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Mareile Höppner: „Ich bin so bunt wie eine Großstadt“

Als Wohnfan moderiert Mareile Höppner das Unterhaltungsformat „Stadt, Land, Haus“ bei der ARD. Ein Interview.

Ganz entspannt: Moderatorin Mareile Höppner im Vorgarten der Villa in Müggelheim

Ganz entspannt: Moderatorin Mareile Höppner im Vorgarten der Villa in Müggelheim

Foto: Maurizio Gambarini

Wie wohnen die Deutschen? Dieser Frage widmet sich das neue Unterhaltungsformat „Stadt, Land, Haus“, das ab September im ARD-Nachmittagsprogramm ausgestrahlt werden soll. 20 Folgen lang erraten jeweils zwei Kandidatenpaare nicht nur, wie viel diverse Traumimmobilien wert sind, sondern erhalten auch einen Einblick in des Leben der Bewohner. Gedreht wird unter Federführung des RBB derzeit in ganz Deutschland – ob auf dem Hausboot, im Ackerbürgerhaus oder wie am Dienstag in der Desi­gnervilla in Müggelheim im Südosten Berlins. Die Moderation hat Mareile Höppner übernommen. Ein Gespräch mit der 41-Jährigen über Sammelmacken, Schranktüren und Sicherheit.

Dieses Format ist etwas Neues in Ihrer Karriere. Mit welchem Gefühl sind Sie da rangegangen?

Mareile Höppner: Ich mache diesen Job jetzt schon 20 Jahre, und in dieser Zeit sind immer neue Dinge passiert – zum Glück. Ich bin nicht der Typ, der irgendetwas herbeisehnt für sein Leben, sondern es passiert, und dann freue ich mich. Es muss ein gutes Team sein, und wir müssen vor Ort viel Spaß haben, dann macht das viel Laune. Angst hätte ich höchstens, wenn ich Bungee-Jumping machen müsste (lacht).

Warum haben Sie sich für dieses Format entschieden?

Ich bin ein totaler Wohnfan. Das Format finde ich aber auch deshalb so wahnsinnig spannend, weil man so viel erfährt über Menschen. Ob jemand Schäfchen oder Schweinchen sammelt, sich ein Motorrad ins Schlafzimmer stellt oder 250.000 Euro klein schneidet und in ein Glas füllt. Somit ist es ein skurriler Einblick ins deutsche Wohnen.

Und wie skurril ist es bei Ihnen? Welche Deko- oder Sammelmacke haben Sie?

Ich sammle verrückte Bilder – überall auf der Welt und am liebsten auf Antik-Flohmärkten in Frankreich. Eine weitere Sammelleidenschaft sind alte Geweihe. Ich bin natürlich keine Jägerin und keine fleischverrückte Tante, aber meine Oma hatte die so liebevoll dekoriert, und irgendwie sind die nun bei mir an die Wand geraten. Nun habe ich eine Wand voller Bilder und Geweihe (lacht).

Abgesehen davon, sind Sie eher der moderne oder der traditionelle Einrichtungstyp?

Das ist bei mir wie beim Essen. Ich liebe Cross-over-Küche, und auch beim Wohnen bin ich für keine Schublade zu haben. Wir diskutieren zu Hause schon mal über das ein oder andere Stück, das ich anschleppe. Ich bin so bunt wie eine Großstadt, finde einen Designerstuhl super, habe aber durchaus auch altes Biedermeier zu Hause. Mein Papa hat mir einen Tisch aus uralten Balken gebaut. Es mischt sich also bei mir, und ich finde es schön, wenn es lebendig ist, wenn noch etwas passiert.

Sie wohnen in Berlin und Leipzig. Funktioniert das gut?

Ein Großteil meines Lebens findet mittlerweile im Koffer statt. Wenn ich den auspacke, ist das auf zwei Wohnungen verteilt. Da muss man lernen, wo man was hat und dass man Kleidungsstücke auch neu kombinieren kann. Durch das viele Reisen musste ich flexibel werden, aber es funktioniert prima.

Haben Sie in Ihren Wohnungen einen Lieblingsraum? Welchen Bereich vernachlässigen Sie?

Ich vernachlässige den Inhalt von Schränken schon ziemlich dramatisch. Ich finde es super, wenn da die Türen zubleiben (lacht). Mein Lieblingsplatz in Berlin ist meine Dachterrasse, denn ich liebe es, über die Dächer der Stadt zu schauen. In Leipzig habe ich ein kleines Zimmer voller Bücher. In der Mitte steht ein Sessel von meiner Oma. Ich weiß nicht, ob er schön ist, aber er ist alt und erinnert mich an sie. Darüber hängt ein Bild von ihr, gemalt von meinem Opa.

Kürzlich wurde in Ihrem Leipziger Zuhause eingebrochen, als Sie nachts schliefen. Wie hat sich Ihr Wohngefühl dadurch verändert?

Das hat schon das Gefühl von Sicherheit zu Hause und die Verbindung mit der Wohnung geändert. Ich habe schon einen Moment überlegt, ob ich da noch wohnen kann. Wenn jemand in deinen Bereich gegangen ist, noch dazu, wenn dein Kind darüber schläft – das ist ein Gefühl, das ich niemandem wünsche. Von daher war das definitiv eine schreckliche Erfahrung. Aber ich bin ein positiver Mensch, ich blicke voraus.

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