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Sky du Mont: Nach Trennung weniger Show, aber mehr Leben

Schauspieler Sky du Mont präsentiert das ZDF-Konzert „Die Fledermaus“ zum Jahreswechsel. Hinter ihm liegt ein Jahr des Neuanfangs.

Foto: imago stock / imago/Spöttel Picture

Berlin.  Mit 71 Jahren mag für einige die Neuerfindung ihrer Selbst kühn sein, nicht aber für Sky du Mont – wie es scheint. Tummelte sich der Schauspieler und Markenbotschafter für Pralinen bis Telekom noch vor wenigen Jahren mit seiner Ex-Ehefrau Mirja du Mont (42) auf den roten Teppichen der Republik, war es seit der Trennung des Ehepaares im Juli 2016 stiller geworden um den Sohn der Verlegerfamilie DuMont.

Auf Leinwand und Bildschirm war der Mann mit der sonoren Sprecherstimme plötzlich seltener zu sehen. Lieber ging er auf Lesereise, wartete auf das eine richtige Engagement auf einer ­altehrwürdigen Bühne und vor einem Millionenpublikum – das nun da ist und wohl für ihn zu keinem besseren Zeitpunkt kommen konnte.

Sky du Mont moderiert „Die Fledermaus“

An diesem Sonntag zeigt das ZDF „Die Fledermaus“ (22.10 Uhr) aus der Dresdner Semperoper. Sky du Mont und Kabarettistin Christine Schütze präsentieren die legendäre Operette von Johann Strauss, bei der Startenor Jonas Kaufmann sein Rollendebüt als Gabriel von Eisenstein gibt.

Die Moderation sei eine große Ehre, betont du Mont im Gespräch mit dieser Redaktion. Als Conférencier des Stücks ist er für die humorigen Überleitungen zuständig. Eine Aufgabe, vor der er Respekt hat. „Meine große Angst, wenn ich im Smoking auftrete: dass jemand ein Helles bei mir bestellt“, sagt er und lacht.

Sky du Mont lebt sein Leben nun gelassener

Er sei wählerischer geworden über die Jahre, schätze am meisten den direkten Kontakt zum Publikum wie bei Lesungen und seinen eigenen Bühnenprogrammen. Überhaupt scheint du Mont den Lebensabschnitt nach seiner vierten Ehe mit einer Mischung aus Leichtigkeit und Pragmatismus anzugehen. Gelassenheit, die auch das Alter mitbringt, könnte hier eine Beschreibung sein.

„Ich habe verschiedene Standbeine“, erklärt er. „Mir war früh klar, wenn ich den Lebensstandard haben möchte, den ich mir wünsche, dann muss ich verschiedene Sachen machen.“ So sei er Sprecher, Moderator, habe lange Theater gespielt, schrieb Bücher und einen „Tatort“.

Du Monts hat ein bewegtes Jahr hinter sich

„Nur am Theater zu spielen, das wurde mir zu intensiv“, sagt er auch. Du Mont klingt be­sonnen – zweifelsohne blickt der Schauspieler auf ein bewegtes Jahr 2018 zurück. Im Februar erschien sein Buch „Jung sterben ist auch keine Lösung“.

Darin beschreibt er ironisch das Verhältnis zu seiner Mutter, die bei seinem Buch-Alter-Ego unter der Kurzwahltaste eins gespeichert ist und auch mal ungefragt eine Kontaktanzeige zur Partnersuche für ihren bereits 70-jährigen Sohn online stellt.

Sky du Monts Mutter Chiquita Neven du Mont starb im September dieses Jahres im Alter von 97 Jahren. „Wir haben unseren Frieden miteinander gefunden“, sagte er damals.

Nach der Trennung hat du Mont neue Rituale

Als Familienmensch verbrachte du Mont Weihnachten und damit den Jahresabschluss schließlich in der Runde seiner Liebsten. Als teilalleinerziehender Vater ist jetzt vieles anders. „Ich habe ganz gemütlich mit meinen zwei Kindern zu dritt in Hamburg verbracht“, erzählt er. Und die neue Lebenssituation bringt auch neue Rituale.

„Früher durfte keiner den Baum vor der Bescherung sehen, aber jetzt, wo ich nach meiner Trennung das Haus verkauft habe und in einer Wohnung lebe, wäre das natürlich nicht mehr möglich und auch absurd“, sagt du Mont.

Gibt es eine neue Frau in du Monts Leben?

Weniger ritualisiert sind dagegen seine Neujahrsvorsätze. Pläne für das Jahr 2019 habe er außer seinen Lesereisen bislang keine. Vorsätze erst recht nicht. „Wenn ich denke, mein Bauch hängt runter und ich müsste mehr Sport machen zum Beispiel, dann gehe ich das jetzt an“, sagt er. „Wenn mich etwas stört, dann ändere ich das sofort.“

Die Frage hingegen, ob es eine neue Frau in seinem Leben gebe, umschifft der sonst Extrovertierte momentan aber lieber charmant. Dass er 20 Kilo verloren hat, ließ er dagegen erst Anfang des Jahres in Interviews fallen. Dass er beim Sport geblieben ist, bestätigt er dennoch. „Ich gehe im Fitnessstudio rudern“, erzählt er. „Ich stelle mir dann vor, ich rudere bis nach Kiel.“

Sonntag, 30.12., 22:10 Uhr im ZDF

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