Premiere in Berlin

Musical „The Band“ huldigt „Take That“ und deren Fans

Das Musical „The Band“ huldigt weniger Take That als vielmehr ihren Fans. Die waren meist weiblich – und sind jetzt zur Premiere wieder da.

Sängerin Mandy Capristo (3. v.l.) mit Musical-Darstellern.

Sängerin Mandy Capristo (3. v.l.) mit Musical-Darstellern.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Für echte Boygroup-Fans wie Susan Sideropoulos war die Premiere des Musicals „The Band“ am Donnerstagabend im Theater des Westens ein Pflichttermin. „Ich habe in meiner Jugend wirklich alles mitgenommen. Ich habe vor Hallen kampiert, vor Hotels gewartet und kannte alle Songs auswendig“, so die Schauspielerin, die mit 38 Jahren ins Beuteschema der einstigen Teenie-Idole passt und dementsprechend im T-Shirt mit dem Aufdruck „90s-Girl“ über den roten Teppich lief.

Das Stück mit den Songs von Take That huldigt genau dieser Zeit, als Horden von jungen Mädchen am Rande der Hysterie keine anderen Götter kannten als Robbie, Mark, Gary, Jason und Howard. „The Band“ erzählt von der Freundschaft zwischen fünf Mädchen in England, die Anhänger einer solchen Gruppe sind, bis ein Schicksalsschlag sie entzweit.

Als die Helden ihrer Jugend viele Jahre später ein Comeback geben, sehen sich die nun erwachsenen Frauen wieder und erwecken alte Träume zu neuem Leben.

Das Musical lief zuvor schon sehr erfolgreich in Großbritannien und gastiert bis September an der Kantstraße. So glühende Fans wie Susan Sideropoulos waren in Berlin aber nicht alle Premierengäste. Schauspieler Jannik Schümann war noch ein Kleinkind, als sich die Band 1996 vorübergehend auflöste, Zoo-Direktor Andreas Knieriem war, mit heute 53, damals schon aus dem Alter heraus. „Man kann sich ja immer noch musikalisch fortbilden“, sagte er. „Ich lerne heute Abend, was ich damals hätte hören können.“

Konzert in Berlin im Juni

Als verbleibende Mitglieder von Take That hatten Gary Barlow, Mark Owen und Howard Donald ihren Antrittsbesuch zum Deutschland-Start des Musicals bereits in der vergangenen Woche absolviert. Die Musiker sind an dem Stück von Tim Firth, das zuvor erfolgreich in Großbritannien lief, als Coproduzenten beteiligt. Am 20. Juni kehren sie für ein Konzert im Tempodrom zurück.