Interview

Tom Beck als Albert Einsteins unehelicher Enkel

Mit der Berliner Morgenpost hat der Schauspieler über seine Stärken, Schwächen und Hochzeitspläne gesprochen.

Tom Beck lebt in Berlin, für seine Rolle in "Einstein" ermittelt der 39-Jährige in Bochum

Tom Beck lebt in Berlin, für seine Rolle in "Einstein" ermittelt der 39-Jährige in Bochum

Foto: Reto Klar

Berlin. Am heutigen Dienstag startet die zweite Staffel von „Einstein“ (20.15 Uhr, Sat.1). Dann wird Hauptdarsteller Tom Beck als unehelicher Ururenkel von Albert Einstein mit all seiner geerbten Genialität die Bochumer Polizei wieder als Berater unterstützen und absurde Kriminalfälle knacken. Ein Gespräch mit dem 39-Jährigen über Ähnlichkeiten mit der Rolle, seine neue Heimat Berlin und die Liebe zu seiner Verlobten, Schauspielerin Chryssanthi Kavazi (28).

Herr Beck, was gefällt Ihnen an der Rolle in „Einstein“ besonders?

Tom Beck: Es ist eine sehr außergewöhnliche Figur, die im deutschen Fernsehen nicht so alltäglich ist und die man nicht jederzeit spielen kann. Vor allem finde ich es wahnsinnig interessant, diese Figur weiterzudenken und weiter zu kreieren. Da kommt jedesmal noch einmal ein Stück dazu. Am Anfang war es für mich schwer, diese Figur zu verstehen.

Es gibt also keine Parallelen zwischen Ihnen?

Nein, außer dass er vielleicht chaotisch ist, was ich teilweise auch bin, und mal auch sehr kopflastig. Ich bin zwar kein Wissenschaftler und treffe Entscheidungen aus dem Bauch heraus, aber ich bin auch ein sehr strukturierter Mensch. Ich habe allerdings keinen Hang zur Wissenschaft, von daher gibt es nicht viele Überschneidungen. Physik habe ich nach der zehnten Klasse abgewählt, da war bei mir nichts zu holen. Ich habe andere Talente, aber in Sachen Naturwissenschaften – da kann ich wirklich nichts. In Chemie habe ich zwar Abi gemacht, wahrscheinlich weil ich da viel auswendig lernen konnte, aber begriffen habe ich da nichts.

Wo liegen denn Ihre Stärken?

Musik, alles was künstlerisch ist, wo man sich kreativ austoben kann. Deswegen mache ich den Beruf ja auch letzten Endes. Handwerklich habe ich mir ein bisschen was angeeignet, das ist aber begrenzt. Bei allem, was mit logischem Denken zu tun hat, bin ich ganz, ganz schlecht. Dafür bin ich in Ballsportarten relativ talentiert. Ich bin ein sozialerer Mensch als Einstein, ich kann mich gut auf Leute einstellen und sie auch ziemlich schnell lesen. Da ist Einstein weniger kompetent und kompatibel. Man unterstellt ihm ja auch, dass er ein Soziopath ist und keine Empathie empfindet, aber das kann er schon, denke ich. Er lässt sich nur nicht bewusst darauf ein, weil ihn das gefährden könnte.

Sie sind vor knapp einem Jahr von Köln nach Berlin gezogen. Fehlt Ihnen etwas?

Die Übersichtlichkeit. Dieses Großstadt-Sein und trotzdem in zehn Minuten mit dem Fahrrad von A nach B zu fahren. In Berlin überlegt man sich schon zweimal, ob man von Wilmersdorf nach Prenzlauer Berg oder Friedrichshain fährt. Was ich auch vermisse, ist die Offenheit, dieses rheinische Gemüt. Die Kölner an sich sind lustige Leute, sind immer gut drauf. Wenn sie es nicht sind, dann geben sie es wenigstens vor, wo der Berliner ja kein Hehl daraus macht, wenn er schlecht gelaunt ist. Der hat auch seinen Charme, aber das muss man erst einmal kennenlernen. Die Rohheit der Großstadt lernt man irgendwann anders zu deuten und ich habe sie mittlerweile auch liebgewonnen.

Die Entscheidung für Berlin fiel wegen Ihrer Freundin Chryssanthi Kavazi, die ebenfalls Schauspielerin ist. Anfang dieses Jahres haben Sie sich verlobt. Steht denn dieses Jahr noch die Hochzeit an?

Mal schauen. Wir eruieren da gerade sämtliche Optionen, ob es dieses oder nächstes Jahr was wird. Wir müssen das auch noch von verfügbaren Terminen und Dreharbeiten abhängig machen.

Gibt es schon eine Idee, wo Sie heiraten wollen?

Ja, aber noch nichts Konkretes. Vielleicht heiraten wir auch im Ausland, da gibt es diverse Möglichkeiten.

Sie würden gern zwei Kinder haben, sagten Sie in einem Interview. Würden Sie dann auch Elternzeit nehmen?

Hätte ich einen regelmäßigen Job, dann würde ich mit Sicherheit Elternzeit nehmen, aber bei mir kann es sein, dass ich eh bei der Geburt des Kindes keinen Job habe. Man müsste sich dann vielleicht bewusst entscheiden, einen Dreh abzusagen. Das würde ich schon machen. Ich bin da relativ flexibel und würde mir das auch zutrauen, wenigstens in der Theorie ... (lacht).

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