Schauspielerin

Diese besondere Liebe erlebte Sila Sahin-Radlinger

Sila Sahin-Radlinger steht für die RTL-Serie „Nachtschwestern“ vor der Kamera. Im Sommer erwartet die Schauspielerin ihr zweites Kind.

Sila Sahin-Radlinger erwartet im Sommer ihr zweites Kind.

Sila Sahin-Radlinger erwartet im Sommer ihr zweites Kind.

Foto: pa

Berlin. Sila Sahin-Radlinger sitzt gerade in Köln im Flugzeug und wartet auf den Start. Am Abend zuvor war sie zum Interview bei „stern TV“, jetzt geht es wieder zurück nach Berlin, wo die Schauspielerin für die Serie „Nachtschwestern“ vor der Kamera steht. Mit ihrem Mann Samuel Sahin-Radlinger, der Fußballprofi ist, hat sie am Morgen schon telefoniert.

Einmal in der Woche können sie sich derzeit sehen, erzählt sie. Denn seit November drehe sie jeden Tag in Berlin und ihr Mann sei in Hannover. Das alles funktioniert nur mit viel Liebe. Wie fast alles im Leben, erzählt die 33-Jährige am Telefon, während sich das Flugzeug langsam mit Passagieren füllt. Liebe in der Familie, ein liebevolles Team, Liebe zu sich selbst – das alles sei ganz wichtig und gehöre zu ihrem Leben unbedingt dazu.

Eine ganz besondere Art der Liebe hat die Schauspielerin, die unter anderem von 2009 bis 2014 in der Rolle der Ayla Höfer in der Fernsehserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu sehen war, mit der Geburt ihres Sohnes Elija erlebt. „Es war ein unglaubliches Erlebnis, das Kind das erste Mal auf dem Arm zu halten“, erzählt sie. Sofort habe sie es gespürt – diese „reine bedingungslose Liebe“. Es sei eine ganz andere Bindung, völlig neu. „So etwas habe ich vorher noch nie für einen Menschen empfunden“, sagt die gebürtige Berlinerin. Und das Besondere sei, dass diese Liebe von Monat zu Monat wachse.

Ein halbes Jahr ist Elija jetzt. Überraschend hat sich schon die zweite Schwangerschaft angekündigt. In der RTL-Sendung „Exclusiv“ hat Sila Sahin-Radlinger erzählt, dass sie zunächst nichts von der Schwangerschaft geahnt hat. Sie habe ihren Sohn gestillt, sich gut gefühlt und nur gewundert, warum der Bauch nicht endlich wieder dünner, sondern stattdessen wieder größer werde. Wird sie im Sommer ihre Liebe teilen, das zweite Kind genauso lieben können? Diese Frage werde ihr jetzt immer wieder gestellt, sagt die Schauspielerin. Da mache sie sich keine Gedanken. „Jeder Mensch hat genug Liebe zu geben.“

„Echte Liebe kann man nicht erlernen, die passiert einfach, das ist ein Zauber“

In der RTL-Serie „Nachtschwestern“, die gerade gedreht wird, spielt sie die Schwester Samira Akgün, die gleichzeitig den Empfang managt. Die Figur sei ihr sehr ähnlich, erzählt sie. Sehr temperamentvoll, sehr leidenschaftlich, neugierig. „Samira weiß alles, was im Krankenhaus abgeht und was sie nicht weiß, bringt sie in Erfahrung.“ Und es bleibt nicht aus, dass auch Samira einige Liebeserfahrungen macht. Liebe vor der Kamera, kann man das erlernen? „Echte Liebe kann man nicht erlernen, die passiert einfach, das ist ein Zauber“, sagt Sila Sahin-Radlinger. Vor der Kamera funktioniere das anders. Da gehöre ganz viel Vorstellungskraft, Fantasie und Einfühlungsvermögen dazu. „Man kennt ja das Gefühl, verliebt zu sein. Daran muss man sich erinnern und sich wieder in die Situation hineinversetzen.“

Zur Schauspielerei gehört für sie aber auch dazu, in Vorbereitung auf Rollen viel zu lesen, neugierig auf Menschen zu sein und zu versuchen, Menschen zu verstehen. Viel Verständnis braucht auch ihr Mann. Das erste Mal hat Samuel Sahin-Radlinger bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg gesehen, wie seine Frau einen anderen auf der Bühne geküsst hat. „Anfangs war das schon komisch für ihn“, erzählt die Schauspielerin. Doch mittlerweile habe er sich daran gewöhnt, dass es zu ihrem Beruf dazugehöre. Sie hätten eben beide besondere Berufe. „Wir kommen damit gut klar.“

Neue Serie wird in einem stillgelegten Krankenhaus in Wannsee gedreht

Aber nicht zuletzt steht und fällt ein Dreh oder ein Stück mit dem Team. „Wenn sich das Team gut versteht, ist alles einfacher zu spielen, auch eine Liebesszene.“ Die Schauspielerin erzählt, wie viel Spaß sie derzeit bei den Dreharbeiten in einem stillgelegten Krankenhaus in Wannsee für die Serie „Nachtschwestern“ hat, weil die Kollegen nett sind, das Team sich wunderbar versteht und alle sehr liebevoll miteinander umgehen. Für die Produktion ist das ein Glücksfall. Man sehe auf dem Monitor die Liebe, die dahinterstecke und das Team verbinde – das hat ein Mitarbeiter der Produktion kürzlich zu den Mitwirkenden gesagt.

Eine ganz große Liebe verbindet Sila Sahin-Radlinger aber auch mit ihrer Mutter. Auf Instagram hat sie ein Foto aus einer Drehpause gepostet. Da ruht sie sich an der Schulter ihrer Mutter aus. Elija schläft auf der einen Seite, Hund Cici – „der beste Hund, der das ganze Haus beschützt“ – ist auf der anderen Seite. Die innige Verbundenheit ist förmlich zu spüren. „Mama ist der wichtigste Mensch in meinem Leben“, erzählt sie. Sie habe sich total aufgeopfert für sie und ihr so viel Liebe mit auf den Weg gegeben. Ihre Mutter passt auf Elija auf, wenn sie unterwegs ist, und sie habe keine einzige Minute einen Grund, sich Sorgen zu machen. Ihr kleiner Sohn sei bestens bei ihr aufgehoben.

Zur Schauspielerei ist Sila Sahin-Radlinger über ihren Vater gekommen, der auch Schauspieler ist. Der hat sie oft zu den Proben mitgenommen. „Ich fand es spannend, ihn zu beobachten“, erzählt sie. Die Freiheit habe sie fasziniert, in andere Personen zu schlüpfen, sich für nichts rechtfertigen zu müssen. Schon in der Theater-AG der Schule hat sie als Schülerin erste Rollen gespielt.

Sie besuchte die Schauspielschule Charlottenburg, nahm außerdem noch privaten Schauspielunterricht sowie Ballett- und Gesangsunterricht. Bekannt wurde sie mit der Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, in der sie fünf Jahre lang zu sehen war. Viel Lob bekam die Schauspielerin auch für ihre Web-Serie „Offscreen“.

Sie spielte aber auch in vielen Krimiserien mit. So war sie in der ZDF-Serie „KDD – Kriminaldauerdienst“ und in dem preisgekrönten Spielfilm „Verfolgt“ (2006) zu sehen. In der RTL-Action-Serie „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ hatte sie 2012 eine Gastrolle, 2013 eine Episodenhauptrolle in der ZDF-Krimiserie „Notruf Hafenkante“. In der ARD-Vorabendserie „Verbotene Liebe“ übernahm sie ebenfalls eine Gastrolle – die der Gina Schmitz. Sila Sahin-Radlinger ist aber auch in Shows zu sehen und als Moderatorin unterwegs. Bei der RTL-Tanzshow „Let’s Dance“ kam sie mit ihrem Partner Christian Polanc auf den zweiten Platz.

Den Schlüssel zu ihrem erfolgreichen Leben sieht die Schauspielerin nicht zuletzt in der Liebe. „Mit Liebe kann man ganz viel verändern und erreichen“, sagt Sila Sahin-Radlinger. Man sollte viel mehr Liebe geben und sich selbst auch mehr lieben. Dann könne man auch schätzen, was man macht.

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