Tarantino-Film

"The Hateful 8" feiert Premiere im Zoo Palast

Regisseur Quentin Tarantino zeigt in Berlin seinen Film „The Hateful 8“. Auf dem roten Teppich ist auch Kurt Russell zu sehen.

Am Dienstagabend präsentierte Kultregisseur Quentin Tarantino seinen neuen Film „The Hateful Eight“ im Zoo Palast an der Hardenbergstraße. Zur Pressekonferenz am Morgen im Hotel „The Ritz-Carlton“ am Potsdamer Platz, wo der 52-Jährige auch übernachten wollte, gab es eine große Überraschung. Neben zwei seiner Hauptdarsteller, Kurt Russel und Jennifer Jason Leigh, mischte sich auch deutsche Prominenz unter die Journalisten. So saß Fußballbundestrainer Joachim Löw in der letzten Reihe, machte Fotos mit seinem Handy und hörte gespannt zu, was der US-Regisseur über seinen neuen Film zu erzählen hatte. Kurz vor Ende verschwand der 55-Jährige von der Veranstaltung, ohne selbst Fragen zu beantworten.


Zur Premiere am Abend war Löw nicht erschienen, dafür Moderatorin Sandra Maischberger, Filmemacher Tom Tykwer und Jürgen Trittin. „Seine Filme sind sehr politisch“, fand der frühere Bundesumweltminister. Er stelle stets die Frage, wie sehr Brutalität unser Leben bestimmt, so der Grünen-Politiker. Leander Haußmann kam bei Tarantino ins Schwärmen. „Ich bewundere seine Chuzpe, seine Intelligenz und seine scheinbare Unabhängigkeit von der Industrie“, sagte der deutsche Regisseur. Er habe Tarantino bereits kennengelernt. „Er ist ein trinkfester Kollege“, so Haußmann.

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Nach „Django Unchained“ aus dem Jahr 2012 ist auch „The Hateful Eight“ ein blutiger Western. Die Handlung ist rasch erzählt: Durch einen Schneesturm werden acht Fremde (prominent besetzt mit Samuel L. Jackson und Tim Roth) in einer Blockhütte eingesperrt. Was anfangs ein zufälliges Aufeinandertreffen ist, wird schnell zur Abrechnung und bringt den Hass zutage, den jeder der acht mit sich trägt.


„Es ist fantastisch mit ihm zu drehen“, sagte Jennifer Jason Leigh, die für ihre Rolle für einen Oscar nominiert ist. „Tarantino ist enthusiastisch, aber auch fokussiert“. Handys wären etwa am Set verboten gewesen. Die Schauspielerin zeigte sich von Berlin begeistert. „Ich war das letzte Mal mit neun Jahren hier.“ Kollege Kurt Russel kam Montagabend bereits an. „Ich hatte zwar Jetlag, bin aber etwas durch die Straßen gelaufen und habe noch einen Drink genommen“, sagte er. Außerdem verriet er, dass sein üppiger Bart im Film echt war. „Ich habe viereinhalb Monate gebraucht, um ihn wachsen zu lassen.“ Quentin Tarantino war ebenfalls glücklich wieder in seiner deutschen Lieblingsstadt zu sein. „Es ist fantastisch hier“, sagte er und wünschte allen Zuschauern, „dass sie eine gute Zeit im Kino haben.“