Lions Benefizgala

Warum sich Moderatorin Kim Fisher ehrenamtlich engagiert

Kim Fisher moderiert die 21. Lions Benefizgala. Sie selbst engagiert sie sich in ihrer Nachbarschaft.

Kim Fischer ist die diesjährige Gastgeberin der Lions Benefizgala

Kim Fischer ist die diesjährige Gastgeberin der Lions Benefizgala

Foto: Juergen Joost

Zum 21. Mal findet am 5. April die Lions Benefizgala in der Deutschen Oper statt. Unterstützt von „Berliner helfen e.V.“, dem Verein der Berliner Morgenpost, werden dort Spenden für Projekte für Kinder und Jugendliche in Berlin und Brandenburg gesammelt. Durch den Abend führt die Berliner Sängerin und Moderatorin Kim Fisher. Ein Gespräch über soziales Engagement und ihre eigene Kindheit.

Berliner Morgenpost: Das Motto der Lions Benefizgala lautet dieses Mal „Von Frank Sinatra bis Hildegard Knef“. Können Sie sich damit identifizieren?

Kim Fisher: Mit Hilde kann ich mich auf jeden Fall identifizieren. Erst vor Kurzem wurde ein Album rausgebracht, auf dem unter anderen die Fantastischen Vier und Cosma Shiva Hagen Songs von ihr neu interpretiert haben. Da ist mir erst klar geworden, was für eine großartige Autorin und Texterin sie war. Ich durfte tatsächlich einmal mit ihr auftreten, allerdings war mir da gar nicht bewusst, wie bedeutungsvoll der Moment eigentlich war.

Der Erlös der Gala geht unter anderem an ein Musiktheaterprojekt, bei dem Jugendliche und Geflüchtete ihren eigenen Staat entwerfen sollen. Werden Sie sich das Projekt in Berlin anschauen?

Das kann ich mich sehr gut vorstellen. Ich finde, das ist eine warme, sinnvolle Idee. Eigentlich kann ich mir das nicht nur vorstellen, das wird so sein.

Engagieren Sie sich privat auch für soziale Projekte?

Ich engagiere mich in der Nachbarschaftshilfe. Man sollte auch rechts und links gucken und bereit sein, einen Schritt vor und hinter sich zu machen. So trifft man auf Interessantes und Erschreckendes zugleich. Jedes Mal bin ich überrascht, wie schnell und einfach man helfen kann. Sei es füreinander einkaufen, auf das Kind aufpassen oder einfach Kontakte knüpfen.

Was haben Kinder- und Jugendprojekte für Sie persönlich für eine Bedeutung?

Vor über 20 Jahren habe ich ein Portrait über die Chefin von Plan International gedreht. Seitdem habe ich Patenkinder bei Plan. Kinder verstellen sich nicht. Sie sind einfach so, wie sie sind. Ich finde es schön, wenn jeder etwas dazu beiträgt, diese unverstellten Persönlichkeiten zu unterstützen.

Sie sind in Tempelhof geboren, wo leben Sie zur Zeit in Berlin?

Momentan lebe ich in Charlottenburg und das auch schon ganz lange. Konkret über 20 Jahre. Tempelhof war der Beginn, dann ging es alle drei Jahre mit meinen Eltern von Mariendorf nach Lichtenrade, quer durch Berlin.

Während Ihrer Schulzeit sind Sie zwei Mal sitzen geblieben. Können Sie sich erklären, wie es dazu kam?

Es gibt durchaus Punkte in meiner Karriere, die ich als rühmlicher empfinde (lacht). Ich bin mal an der Hüfte operiert worden und die Verheilung hat sehr lange gedauert, das vielleicht zu meiner Ehrenrettung. Eigentlich war ich immer super fleißig, bis dann irgendwann die Pubertät kam. Und naja, dann habe ich eben nicht mehr so viel gelernt, und dafür gab es dann die Rechnung. Ich habe wahrscheinlich einfach die Menschen studiert.

War Ihnen schon in der Schulzeit klar, dass Sie Entertainerin werden möchten?

Nach der Schule habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kindertagesstätte absolviert. Das hat mich in meinem Wunsch, Lehrerin zu werden, bestärkt. Meine Lehrer haben während meiner durchaus langwierigen Schullaufbahn einiges richtig gemacht. Also habe ich Germanistik und Pädagogik studiert, bis dann die Idee mit dem Volontariat bei TV Berlin kam.

Haben Sie manchmal noch den Wunsch, als Lehrerin zu arbeiten?

Ich wollte irgendwie immer Leute unterhalten, aber mit Substanz. Ich finde es spannend, Beiträge zu machen, raus zu gehen und zu drehen. Aber der Wunsch als Lehrerin zu arbeiten hat mich nie ganz los gelassen, deswegen mache ich jetzt noch regelmäßige Lesungen an Schulen.

Sie sind auch Sängerin. Haben Ihre Eltern Sie schon als Kind musikalisch gefördert?

Wie viele Kinder habe auch ich mit der Haarbürste dagestanden und war felsenfest davon überzeugt, dass ich gerade Abba bin. Und auf der Couch saßen meine imaginären Lehrer, da habe ich alles gegeben. Wirklich Gesangsunterricht hatte ich aber eigentlich nicht, insgesamt vielleicht fünf Unterrichtsstunden. Neben dem Studium habe ich mich bei einer Band beworben, und dann ging alles ganz schnell.

Kann man in nächster Zeit mit einem neuen Album von Ihnen rechnen?

Wir haben gerade darüber nachgedacht, noch mal ein Album zu produzieren. In „Kims Club“ haben wir Musiker wie The BossHoss, Jan Josef Liefers und Barbara Schöneberger und spielen live mit den Fisher Friends. Eigentlich ist es schade, so was nicht aufzunehmen.