatten unter anderen Maren Gilzer, Gitta Saxx, Alessandra Meyer-Wölden sowie Cheyenne und Natascha Ochsenknecht Platz genommen. Sie habe eben erst vom Tod von Costa Cordalis erfahren, so Natascha Ochsenknecht. „Wir kannten uns schon länger, ich wünsche seiner Familie viel Kraft.“ Zum Abschied hatte Ostertag noch eine Botschaft für sein Publikum: „In meiner Kollektion geht es um die Liebe, ich habe dank meiner Mutter sehr viel davon mit auf den Weg bekommen. Geht raus und verteilt sie an die, denen es nicht so geht.“