Limp-Bizkit-Bassist

Wie ein Berliner Bassist zu Limp Bizkit kommt

Der Berliner Musiker Samuel G. Mpungu ist der Tourbassist von Limp Bizkit. Die Zusage bekam der 23-Jährige an einem ungewöhnlichen Ort.

Limp-Bizkit-Bassist Samuel G. Mpungu

Limp-Bizkit-Bassist Samuel G. Mpungu

Foto: Massimo Rodari

Wer dem Berliner Samuel G. Mpungu auf Instagram folgt, bereist derzeit die Welt. Ein Foto zeigt einen All-Area-Pass von Limp Bizkit, ein anderes den Musiker im Rampenlicht auf der Bühne neben Leadsänger Fred Durst. „Du hast es geschafft, Alta“, schreibt ein Follower zu den Bilder aus Santiago de Chile, Buenos Aires und São Paulo. Schließlich war der 23-Jährige gerade auf Südamerika-Tournee mit der bekannten Nu-Metal-Band.

Doch wie schafft es ein Deutscher mit gerade mal Anfang 20 zu einer US-amerikanischen Band mit 50 Millionen verkauften Alben? „Ich hatte Glück“, sagt Samuel G. Mpungu beim Gespräch im Café „Mein Haus am See“ an der Torstraße. Der 1,90 Meter große Bassist lümmelt auf dem Sofa. Er trägt Basecap, darüber die schwarze Kapuze seines Pullis und dazu ein breites Grinsen im Gesicht. Im August des letzten Jahres ruft ihn ein Bekannter an, erzählt er. Der Bassist von Limp Bizkit habe schwere Rückenprobleme und könne vielleicht die Deutschlandshow nicht spielen. Ein Ersatz müsse her. „Er fragte mich, ob ich die nächsten zwei Wochen schon etwas vorhätte“, sagt Samuel G. Mpungu. Hat er nicht. Zum Glück.

Nachdem er aufgelegt hat, fängt er sofort an zu üben. „Glücklicherweise wurde das letzte Livekonzert mitgeschnitten und ich habe es mir online angeschaut“, sagt er. Er übt die ganze Nacht und vormittags bis zur Mittagszeit. „Eine Stunde vor Abflug kam die SMS mit der Buchungsnummer – da war ich gerade Döner essen“, so Mpungu. Er packt seinen Bass, springt mit seinen letzten 15 Euro ins Taxi und fährt zum Flughafen. Am Abend spielt er vor 5000 Menschen in Frankfurt am Main.

"Mit denen bin ich aufgewachsen"

„Es hat gleich zwischen uns musikalisch gefunkt und man war sich sympathisch“, sagt er. Auf die Frage, wie es ist, mit Limp Bizkit auf der Bühne zu stehen, schießt es aus ihm heraus: „Voll krass. Mit denen bin ich aufgewachsen, das war meine Musik.“ Doch von übertriebener Ehrfurcht gegenüber seinen Helden ist dem Profimusiker nichts anzumerken. „Für andere klingt das bestimmt abgefahren, aber wenn man mit den Jungs auf Tour ist, ist es immer sehr entspannt und kumpelhaft“, sagt er.

Dass er bei der Show noch einige Fehler macht, nimmt er gelassen. „Es ging ja schließlich darum, dass das Konzert stattfinden konnte“, sagt er. Danach geht es ab in den Tourbus. „Die hatten mir zum Glück Zahnbürste und Ersatzklamotten besorgt, ich hatte ja nichts dabei“, sagt er lachend. Danach ist er zwei Wochen auf Tournee in Holland, Belgien, England und Deutschland. Weitere Tourneen durch Russland und im vergangene Mai durch Südamerika folgen.

Die Position als Schlagzeuger war schon vergeben

Limp Bizkit ist die größte Band, mit der Samuel G. Mpungu bisher gespielt hat. Der gebürtige Heidelberger, der seit vier Jahren in Berlin wohnt, wollte eigentlich Schlagzeuger werden. „Doch die Position war in der Schulband schon vergeben“, sagt er. Also Bassist. Und weil Bassisten immer händeringend gesucht werden, spielt er schnell in immer mehr Bands. Sofort nach seinem Abitur geht er mit dem Berliner Soulsänger Mic Donet auf Tournee. „Mic Donet war eine sehr wichtige Schlüsselperson für mich – er hat mir alle aus der Branche vorgestellt“, sagt Mpungu. Danach spielt er im Studio mit Marlon Roudette und mit Larsito von Culcha Candela.

Nun will Samuel G. Mpungu seinen eigenen Weg gehen. Nachdem er beim VOX-TV-Format „Die Band“ mit Samu Haber teilgenommen hat, gründet er Anfang 2016 seine eigene Band Barna Sky mit seinen Kollegen Tobias Hille und Julian Fyster aus der Fernsehshow. Mpungu ist jedoch wichtig, dass das nichts miteinander zu tun hat. „Der eigentliche Gewinn sind für mich die Freundschaften, die daraus entstanden sind“, sagt er. Doch auch der Bandname ist von der Zeit im Fernsehen geprägt. „Barna“ ist der Spitzname von Barcelona, wo das Format gedreht wurde und „Sky“, „weil wir so viel unglaubliche Nächte hatten, in denen wir zusammen am Strand Musik gemacht haben“, erklärt der Leadsänger und Bassist.

Zum Schluss muss er noch sein ungewöhnlichen Namen erklären. Der Nachname Mpungu kommt von seinem Vater, der aus Uganda stammt und bedeutet „Adler oder Gott“, erklärt er. Und wofür steht das G. in der Mitte von Samuel G. Mpungu? Nun wird der Musiker etwas rot. „Gerhard“, sagt er leise. Er hat eben eine Deutsche und eine Afrikanische Seite.

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