"Rammstein: Paris"

Feuersbrunst im Kinosaal

Jonas Åkerlund feiert mit seinem Konzertfilm „Rammstein: Paris“ Weltpremiere in Berlin. Zahlreiche Stars sind geladen.

Till Lindemann, Paul Landers, Richard Kruspe, Oliver Riedel und Christoph Schneider (v.l.) von Rammstein

Till Lindemann, Paul Landers, Richard Kruspe, Oliver Riedel und Christoph Schneider (v.l.) von Rammstein

Foto: A / dpa

Bei seinem ersten Rammstein-Konzert - 1996 in der Arena in Treptow - war Tom Schilling 14 Jahre alt und, wie er selbst sagt, in seiner "Satanistenphase". "Ich stand in der ersten Reihe und dachte, mein Brustkorb bricht", so der Schauspieler. Die Ordner hätten ihn mehrmals gefragt, ob sie ihn in den Bühnengraben heben sollen. "Aber das wäre ja uncool gewesen."

Auftritte der Berliner Musiker sind ein körperliches Erlebnis, das können auch Millionen Fans weltweit bezeugen. Gewaltiger Sound, Feuer, Licht und Rauch brechen über das Publikum hinein. Nicht selten sind versengte Haarspitzen und ein Rauschen der Ohren die Folgen, die noch mehrere Tage nachwirken. Der Herausforderung, dieses Gesamtkonzept in die dunkle Gemütlichkeit eines Kinosaales zu übertragen, hat sich der Regisseur Jonas Åkerlund gestellt. Am Donnerstagabend feierte der Schwede gemeinsam mit der Band in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz die Weltpremiere seines Konzertfilms "Rammstein: Paris".

"Die Kunst besteht darin, den Zuschauern im Kino oder vor den Bildschirmen ein Ereignis zu vermitteln, das eigentlich dafür konzipiert ist, dass man es vor Ort erlebt", so der Filmemacher. Åkerlund, der durch Musikvideos für Roxette, U2, Madonna, Robbie Williams und Lady Gaga bekannt geworden ist, arbeitet bereits seit über zehn Jahren mit Rammstein zusammen. Für die Band drehte er die Clips zu den Songs "Mann gegen Mann", "Pussy", "Ich tu dir weh" und "Mein Land". Der Film, der nur am 23., 24. und 29. März in ausgewählten Kinos gezeigt wird, entstand im März 2012 bei zwei Konzerten vor jeweils 17.000 Zuschauern im Palais Omnisports in der französischen Hauptstadt.

"Die Franzosen sind ein besonderes Publikum", so Gitarrist Richard Kruspe. In ihrem Eifer erreicht nur von den Mexikanern - sorry Berlin. Auch bei den Bandmitgliedern brenne dabei auf der Bühne schon einmal etwas an. Aber das spüre man während der Show nicht. Wortkarg wie immer gab sich Frontmann Till Lindemann. "Es würde der Band etwas von ihrer Magie nehmen, wenn es anders wäre", entschuldigte ihn Gitarrist Paul Landers. "Angela Merkel möchte ja auch niemand beim Zähneputzen sehen."

Die Magie von Rammstein, die liege für ihn vor allem in den kompromisslosen Texten von Till Lindemann, erklärte Tom Schilling. "Eigentlich machen Rammstein sehr romantische Musik."

"Die Kunst besteht darin, den Zuschauern im Kino oder vor den Bildschirmen ein Ereignis zu vermitteln, das eigentlich dafür konzipiert ist, dass man es vor Ort erlebt", so der Filmemacher. Um die Energie des Konzertes einzufangen, habe er viele Kameras, verschiedene Blickwinkel und Nahaufnahmen, unkonventionelle Schnittfolgen, Soundeffekte und satte Farben verwendet. Gedreht wurde im März 2012 bei zwei Rammstein-Konzerten vor jeweils 17.000 Zuschauern im Palais Omnisports in der französischen Hauptstadt.

Jonas Åkerlund, der durch Musikvideos für Roxette, U2, Madonna, Robbie Williams und Lady Gaga bekannt geworden ist, arbeitet bereits seit über zehn Jahren mit Rammstein zusammen. Für die Musiker um Frontmann Till Lindemann drehte er Clips zu den Songs "Mann gegen Mann", "Pussy", "Ich tu dir weh" und "Mein Land". "Von meiner Arbeit mit Rammstein habe ich immer auch persönlich stark profitiert", sagt er. "Sie haben eine große Rolle in der Entwicklung meiner Kreativität gespielt."

16 Songs aus über 20 Jahren Bandgeschichte spielen die Musiker von Rammstein in den 98 Minuten des Filmes. Wer das erleben möchte, muss sich allerdings beeilen. Nur an drei Tagen, am 23., 24. und 29. März, wird "Rammstein: Paris" in ausgewählten Kinos gezeigt.

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