Nachgefragt bei

Vice Ebert

Alexandra Kilian ruft an. Heute Physiker und Kabarettist Vince Eber

Moderator und Comedian Vince Ebert

Moderator und Comedian Vince Ebert

Foto: dpa Picture-Alliance / Foto Unger / picture alliance / dpa

Alexandra Kilian ruft an. Heute: Physiker Vince Ebert („Unberechenbar – Warum das Leben zu komplex ist, um es perfekt zu planen“).

Wo sind Sie gerade?

In Frankfurt, bei mir zu Hause im Home Office. Ich setze mich quasi ungeduscht an meinen Schreibtisch.

Dann erübrigt sich die Frage nach Shirt oder Krawatte.

Genau. Krawatte gibt’s nur auf der Bühne. Da muss ich schick sein, um das Klischee des nerdigen Physikers zu brechen. In der Physik nennt man das einen Messfehler.

Sie bezeichnen sich selbst als Messfehler?

Ja, ich bewege mich ein wenig zwischen den Welten. Meinen Humor darf man als verschroben bezeichnen, gut angezogen bin ich dennoch.

Morgen treten Sie in Berlin auf. Ist das Publikum in der Hauptstadt ein besonderes?

Jedes Publikum ist berechenbar. Im Dorf kommt die ganze Truppe, in der Großstadt eher Einzelpaare.

Angst, dass hier keiner lacht?

Nein, nein. Das Programm ist drei Jahre alt – da sind alle Gags gut getestet.

In Ihrem neuen Buch behaupten Sie, 1+1 seien nicht gleich 2. Steile These, so als Naturwissenschaftler.

Nun, wenn ich zum Beispiel über Kreativität nachdenke, kann man durchaus behaupten, dass mehr entsteht, wenn man zwei Dinge kombiniert.

Sie haben Ihr komödiantisches Talent bei einer Power Point Präsentation entdeckt?

Ich war tatsächlich mal Unternehmensberater. Als Physiker verstehen sie davon genau so wenig wie ein BWLer, dafür in der Hälfte der Zeit. Damals fanden die meine Ironie in Präsentationen überhaupt nicht lustig. Inzwischen werde ich von den gleichen Leuten dafür gebucht, quasi als Hofnarr.

Was ist Ihr größtes Glück?

Einen Beruf zu haben, den man nicht als solchen empfindet.

Drei Adjektive, die Berlin beschreiben?

Arm, sexy und trotzdem geil.

Savigny- oder Potsdamer Platz?

Ich bin ein konservativer Typ, ich fühle mich im alten Westen wohler. Das empfinden meine Frau und ich als entspannter.

Und was machen Sie jetzt?

Ich habe ein Vorgespräch mit dem Geschäftsführer der Mitgliederversammlung des Arbeitgeberverbandes Lippe, wo ich einen Vortrag halte. Sie sehen, mein Leben ist total flippig.