Designerin

Olivia Palermo: „Stil der Berliner ist lässig und provokant“

Die US-Designerin Olivia Palermo stellt in Kreuzberg ihre Kollektion für das Label Karl Lagerfeld vor.

Modedesignerin Olivia Palermo im Soho House

Modedesignerin Olivia Palermo im Soho House

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE FOTO SERVICE / FUNKE Foto Service

Mehr als sechs Millionen Menschen folgen Model, Designerin und Unternehmerin Olivia Palermo auf der Internetplattform Instagram. Hierzulande kennt man die US-Amerikanerin vor allem durch ihren Ehemann. Seit 2008 ist sie mit dem deutschen Männermodel Johannes Huebl liiert, seit 2014 verheiratet. Berlin kennt die 33-Jährige deshalb sehr gut. Sie hat die Stadt ausgewählt, um ihre neue Kollektion mit dem Label Karl Lagerfeld zu präsentieren. Am Mittwochabend hat sie aus diesem Anlass Gäste wie die Schauspielerinnen Julia Malik und Natalia Avelon, Designerin Leyla Piedayesh und Influencerin Caro Daur zu einem Dinner ins „Atelier“ an der Prinzenstraße in Kreuzberg geladen. Wir trafen sie vorab im Soho House an der Torstraße in Mitte.

Sie sind seit Dienstag in Berlin. Was machen Sie, wenn Sie hier sind?

Olivia Palermo Die Familie meines Mannes lebt hier. Seine beiden Brüder werden am Abend auch dabei sein. Ich verbinde die Arbeit also mit ein bisschen Familienzeit. Berlin ist eine tolle Stadt. Ich liebe es, in die vielen Galerien in Mitte oder shoppen zu gehen. Am Vormittag war ich auf dem E-Scooter unterwegs. So kann man eine Stadt sehr gut kennenlernen.

Wie steht es um Ihre Deutschkenntnisse?

Die sind in Arbeit (lacht). Ich verstehe mehr als ich es spreche. Mein Bruder ist ehrlich gesagt viel besser als ich, er ist ebenfalls mit einer Deutschen verheiratet. Ich werde mir also Mühe geben müssen, ihn noch einzuholen.

Gibt es Traditionen, die Sie vom deutschen Teil Ihrer Familie übernommen haben?

Mein Mann ist kurz vor Weihnachten geboren und ihr feiert einen Tag vor uns. Die Feierlichkeiten sind bei uns also etwas ausgedehnter.

Sie haben eine Kollektion für das Label Karl Lagerfeld entworfen. Was waren Ihre Inspirationen?

Es gibt sehr viel Schwarz und Weiß in der Kollektion, weil ich mich sehr gern in diesen Farben anziehe. Gleichzeitig sind es die Farben des Labels. Ich wollte, dass die Kollektion sportlich ist und trotzdem elegant. Mein Lieblingsmaterial ist Leder. Deshalb gibt es eine Lederhose und eine Lederjacke. Das ist für mich der Inbegriff des lässigen New-York-Schicks und gleichzeitig ein universeller Look auf der ganzen Welt. Ich bin mir sicher, Sie haben auch eine Lederjacke.

Was für eine Frau haben Sie beim Entwerfen vor Augen?

Tatsächlich habe ich Männer und Frauen vor Augen. Bei Mode bin ich für Genderneutralität. Ich liebe Männer in Frauenkleidern oder einen Smoking bei Frauen. Ich bin sehr gespannt zu sehen, wie die Teile am Ende kombiniert werden. Darum geht es für mich bei Mode.

Sie leihen sich also auch mal etwas aus dem Kleiderschrank Ihres Mannes?

Nein, eigentlich nicht. Ich habe ja selbst genug. Wenn ich mir etwas leihe, dann höchstens einen Pullover, wenn mir kalt ist. Aber natürlich inspiriert er mich.

Wie involviert war Karl Lagerfeld selbst in die Entstehung der Kollektion, bevor er im Februar leider verstarb?

Er wusste von dem Projekt und hat alles abgesegnet. Aber ich habe hauptsächlich mit seinem Team zusammengearbeitet. Wir hatten beide noch viel Arbeit nebenher. Ich hatte das Glück, ihn kennenzulernen. Wie er bin ich sehr detailverliebt und versessen auf Handarbeit. Das spiegelt sich auch in der Kollektion wider. Er war eine große Inspiration. Seine Verdienste für die Modewelt lassen sich kaum in Worte fassen.

Außer von Karl Lagerfeld, woher nehmen Sie Ihre Inspirationen? Sie gelten immerhin als Stilikone.

Meine Mutter und meine Tante inspirieren mich. Aber ich liebe es auch, mir bei meinen Reisen die Menschen auf der Straße anzuschauen, wie Mode in verschiedenen Kulturen interpretiert wird.

Wie gefällt Ihnen denn der Stil der Berliner?

Ich finde, die Berliner haben diesen lässigen, provokanten Stil. Wegen meines Mannes bin ich häufig in Hamburg. Vielleicht kann man generell sagen: Berlin ist die coole Stadt und Hamburg die hübsche.