Abschiedstournee

Sänger Al Bano: „Ich sterbe an meinem 100. Geburtstag“

Das Italo-Pop-Duo Al Bano und Romina Power sagen Ciao. Alleine will der Sänger aber noch lange auf der Bühne stehen.

Al Bano und Romina Power treten am 27. Dezember in Bozen und am 29. Dezember in Dortmund auf.

Al Bano und Romina Power treten am 27. Dezember in Bozen und am 29. Dezember in Dortmund auf.

Foto: dpa Picture-Alliance / Jörg Carstensen / picture alliance / dpa

Zwei Konzerte noch, dann soll dieses Mal wirklich Schluss sein. Seit Anfang dieses Jahres sind Al Bano (75) und Romina Power (67) auf Abschiedstournee. Bereits Ende der 90er-Jahre hatte sich das einstige Traumpaar und Italo-Pop-Duo schon einmal getrennt – beruflich und als Ehepartner. Zuvor war die gemeinsame Tochter Ylenia unter ungeklärten Umständen in New Orleans verschwunden.

2013 kehrten die beiden jedoch auf die Bühne zurück. Bevor am 29. Dezember in der Dortmunder Westfalenhalle der letzte Vorhang fällt, erzählt Al Bano, wie er sich seine Zukunft vorstellt und warum Papst Franziskus ein idealer Kunde für seine Weine wäre.

Sie haben dieses Jahr Ihren 75. Geburtstag gefeiert. Wie fühlen Sie sich?

Al Bano: Ich fühle mich immer noch wie 25, egal zu welcher Tageszeit (lacht). Ich bin trotz meines Alters jung geblieben, sowohl im Kopf als auch im Herzen. Alter ist immer auch eine Einstellungssache. Man muss es positiv sehen, sonst wird man wirklich alt.

Wie lange wollen Sie unabhängig von Al Bano und Romina Power noch auf der Bühne stehen?

Schon als ich sechs Jahre alt war, wusste ich, dass ich später mal Sänger werden will, und ich bin tatsächlich Sänger geworden. Und genauso bin ich mir sicher, dass ich auch in 25 Jahren noch auf der Bühne stehen werde, bevor ich an meinem 100. Geburtstag sterbe. Ich hoffe, dass zu diesem letzten Konzert sehr viele Leute kommen werden, denn ich bin sicher, dass ich auch dann eine sehr gute Show abliefern werde (lacht).

Wie gehen Sie damit um, dass die Zukunft immer kürzer wird?

Ganz einfach: indem ich auf die Gegenwart schaue und nicht ständig nach der Zukunft schiele. Ich lebe im Hier und Jetzt. Mir ist natürlich auch klar, dass meine Lebenszeit immer kürzer und kürzer wird. Aber ich kann es ja nicht ändern. Ich kann nur meinen Tagen mehr Leben geben, darum bin ich auch nach wie vor sehr aktiv.

Wie gehen Sie mit dem Älterwerden um?

Das Älterwerden ist der Lauf des Lebens. Zuerst war ich ein junger Mann, dann ein mittelalter, und jetzt bin ich eben ein alter Mann. Das ist ganz normal. Dagegen kann und will ich nichts tun. Aber ich habe kein Problem damit.

Trotzdem hatten Sie bereits einen Herzinfarkt und Ischämie. Das sind keine Kleinigkeiten.

Das ist richtig, ich hatte einen Herzinfarkt und Ischämie und andere Probleme, aber ich bin trotzdem stärker als der Infarkt und die Ischämie zusammen. Mich haut so schnell nichts um.

Wie halten Sie sich fit?

Ich mache Sport, ich singe und ich lache die ganze Zeit, um Kummer und Sorgen zu vertreiben. Das ist meine Art zu leben, und das macht mich glücklich.

Was werden Sie in der nächsten Zeit machen?

Nächstes Jahr werde ich damit beginnen, ein neues Buch zu schreiben. Man hat mir auch angeboten, einen Film zu machen, aber ich weiß noch nicht, ob das Drehbuch gut ist. Und dann habe ich noch Pläne, einen alten Bauernhof auf meinem Grundstück zu einer Art Museum umzubauen. Dort will ich die Geschichte von Apulien zeigen. Dabei hilft mir mein guter Freund Giordano Bruno Guerri, mit ihm will ich dieses unglaubliche Projekt umsetzen. Das wird etwas ganz Besonderes für die Region Süditalien.

Sie sind seit Langem Winzer. Welchen Ihrer Weine trinken Sie am liebsten?

Ich liebe die großen Weine, egal ob rot, weiß oder rosé, aber es müssen wirklich richtig große Weine sein. Sie müssen eine hohe Qualität haben. Wenn alles so läuft, wie ich es mir vorstelle, dann werde ich wahrscheinlich sogar demnächst noch ein weiteres, noch größeres Weingut eröffnen. Denn ich verkaufe zurzeit 1,1 Millionen Flaschen im Jahr. Ich verkaufe meine Weine weltweit.

Ist der Papst auch ein Kunde von Ihnen?

Bestimmt, warum nicht? Man liebt schließlich auch im Vatikan guten Wein. In jeder Messe benutzen die Priester Wein, warum also nicht auch meinen (lacht)?

Kennen Sie Papst Franziskus persönlich?

Ja, ich habe ihn schon zweimal getroffen. Ich hatte Audienzen bei ihm. Ich bin sicher, dass ich ihn in der Weihnachtszeit wiedertreffen werde. Er ist sowieso ein sehr außergewöhnlicher Papst. Und man sollte den Papst in seinem Leben doch wenigstens ein- oder zweimal getroffen haben, finde ich. Er ist schließlich das Oberhaupt der katholischen Kirche.

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