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„Er heißt Jack Great Prince Oscar“

Anna Maria Kaufmann bekommt Zuwachs. Ein Gespräch über Weihnachten, die Musik und Berlin

Anna Maria Kaufmann bringt zur Weihnachtszeit ein passendes Weihnachtsalbum heraus: „Christmas with love“, auf dem sie unter anderem mit Nigel Kennedy musiziert. Am Donnerstag singt sie in der Passionskirche in Kreuzberg. Ein Gespräch über die Arbeit, ihre Pläne für Weihnachten und ein neues Familienmitglied.

Berliner Morgenpost: Haben Sie ein Lieblingsweihnachtslied?

Anna Maria Kaufmann: Eigentlich gefallen mir viele Weihnachtslieder unglaublich gut. Aber eines geht mir besonders nahe: „I’ll be home for Christmas“. Deshalb ist es auch auf dem Album. Ich verbinde damit schöne weihnachtliche Kindheitserinnerungen bei meiner Familie in Kanada.

Wie oft können Sie dorthin zurückkehren?

Leider erlaubt es mein Terminkalender nicht sehr oft. Aber manchmal habe ich auch beruflich dort zu tun. Großgeworden bin ich auf dem Land in der Provinz Alberta. Als junges Mädchen kam ich auf ein französisches College nach Quebec, das war für mich wie der Schritt in die große Welt. Mit 19 kam ich dann nach Deutschland und studierte klassischen Gesang in Düsseldorf.

Sie haben längst einen deutschen Pass, werden aber immer noch als „kanadisch-deutsche“ Sopranistin bezeichnet.

Ja, die Bezeichnung ist mir auch sehr wichtig, denn mit beiden Ländern und ihren Menschen verbinde ich so vieles. Natürlich bin ich jetzt in Deutschland zu Hause. Hier arbeite ich sehr viel und wohne in München, wo auch mein Lebensgefährte lebt. Aber ich verfolge auch, was in Kanada passiert, zum Beispiel, dass der neue Premierminister Justin Trudeau so ein tolles neues Kabinett zusammengestellt hat, das zur Hälfte aus Frauen besteht.

Für „Christmas with love“ haben Sie unter anderem mit den Münchener Symphonikern, dem Kinderchor der Bayerischen Staatsoper, Nigel Kennedy, Andreas N. Tarkmann und Nicholas Dodd, der auch James-Bond-Soundtracks arrangiert hat, zusammengearbeitet.

Ja, und es ist mein erstes Weihnachtsalbum. Es ist eine tolle Mischung aus deutschen und internationalen Weihnachtsliedern geworden. In erster Linie ist es natürlich ein sehr klassisches Album. Schließlich ist es für eine Zeit gedacht, in der viel zelebriert wird. Also soll es auch entsprechend feierlich klingen. Man hätte auch ein Album mit digitaler Musik schaffen können, aber ich fand es wichtig und super, dass wir bei den Aufnahmen live gespielt und gesungen haben. Unter anderem gibt es ein Lied auf Italienisch, „Gesu Bambino“ und das „Halleluja“ von Leonard Cohen. Und auch „Süßer die Glocken nie klingen“ ist wunderbar arrangiert.

Und Otto Waalkes hat das Cover gemalt, darauf zu sehen sind Sie mit Ottifantenohrring.

Das ganze Album ist sozusagen ein Gesamtkunstwerk. Otto kann so fantastisch malen, und Elefanten stehen seit Jahrtausenden für Glück. Es ist etwas ganz Besonderes.

Wie war es mit Nigel Kennedy?

Wirklich toll, wir haben uns gut verstanden. Er hat die Musik komponiert, ich den Text geschrieben und wir haben es in London zusammen aufgenommen. Auf das Ergebnis bin ich sehr stolz. Das Lied heißt „Christmas?“. Christmas mit Fragezeichen. Denn es sind auch Tage, in denen man sich fragen sollte, ob es nur eine Zeit der Geschenke ist oder auch eine Zeit, in der man sein Herz öffnet und sieht, wie vielen Menschen es schlecht geht. Viele fragen sich bei dem Lied vielleicht auch, wie sie anderen helfen können. Das passt natürlich jetzt gerade, wo so viele Menschen Hilfe brauchen.

Wie sieht bei Ihnen Weihnachten aus? Gibt es die Geschenke typisch deutsch, also am 24. abends, oder typisch kanadisch, am 25. morgens?

Weil wir hier in Deutschland sind und mein Lebensgefährte Deutscher ist, am 24. abends. Aber es gibt Heiligabend keine Gans, sondern am 25. den klassischen Truthahn, so wie ich es aus meiner Heimat kenne. Ich koche gerne, gehe in die Kirche und liebe es, alles zu dekorieren. Aber bei uns wird dieses Jahr sowieso alles ein wenig anders.

Wieso?

Ich bin schon sehr aufgeregt und kann es gar nicht abwarten: Wir holen am 21. Dezember unseren kleinen Hund ab, einen Jack-Russell-Terrier. Er ist im Oktober zur Welt gekommen und heißt mit ganzem Namen Jack Great Prince Oscar vom Schomberger Wald. Und er wird uns sicher über Weihnachten ganz schön auf Trab halten. Ich hatte zuletzt als Kind einen Hund, und ich freue mich schon riesig auf unseren Zuwachs zu Hause.

Sie treten Donnerstag in der Passionskirche in Kreuzberg auf. Was verbinden Sie mit Berlin?

Ich habe einmal eine Zeit lang in Charlottenburg gewohnt und hätte hier auch gerne wieder eine Wohnung. Es ist so eine spannende Stadt. Und ich liebe „Clärchens Ballhaus“ und den Gendarmenmarkt. Außerdem ist das „Adlon“ das schönste Hotel für mich, auch durch die Kulisse draußen. Auf den 17. freue ich mich sehr, denn ich darf mit dem erstklassigen, schwedischen „Claes Crona Trio“ musizieren, das mich begleitet. Eine tolle Herausforderung, denn wir kreieren gemeinsam einen super Sound.

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