Plus-Size-Model Hayley Hasselhoff

"Manchmal ist es ein Kampf"

Hayley Hasselhoff, Tochter von David Hasselhoff, ist ein erfolgreiches Plus-Size-Model. Diese Woche steht sie in Mitte vor der Kamera

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Ihr Vater David Hasselhoff hat bekanntermaßen eine ganz besondere Beziehung zu Berlin. Aber auch Hayley Has-selhoff gerät ins Schwärmen, wenn sie von Besuchen in der Kindheit und ihrem Auftritt bei der Fashion Week vor zwei Jahren spricht. Am Montag stand die 24-Jährige in den Delight Studios an der Saarbrücker Straße vor der Kamera von Kristian Schuller. Geshootet wurde der sheego Kurvenstars-Kalender, für den sich vorab Frauen ab Konfektionsgröße 40 als Models bewerben konnten. Im Interview erzählt Hasselhoff, die selbst Größe 44 trägt und gerade eine eigene Kollektion herausgebracht hat, wie sie gelernt hat, sich in ihrem Körper wohlzufühlen und warum sie dennoch kein Vorbild sein möchte.

Was bedeutet Ihnen Berlin?

Hayley Hasselhoff: Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein. Dieses Mal ist meine Mutter mitgekommen. Bevor wir morgen nach London fliegen, haben wir noch ein bisschen Zeit. Wir werden zum Brandenburger Tor fahren, zum Checkpoint Charlie und zur East Side Gallery. Diese Orte habe ich nicht besucht, seitdem ich ein Kind war. Damals hat mein Vater mir alles gezeigt. Es ist eine besondere Stadt für unsere ganze Familie.

Was wollten Sie als Kind werden?

Seitdem ich mich erinnern kann, wollte ich Schauspielerin werden, später Designerin. Ich habe dann tatsächlich eine Weile in der Serie "Huge" mitgespielt. Das Modeln kam überraschend in mein Leben. Das war die Idee des Agenten meines Vaters. Schauspielerei ist mir immer noch wichtig. In gewisser Weise ist Modeln ja auch Schauspielerei.

Stört es Sie, dass Sie als Plus-Size-Model, nicht einfach als Model bezeichnet werden?

Für mich ist das ein Begriff aus der Modeindustrie, keine Kategorie, der ich mich selber zuordnen würde. Aber ich habe auch kein Problem damit. Meinen ersten Modeljob hatte ich im Alter von 14 Jahren. Die anderen Models waren ebenfalls kurvig, und mir wurde zum ersten Mal bewusst, wie schön das aussehen kann. Vorausgesetzt, man ist gesund und gibt auf sich acht. Das hat mir die Augen geöffnet. Als ich angefangen habe, haben viele Leute nicht verstanden, wie jemand mit meinen Maßen ein Model sein kann, das hat sich geändert.

Haben Sie sich in Ihrem Körper schon immer wohlgefühlt?

Natürlich habe ich auch schlechte Tage. Manchmal ist es ein Kampf, das kann ich nicht bestreiten. Trotzdem fühle ich mich sehr verbunden mit mir selbst. Ich weiß, wer ich bin. Wenn ich ein schönes Outfit anhabe, kann ich mich selbst austricksen. Mode hilft mir, mich gut in meinem Körper zu fühlen.

Haben Ihre Eltern Ihnen beigebracht, sich selbst zu akzeptieren?

Ich wurde in meiner Familie immer so akzeptiert, wie ich bin. Ich glaube, das ist sehr wichtig. In meiner Familie sind alle sehr gesundheitsbewusst. Das gilt auch für mich, obwohl ich die kurvigste von bin. Als Kind habe ich mich natürlich gefragt, warum ich anders bin als meine Eltern und meine Schwester. Aber ich habe einfach nur ein bisschen mehr Hüfte.

Sind Ihre Eltern stolz auf Sie?

Sehr sogar. Mein Vater hat mich vor zwei Tagen angerufen, als ich in Liverpool meine Kollektion vorgestellt habe. Er war sehr berührt und sagte: Du hast es geschafft. Er weiß ja, dass ich Designerin werden wollte, seit ich klein war.

Möchten Sie ein Vorbild für andere junge Mädchen sein?

Ich finde das Wort "Vorbild" schwierig. Ich möchte nicht, dass andere sich meinen Weg ansehen und denken: Ich möchte so sein wie sie. Vielleicht kann ich eine Inspiration für Mädchen sein, ihren eigenen Weg zu finden und sie selbst zu sein.

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.