Friedrichshain

„Spindler & Klatt“-Betreiber plant Boutique-Hotel

Jesko Klatt gehört das „Spindler & Klatt“ und das „The Grand“. Jetzt plant er ein Hotel in Friedrichshain.

Die Macher des „Chrome Cottage“: Investor Phil Toft, Hoteldirektor Mirko May und Inhaber Jesko Klatt(v. l.)

Die Macher des „Chrome Cottage“: Investor Phil Toft, Hoteldirektor Mirko May und Inhaber Jesko Klatt(v. l.)

Foto: Sergej Glanze

Jesko Klatt steht barfuß in einem kargen Raum und gestikuliert wild mit den Händen. „Hier kommt die Bar hin. Ein mattschwarzer Block, alles offen“, sagt er. Dazu komme noch ein Boden aus Eisenholz, italienische Fliesen und ein Lichtkonzept mit minimalistischen Spots auf den Tischen. „The Raw – Bar & Grill“ soll das Ganze einmal heißen.

Doch bisher ist davon an der Simon-Dach-Straße 46 noch nicht viel zu sehen. Bereits Mitte Juli sollte das „Chrome Cottage“ eröffnen. Ein Boutique-Hotel mit 19 Zimmern, Grill und Coffee-Shop. Doch die Bauarbeiten verzögern sich. „Alles noch ein bisschen raw hier gerade“, sagt Jesko Klatt und lacht. Derzeit rechnet er mit einem Termin Ende August, Anfang September.

Der Berliner Gastronom und Unternehmer lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. 2006 eröffnete Klatt, der, wie er selbst sagt, „eigentlich gar nichts gelernt hat“, das Club-Restaurant „Spindler & Klatt“ an der Köpenicker Straße, im Jahr 2012 kam das „The Grand“ an der Hirtenstraße unweit des Alexanderplatzes hinzu. Beide Läden laufen so gut und eigenständig, dass Klatt sich nun einem weiteren Projekt widmen möchte. „In meinem ersten Laden habe ich anfangs jeden Abend selbst an der Bar gestanden“, sagt Klatt. „Heute habe ich für das tägliche Geschäft sehr gutes Personal.“ Das sei auf der einen Seite ein großer Luxus, auf der anderen Seite sei ihm das vergangene halbe Jahr schon fast ein bisschen zu ruhig gewesen. 2016 will er nun wieder durchstarten.

Pläne für die Zukunft des Partykiezes Friedrichshain

„Ich wollte schon immer ein Hotel machen“, sagt Klatt. Dass das „Chrome Cottage“ dabei schon sein zweiter Versuch ist, sagt er nicht. Mit seinem Gespür hatte der 47-Jährige bei seiner Beteiligung am Hotel „Monbijou“ am Hackeschen Markt daneben gelegen. 2013 beendete er die Zusammenarbeit nach Differenzen mit seinem Geschäftspartner bereits nach wenigen Monaten.

Dieses Mal hat sich Klatt mit den beiden Immobilien-Investoren Phil Toft und Julian Kunz zusammengetan. „Das erste, was ich gemacht habe, war, mit den Jungs einen Vertrag zu unterzeichnen“, so Klatt. „Handschlagdeals gibt es bei mir nicht mehr.“

Die Vision der drei Macher: Ein familiäres Hotel, persönlich und authentisch, in dem der Gast das Gefühl hat, er sei bei seiner Ankunft schon direkt im Kiez zu Hause. „Wir wollen näher dran sein an der Stadt als die großen Häuser“, sagt Klatt. „Unser Concierge sagt Ihnen, wie Sie ins ,Berghain‘ oder an Backstagetickets bei Nena kommen.“ Beim Personal setzt das Trio auf Kenner der Materie. Hoteldirektor Mirko May leitete als Barmanager die „Vox Bar“ im Fünf-Sterne-Hotel „Grand Hyatt Berlin“ am Potsdamer Platz. Für „The Raw – Bar & Grill“ konnten sie den New Yorker Küchenchef Peter Romero gewinnen, der bereits für den Drei-Sterne-Koch Adam Sanchez im „The French Laundry“ in San Francisco gearbeitet hat. Sterneambitionen habe man mit dem Haus in Friedrichshain aber nicht, betont Klatt. Man wolle zwar hochwertig, aber dabei möglichst entspannt sein. Im hauseigenen „Mint Coffee-Shop“ und im „The Raw“, die beide auch für externe Gäste geöffnet sind, wird das Frühstück mit lokalen Produkten, Power Food und veganen Angeboten nur à la carte serviert. Abends sind High-End-Varianten amerikanischer Klassiker wie Burger, Steak, Pulled Pork im Angebot. Mehr Qualitätsgastronomie, weniger Spätis, Döner- und Pizzaläden. Klatt sieht in diesem Konzept die Zukunft des Friedrichshainer Partykiezes.