Interview

Ice Cube und Kevin Hart schwärmen von "Mustafas Döner"

Ice Cube und Kevin Hart waren auf Promo-Tour in Berlin unterwegs. Besonderen Eindruck hinterließ eine Hauptstadt-Spezialität.

Ice Cube am Dönerspieß bei "Mustafas" in Kreuzberg

Ice Cube am Dönerspieß bei "Mustafas" in Kreuzberg

Foto: BrauerPhotos © O.Walterscheid

2014 gelang Rapper Ice Cube und Comedian Kevin Hart mit „Ride Along“ ein Überraschungserfolg an den Kinokassen – obwohl die Kritiker dem Film keine besonders hohe Qualität bescheinigt hatten. Seit vergangener Woche ist in Deutschland die Fortsetzung „Ride Along – Next Level Miami“ zu sehen. Zum Start besuchten die beiden Berlin und erzählten, was sie in der Stadt erlebt haben und was bei Stunts mit Hühnern alles schief gehen kann.

Berliner Morgenpost: Wie hat Ihnen Ihre Sightseeingtour durch Berlin gefallen?

Ice Cube: Es war toll. Wir haben uns mit vielen Menschen unterhalten. Das war wirklich nett. Nur das kleine Auto war ein bisschen schäbig. Wie hieß das?

Trabi?

Ice Cube: Trabi, richtig.


Kevin Hart: Wir haben eine tolle kleine Sightseeingtour gemacht. Mein Highlight war „Mustafas“ in Kreuzberg. Niemals zuvor habe ich so etwas gekostet. Das waren bei weitem der beste Falafel-Döner, den ich je gegessen habe. Keine Ahnung, was da alles drauf war. Aber davon brauche ich irgendwann noch mal einen. Ich würde am liebsten bei „Mustafas“ einsteigen und diese Döner in die USA bringen.


Ice Cube: Ja, „Cubes and Kevins Kebap“!

Wie war Ihr Eindruck von den Berlinern?

Kevin Hart: Es ist für die Menschen offenbar eine große Sache, wenn Schauspieler hierher kommen. Da waren locker 75 Leute versammelt. Und ich muss sagen: Es war kalt. Zu Hause kriegen mich nicht mal meine Kinder aus dem Haus, wenn es so kalt ist. Und diese Leute haben da schon eine Weile gestanden, mit Bildern in der Hand, die wir unterschreiben sollten. Die Ausdauer wissen wir wirklich zu schätzen.


Ice Cube: Auf jeden Fall. Ich fand die Kälte gar nicht so schlimm. Das ist besser als das heiße Miami. Ich komme gerne an kalte Orte. Wir leben beide in Los Angeles, und da gibt es keinen Schnee. Wenn es schneit, werde ich zum Kind.


Kevin Hart: Viele Schauspieler fahren zu einem Promo-Termin und sind dann ganz schnell wieder weg. Ich finde, man sollte, so viel es geht, auch die Bewohner der Stadt treffen, das Umfeld und die Kultur umarmen, auf die man trifft – Hände schütteln, Fotos machen. Wir halten das in Übersee genauso wie zu Hause. Oft gibt es eine riesige Entfernung zwischen den Schauspielern und den Fans, das ist schade.


Ice Cube: Ich habe bei den Deutschen allgemein das Gefühl, sie haben eine harte Schale und einen weichen Kern. Sie benehmen sich zunächst recht formell, aber eigentlich steckt ein wildes Tier in ihnen. Wie eine leidenschaftliche Person, die nur darauf wartet, ihr wahres Ich zu zeigen. Da gibt es garantiert einen Kontrast zwischen öffentlichem und privatem Leben.

Jada Pinkett Smith und Spike Lee boykottieren die Oscars, weil wieder kein schwarzer Künstler nominiert ist. Ihre Meinung?

Ice Cube: Für einen Boykott muss es einem etwas ausmachen. Und mir ist es wirklich egal. Ich bin die letzten beiden Jahre nicht bei den Oscars gewesen. Ich mache mir über das Thema überhaupt keine Sorgen. Gerade in der Filmindus­trie sind viele Menschen sehr eigensinnig. Wir machen aber keine Filme für die Filmindustrie, sondern für die Öffentlichkeit. Und die hat uns schon auf so viele Arten belohnt.


Kevin Hart: Ich habe das Gefühl, die Sache wird viel größer gemacht als sie eigentlich ist. Das Hashtag #OscarSoWhite klingt so mächtig. Wenn du in dem Beruf arbeitest, weil du auf einen Oscar aus bist, dann ist das deine persönliche Reise. Aber als Entertainer, so verstehe ich das, arbeiten wir für die Zuschauer. Und wenn es denen nicht gefällt, musst du deine Sache eben überdenken. „Straight Outta Compton“ ist nicht als „Bester Film“ nominiert? Wen kümmert’s? Es ist ein Film, der international alle Erwartungen gesprengt hat. Und das alleine zählt.

Nach welchen Kriterien suchen Sie sich Ihre Filmprojekte aus?

Kevin Hart: Es ist in erster Linie ein Geschäft. Schließlich gibt man eine Menge Geld aus. Klar entscheide ich auch danach, ob die Ausgaben und die erwarteten Einnahmen übereinstimmen. Aber als Comedian weiß ich, dass die Menschen da draußen ganz sicher lachen wollen, egal, welche Herkunft, Nationalität oder Religion sie haben. Das Genre, in dem wir uns mit „Ride Along“ bewegen, ist sehr erprobt. Es gibt schon so viele Buddy-Cop-Filme. Wir haben einen für unser Generation gemacht.


Ice Cube: Wenn man beim Drehbuchlesen laut lachen muss, ist das schon mal ein gutes Zeichen. Wenn dann noch Leute wie Kevin und ich reinpassen, ist das eine gute Grundlage.

Haben Sie Ihre Stunts selbst gemacht?

Ice Cube: Zum Teil. In einer Szene hänge ich an der Tür eines fahrenden Autos, das war ein wilder Ritt. Aber ich war gut geschützt. Kevin hat ein Huhn umgebracht, als er in einem Hühnerstall gelandet ist (lacht).


Kevin Hart: Ich habe es nicht umgebracht. Ich habe es nur verletzt. Es hat danach gehumpelt. Eine schwere Situation für alle (lacht). Ich hätte es gerne gebraten und gegessen, aber wir haben niemanden gefunden, der es rupfen wollte. Natürlich hatten wir für die schwierigen Stunts Leute, die das für uns machen. Aber ich finde es immer gut, wenn es auch für die Schauspieler ein bisschen anstrengend wird.

Auf deutschen Autobahnen gibt es teilweise kein Tempolimit. Würden Sie das gerne mal ausprobieren?

Ice Cube: Das ist der Grund, warum Mercedes-Benz so extrem cool ist. Ich fände es super, mal auf der Autobahn zu fahren.