Lebenswerk geehrt

Gala der Zeitschriftenverleger - Angela Merkel ausgezeichnet

Besondere Ehre für die Kanzlerin bei der Gala der Zeitschriftenverleger: Königin Rania von Jordanien übergab ihr die Goldene Victoria.

Königin Rania von Jordanien (l.) überreichte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Goldene Victoria.

Königin Rania von Jordanien (l.) überreichte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Goldene Victoria.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Als hätte es der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger geahnt: Vor nur einer Woche verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Rücktritt aus der Politik. Zu diesem Zeitpunkt stand längst fest, dass sie am Montagabend auf der „Publisher’s Night Gala“ die Goldene Victoria für ihr politisches Lebenswerk entgegennehmen würde. Die Erinnerung malt eben mit goldenem Pinsel – und manchmal werden jene Persönlichkeiten, die eben noch unter Beschuss standen, im nächsten Moment mit Ehrenpreisen bedacht. Bevor jedoch die Kanzlerin ihre Auszeichnung empfangen durfte, wurden drei andere Persönlichkeiten gewürdigt.

Alle Vereine, so sagte VDZ-Präsident Dr. Rudolf Thiemann zur Begrüßung, dass sie Vorbilder seien, welche die vier Kardinaltugenden - „Gerechtigkeit“, „Mäßigung“, „Tapferkeit“ und „Weisheit“ - in sich vereinen. Für einiges Gemurmel sorgte deshalb die Wahl der ersten Preisträgerin: Béatrice Guillaume-Grabisch. Die Vorstandsvorsitzende der Nestlé Deutschland AG ist zwar eine der erfolgreichsten Geschäftsfrauen des Landes, ihr Konzern wird jedoch regelmäßig von Umweltschützern und Menschenrechtlern hart kritisiert.

Im Gegensatz dazu herrschte bei der Verleihung der Goldenen Victoria in der Kategorie „Pressefreiheit“ andächtiges Schweigen: Die maltesische Journalistin Daphne Caruna Galizia und ihr slowakischer Kollege Ján Kuciak bekamen den Preis nämlich posthum verliehen. Beide wurden ermordet, weil sie der Wahrheit rund um die „Panama Papers“ zu nahe gekommen waren.

Mit stets bescheidenem Habitus und umgeben von Kritikern und Weggefährten aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltung nahm Angela Merkel ihre Würdigung aus den Händen von Königin Rania Al Abdullah von Jordanien entgegen. Diese revanchierte sich damit bei der Kanzlerin, die ihr 2015 den „Walther-Rathenau“-Preis übergeben hatte. In ihrer Laudatio lobte die Gemahlin Abdullahs II. die langjährigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Jordanien und hob das gemeinsame Engagement im Rahmen der Flüchtlingskrise und Merkels Bemühungen um den internationalen Dialog hervor.