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Podcast: Bei Bauerfeind erzählen Promis aus ihrem Leben

Katrin Bauerfeind hat einen eigenen Podcast gestartet. Vor Publikum befragt sie Prominente wie Jürgen Vogel anhand eines Fragebogens.

Katrin Bauerfeind interviewt Schauspieler Jürgen Vogel im Pfefferberg-Theater

Katrin Bauerfeind interviewt Schauspieler Jürgen Vogel im Pfefferberg-Theater

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. „Etwas aktuell Gehyptes, das du für Bullshit hältst?“ „Podcasts“, antwortet Jürgen Vogel und grinst. Riesen­applaus im Publikum. Der Schauspieler ist im Pfefferbergtheater in Prenzlauer Berg, bei der Aufzeichnung des Podcasts von Katrin Bauerfeind (35), die ihm gegenübersitzt: „Frau Bauerfeind stellt Fragen“ heißt der. Das Konzept: Etwa 45 Minuten bespricht die Moderatorin und Autorin, die kürzlich ihr drittes Buch „Alles kann, Liebe muss“ veröffentlichte, mit einem prominenten Gast einen Fragebogen, den dieser vorher ausfüllen musste. 50 Fragen sind das, von „Deine schlimmste Erfahrung mit Tieren?“ bis „Was ist das Illegalste, das du je gemacht hast?“.

Jürgen Vogel also mag anscheinend keine Podcasts, es würde ihm da zu viel gelabert, erzählt er Bauerfeind. Tatsächlich: Podcasts sind diese oft ausufernden Gespräche, die im Internet abrufbar sind und gerade ihren Siegeszug durch ganz Deutschland feiern. Zu Katrin Bauerfeind ist Vogel trotzdem gekommen. Denn sie will einiges anders machen als die vielen anderen Podcast-Macher. „Der vom Gast vorab ausgefüllte Fragebogen hilft, auf einer viel vertraulicheren Ebene einzusteigen, obwohl man sich vorher vielleicht noch nie gesehen hat“, sagt sie.

Es sei wahnsinnig spannend zu sehen, wie gut man mit nur 50 Fragen Menschen kennenlernen könne. „Max Frisch hatte einen Fragebogen, Marcel Proust auch – aber das sind beides Männer, und das ist lange her, deswegen hab ich gedacht, ich bin jetzt so eine Art ‚Max Proust 4.0‘.“ Ihrem Fragebogen stellten sich in der ersten Staffel schon die Schauspielerin Annette Frier, Musiker Olli Schulz und die Moderatorinnen Dunja Hayali und Palina Rojinski. Nun also auch der Mann mit dem spannendsten Gebiss im deutschen Showbusiness: Jürgen Vogel.

Zweite Staffel schon in Planung

Was er denn früher werden wollte, fragt ihn Bauerfeind. „Gangster“, antwortet er. „Was für einer?“, hakt sie nach. „Für alles“, sagt Vogel. Riesengelächter im Publikum. Dann kommt der 50-Jährige ins Plaudern: Er wollte als Jugendlicher in Hamburg mal ein Mofa klauen. Hatte es fast geschafft, als der Besitzer auftauchte. „Ich konnte entkommen“, sagt Vogel. Er muss lachen. Denn der Besitzer war ein Nachbar, der ihn sofort erkannt hatte. Aus Vogel sprudelt es heraus: Wie er in den 80er-Jahren Frauen anbaggerte, wie er mit seinen Bildungskomplexen umgeht, was für ihn Erfolg ist. Obwohl er ja keine Podcasts mag, will er kaum aufhören, zu erzählen.

Das ist die Stärke von „Frau Bauerfeind hat Fragen“: Durch die vorbereiten Fragen erzählt es sich leicht, die Gäste wissen, was sie erwartet. Bauerfeind selbst ist Interview-Profi und weiß, richtig nachzuhaken. „Durch das Format sind quasi alle Menschen so lustig wie Jürgen Vogel“, sagt sie. Eine zweite Staffel ist schon geplant. Wen sie in Zukunft gern mal interviewen würde? „Also Angela Merkel wäre mir recht“, sagt sie.

„Frau Bauerfeind hat Fragen“ ist unter www.audible.de/bauerfeind abrufbar. Für Abonnenten von Audible (9,95 Euro im Monat) ist er kostenlos.

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