Gesellschaft

FDP-Party findet ohne Sommergewitter statt

1000 Gäste feiern mit der FDP im Zollpackhof mit Blick aufs Kanzleramt. Das Motto lautet: „Mut“.

Gastgeber Sebastian Czaja (M.) mit Ehefrau Katharina sowie dem CDU-Landeschef Kai Wegner (r.) und dem Vorsitzenden der Berliner CDU-Fraktion, Burkard Dregger.

Gastgeber Sebastian Czaja (M.) mit Ehefrau Katharina sowie dem CDU-Landeschef Kai Wegner (r.) und dem Vorsitzenden der Berliner CDU-Fraktion, Burkard Dregger.

Foto: J?rg Krauthöfer

Schon traditionell nehmen die Berliner Liberalen das Kanzleramt fest in den Blick. In der Politik im Bund und in Berlin ist die FDP von der Macht zwar noch ein gutes Stück entfernt. Aber beim dritten Sommerfest der Abgeordnetenhaus-Fraktion im Biergarten Zollpackhof an der Spree ist die Regierungszentrale am anderen Ufer ganz nahe.

Obwohl sie die kleinste Fraktion im Landesparlament ist, gönnt sich die FDP mit ihrem Vorsitzenden Sebastian Czaja einen großen Rahmen. Fast 1000 Anmeldungen waren eingegangen. An den Vorabenden wäre die Party buchstäblich abgesoffen im Starkregen. Aber am Donnerstag trübt kaum ein Wölkchen den Himmel. Czaja wertet das als gutes Zeichen. Wieder einmal sei das Wetter auf ihrer Seite, sagt er. Die Liberalen haben das Fest unter das Motto „Mut“ gestellt. Und den muss man ja auch haben, wenn man das Risiko von Unwettern einfach mal ignoriert. Auf einem anderen Niveau überwiegt Pragmatismus: Um Damen auf dem Kiesboden sicheren Stand zu ermöglichen, gibt es High-Heels-Schoner, Plastikteile, um die Stellfläche des Absatzes zu verbreitern. Viele Abnehmerinnen finden die Hilfsmittel nicht. Die meisten Damen tragen flache Schuhe.

Die Stimmung ist jedenfalls gelöst. Mutige Entscheidungen seien aus dem Kanzleramt nicht mehr zu erwarten, sagt Czaja mit Blick über den Fluss. Das habe Angela Merkel mit dem Regierenden Bürgermeister gemein. Voraussetzung für Mut sei Selbstvertrauen: „Berlin hat in der Geschichte wiederholt bewiesen, dass es die Herausforderungen der Zukunft meistern kann“, so Czaja. Der rot-rot-grünen Koalition spricht er den Mut ab. Mut zu Gestaltung erfordere mehr, als mit Angst den Status quo zu verwalten. Berlin führe eine „völlig falsche Enteignungsdebatte“, die die gravierenden Probleme der Wohnungspolitik nicht lösen werde. Dabei nehme die Stadt Kurs auf vier Millionen Einwohner.

In der Hochsaison der Sommerempfänge kurz vor den Schulferien sind vor allem Vertreter der Landespolitik in den Zollpackhof gekommen, darunter SPD-Fraktionschef Raed Saleh. Aus der Wirtschaft ist der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, da, und aus dem Showgeschäft Dieter Hallervorden.