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DJane Joyce Muniz bringt Brasilien und Wien nach Berlin

Wenn die Wiener Künstlerin Joyce Muniz von Berlin spricht, kommt sie ins Schwärmen. "Ich liebe das kreative Chaos hier", sagt sie mit dem melodischen Singsang der österreichischen Hauptstadt. Gerade ist sie nach Neukölln gezogen, in den Schillerkiez. "Der ist nicht so überlaufen mit Partyleuten, sondern eher übersichtlich", sagt sie. Das ist der 33-Jährigen wichtig, denn als DJane hat sie schon genug Party in ihrem Leben. "Wenn ich zu Hause bin, dann brauche ich es ruhig und will mich zurückziehen können."

Mit zwölf Jahren kam Joyce Muniz aus Brasilien nach Wien. Die Mentalität und Kultur war dort anders, als sie es aus São Paulo kannte, doch das war nicht ihr Problem. "Ich hatte große Schwierigkeiten mit der Sprache", sagt sie. Deshalb hat sie sich lieber mit der Musik beschäftigt. Vielleicht einer der Gründe, warum sie schon mit 16 Jahren anfing, Platten aufzulegen. Etwa beim legendären "Dub Club" im Wiener "Flex"-Club. Ihre
musikalische Sozialisation erlebte Muniz zur Hochzeit des Wiener Downtempo. Auf ihrem neuen Album "Made in Vienna" hat sie versucht, den damaligen Sound in die heutige Zeit zu übersetzen. "Diese Wiener Gemütlichkeit trifft auf Deephouse und Groove", sagt sie.

Aber natürlich kann die Brasilianerin, deren Familie noch immer in São Paulo lebt, ihre Wurzeln nicht verleugnen. "Made in Vienna" hat auch jede Menge Groove. Gerade war sie einen Monat in der alten Heimat auf Tournee. "Wenn ich dort geblieben wäre, wäre ich jetzt nicht DJane", so Muniz. Brasilien sei sehr konservativ, die Frauen würden dort meist zu Hause bleiben und Kinder bekommen. Sie habe einfach immer ihr Ding gemacht. Ihr Erfolgsgeheimnis sei einfach, sagt sie. Man müsse nur ein Ziel haben und es durchziehen. Egal ob in Wien, Brasilien oder am heutigen Freitag bei ihrer Record-Release-Party im "Chalet" in Kreuzberg.

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