Inselärztin

Anja Knauer: "Familienplanung sehe ich entspannt"

Für Schauspielerin Anja Knauer beginnt das Jahr mit neuen Folgen der „Inselärztin“ – und ihrem 40. Geburtstag.

Anja Knauer bei der Premiere der vierten Staffel der preisgekrönten Serie - Weissensee

Anja Knauer bei der Premiere der vierten Staffel der preisgekrönten Serie - Weissensee

Foto: Eventpress Fuhr / picture alliance / Eventpress

Die Schauspielerin Anja Knauer kehrt mit zwei neuen Folgen von „Die Inselärztin“ (4. und 11. Januar 2019, jeweils 20.15 Uhr, ARD) zurück ins Fernsehen. Als Dr. Filipa Wagner hat sie in der Reihe vor einem Jahr in einem Luxusressort auf Mauritius ein neues Leben begonnen. Privat ist die 39-jährige Wahlberlinerin ebenso aufgeschlossen. Neben der Schauspielerei hat sie an der Freien Universität ein Studium der Film- und Literaturwissenschaften absolviert. 2010 war sie als Designerin an der Inneneinrichtung des „Michelberger Hotels“ an der Warschauer Straße beteiligt. Im Interview spricht Knauer über Sexszenen mit ihrem Kollegen Tobias Licht, Bindungsängste und Gedanken zu ihrem 40. Geburtstag im März.

In Ihrer Rolle als Filipa kommen Sie Ihrem Kollegen Daniel (Tobias Licht) sehr nahe. Haben Sie grundsätzlich Probleme damit?

Anja Knauer: Nein, ich habe damit keine Probleme mehr. Mit Tobias schon gar nicht (lacht). Bei meinem ersten Filmkuss vor 20 Jahren war das natürlich komisch, aber mittlerweile habe ich keine Scheu mehr. Bei solchen Szenen sind zum Glück weniger Leute am Set – wirklich nur die, die gebraucht werden. Man soll sich ja fallen lassen können. Dennoch ist es total unromantisch, wenn noch zehn Leute im Raum sind und überall Lampen und Mikrofone stehen. Irgendwie ist es am Ende eine Art Pantomime von Liebe.

Daniel will für Filipa eine Zahnbürste in seiner Wohnung deponieren, sie bekommt Panik. Können Sie das verstehen?

Ich habe keine Bindungsängste, aber ich kann das schon verstehen. Selbst eine kleine Zahnbürste ist ein großer Schritt. Man entscheidet sich ein Stück weit für den anderen Menschen und will natürlich nicht verletzt werden. Man weiß nie, wie sich eine Beziehung entwickelt.

Sind Sie ein Mensch, der vor Problemen davonläuft, wie Filipa?

Nein, ich kläre die Dinge gerne, und am liebsten kläre ich Konflikte früh, das fordere ich ein. Oft gibt es Schwierigkeiten, die man nicht versteht und vielleicht lieber verdrängt. Das mache ich selten. Ich gehe die Dinge bewusst an.

Kennen Sie das Gefühl, wenn die Vergangenheit einen einholt?

In meiner Vergangenheit habe ich nichts abgeschnitten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man immer wieder mit denselben Dingen im Leben konfrontiert wird, wenn man seine Probleme nicht löst. Man nimmt sie auch mit in den Urlaub oder wie bei Filipa mit in ein neues Leben. Man kann vor gewissen Dingen nicht weglaufen.

Sind Sie ein Mensch, der sein Leben und seine Zukunft plant?

Früher habe ich das getan, wollte Ziele in einem gewissen Zeitraum erreichen. Heute mache ich keine Pläne mehr. Denn die Dinge haben sich meist ganz anders entwickelt, deshalb lasse ich lieber alles auf mich zukommen. Es macht mich glücklich, im Hier und Jetzt zu leben.

Gibt es denn in der Liebe bei Ihnen etwas Neues?

In der Liebe bin ich verschwiegen. Aber so viel kann ich sagen: Ich bin glücklich mit meinem Leben, so wie es ist.

Wie ist Ihr Rezept gegen Liebeskummer?

Ich finde es wichtig, sich erst mal richtig darin zu baden. Von mir aus kann man sich ganz klassisch mit Liebesfilmen und Schokolade einschließen und ein paar Tage im Bett verbringen. Es ist auch vollkommen okay, sich bei Liebeskummer mal zu betrinken und sich bei seinen Freunden auszuheulen.

Wie sehen Sie Ihrem 40. Geburtstag entgegen?

Naja, 40 ist schon eine große Zahl. Ich fühle mich überhaupt nicht wie 40. Aber ich finde es gut. Ich wollte nicht mehr 20 sein. Ich werde gerne älter. Die Dinge werden einfacher, wenn man älter wird. Ich bin heute viel mehr bei mir als vor ein paar Jahren. Auf jeden Fall werde ich eine große Party feiern.

Macht es Sie nervös, dass mit 40 langsam die biologische Uhr tickt?

Nein, ich sehe das entspannt mit der Familienplanung. Ich könnte mir sehr gut eine Familie vorstellen. Mit 15 dachte ich, ich hätte jetzt in meinem Alter längst drei Kinder. Aber dann sind so viele andere spannende Sachen passiert – und schwups, ist man 40. Ich kann dem Leben ohne Kinder halt auch ziemlich viel abgewinnen.