Kulturbrauerei

Sarah Kuttners „Mängelexemplar“ feiert Premiere in Berlin

Sarah Kuttners Buch „Mängelexemplar“ kommt ins Kino. In Berlin feierten Autorin und Stars am Montag die Premiere.

Barbara Schöne, Katja Riemann, Claudia Eisinger, Laura Lackmann und Laura Tonke bei der Premiere von „Mängelexemplar“ in Berlin.

Barbara Schöne, Katja Riemann, Claudia Eisinger, Laura Lackmann und Laura Tonke bei der Premiere von „Mängelexemplar“ in Berlin.

Foto: dpa Picture-Alliance / Ralf Succo / picture alliance / Ralf Succo /

Sarah Kuttner kam wie angekündigt in einem jogginganzugähnlichen Jump­suit. „Heute Abend ‚Mängelexemplar – der Film‘-Premiere. Es ist der Thematik gegenüber nur respektvoll, wenn ich in Jogginghose komme“, hatte die Autorin der Romanvorlage bereits am Montagnachmittag via Twitter angekündigt. Die Thematik, das sind in „Mängelexemplar“ die Depressionen und Angstzustände, die die Hauptfigur Karo erlebt, nachdem sie erst ihren Job und dann ihre Beziehung verloren hat. Trotzdem ist das Langfilm­debüt von Newcomer-Regisseurin Laura Lackmann, das am Montagabend seine Premiere im Kino in der Kulturbrauerei feierte, kein Drama, sondern eine Tragikomödie geworden. Denn auch Sarah Kuttner findet in ihrem Buch ungewöhnliche Worte, um sich der Erkrankung zu nähern. „Eine Depression ist ein fucking Event“, sagt der neue Therapeut zu Karo, während er selbstgefällig schaut und an seiner Bionade nippt.

„Ich wollte, dass der Film trotz seines Themas nicht abschreckend wirkt, sondern für jeden zugänglich ist“, sagte Laura Lackmann über ihr Werk. „Ich finde es schön, dass im Film nicht nur das Krankheitsbild gezeigt wird, sondern dass es auch Spaß macht, dabei zuzugucken“, fand auch Christoph Letkowski, der im Film eine Nebenrolle spielt. Die Hauptrolle hat die Berlinerin Claudia Eisinger übernommen. Als Karos Mutter und Großmutter sind Katja Riemann und Barbara Schöne zu sehen. Riemann spielt im Film die Mutter: „Mich hat die Mutter-Tochter-Beziehung fasziniert“, sagte die Schauspielerin auf dem roten Teppich beruhigt. Kuttner selbst hatte ihr Werk vertrauensvoll in die Hände der Regisseurin gegeben. „Mir wurde eine Mitarbeit mehrfach angeboten, aber ich habe lieber verzichtet“, so die Moderatorin und Autorin. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, habe aber auch das Gefühl, dass das Ganze gar nichts mit mir zu tun hat.“ Manchmal wundere sie sich, dass ihr Name noch über dem Film stehe.

Andersherum hatte sich aber auch Maren Kroymann, die im Film die Rolle der Therapeutin spielt, zur Vorbereitung nur auf das Drehbuch konzentriert. „Ich habe das Buch aber schon käuflich erworben und mehrfach angefasst. Dass es unberührt ist, kann man nicht sagen“, so die Schauspielerin.