Setbesuch

Wie Hanni und Nanni im neuen Kinofilm baden gehen

Eine Neuverfilmung von „Hanni & Nanni“ soll den Klassiker frisch und modern auf die Leinwand bringen. Ein Setbesuch.

Sascha Vollmer, Laila Meinecke, Rosa Meinecke und Alec Völkel (v.l.) am Set von „Hanni & Nanni“

Sascha Vollmer, Laila Meinecke, Rosa Meinecke und Alec Völkel (v.l.) am Set von „Hanni & Nanni“

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Zierliche Mädchen im Badeanzug tanzen wild am Beckenrand, posen für die Kamera, rappen im Wasser den Text „Alle für eine und eine für alle“. Die Kamera zeigt sie von oben, unten, zoomt und fliegt in die Ferne. Was wie ein Musikvideo für Kinder wirkt, ist eine der Szenen des neuen „Hanni & Nanni“-Films, die am Dienstagnachmittag in den Hansa-Tonstudios am Potsdamer Platz präsentiert wurden.

Drei Jahre nach „Hanni & Nanni 3“ wollen die Macher des aktuellen Films einen Relaunch des beliebten Kinderbuchstoffes auf die Leinwand bringen. Er solle „frisch“ und ein „Neustart“ sein, sagen die Produzenten Sebastian Werninger und Hermann Florin. Da die Hauptdarstellerinnen der vergangenen Filme, Sophia und Jana Münster, mittlerweile 18 Jahre und damit zu alt für Streiche im Internat sind, wurde ein neues Zwillingspärchen gecastet: Laila und Rosa Meinecke aus Halle. Als junge, weibliche Regisseurin, die näher an der Hauptzielgruppe ist, haben sich die Produzenten Isabell Šuba ins Team geholt, die nach „Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste“ bei ihrem zweiten Spielfilm Regie führen wird.

Mit Cowboystiefeln und Gitarre ans Set

Die Geschichte des Films beginnt wieder ganz am Anfang. Hanni und Nanni werden von ihrer Mutter (Jessica Schwarz) in das Internat Lindenhof geschickt. Mutter Susanne ist beruflich unterwegs und Vater Charlie (Sascha Vollmer) zu chaotisch, um auf die Elfjährigen aufzupassen. Den beiden Mädchen gefällt es gar nicht, Berlin verlassen zu müssen. Für den The-BossHoss-Musiker Sascha Vollmer war es die erste Erfahrung als Schauspieler vor der Kamera.

Eine große Typveränderung musste der 44-Jährige für seine Rolle jedoch nicht vollziehen – er spielt einen Musiker. Auch Bandkollege Alec Völkel ist in „Hanni & Nanni“ zu sehen. In der Szene, die am Dienstag in den Tonstudios gedreht wurde, sitzt er in T-Shirt, Jeans und Cowboystiefeln auf einem Barhocker und singt – und zwar nicht gewohnt auf Englisch, sondern auf Deutsch. Den Song haben die beiden als Beitrag zum Film geschrieben. „Glücklicherweise spielen wir keine Staatsanwälte, sondern mehr oder weniger uns selbst, deshalb mussten wir auch keinen Schauspielunterricht nehmen“, sagt Sascha Vollmer, der selbst zwei Kinder hat. Geübt hätten sie vor den Dreharbeiten trotzdem. Im Hinterzimmer eines Neuköllner Cafés habe er zusammen mit Jessica Schwarz und Isabell Šuba die Szenen geprobt.

Nicht nur die Musiker sind von ihrem neuen Job begeistert, auch Laila und Rosa Meinecke freuen sich darüber, mit den Sängern zu drehen. Die Musik der beiden fänden sie „voll cool“, erzählen die Zwillinge. Mit Alec könnten sie „super Faxen machen“. Selbst im Internat zu leben, sei jedoch nichts für sie, sie würden lieber zu Hause schlafen. Die Schauspielerei hingegen finden die Mädchen spannend. „Es macht ganz viel Spaß zu schauspielen“, sind sich beide einig. Einer Schauspielkarriere steht zumindest Laila aber kritisch gegenüber. „Eigentlich möchte ich Chirurgin werden“, sagt sie.