Eiskunstlauf-Star

Katarina Witt feiert ihren 50. Geburtstag ohne großen Trubel

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Annika Schönstädt
Katarina Witt feiert ihren 50. Geburtstag

Katarina Witt feiert ihren 50. Geburtstag

Foto: Paul Zinken / dpa/picture alliance

Katarina Witt feiert am heutigen Donnerstag ihren 50. Geburtstag - im Freundes- und Familienkreis. Mehr Trubel hatte sie am Vorabend.

Keine große Party hat sie geplant. Ihren 50. Geburtstag am heutigen Donnerstag will Katarina Witt nach eigenen Angaben im Freundes- und Familienkreis in Berlin feiern. Vielleicht sei das halbe Jahrhundert ja eine Gelegenheit, es in Zukunft ein wenig ruhiger angehen zu lassen, so die zweifache Eiskunstlauf-Olympiasiegerin, „das heißt ja nicht, dass ich Rentnerin werde“.

Ein wenig Trubel hatte die ehemalige Profisportlerin dafür schon am Vorabend ihres runden Geburtstages. Gemeinsam mit Thomas Gottschalk präsentierte sie den Bildband „So viel Leben“ am Mittwochabend in der Karl-Marx-Buchhandlung in Friedrichshain. Im Osten habe es sein sollen, das sei ihr bei der Auswahl des Ortes wichtig gewesen, sagte Katarina Witt gleich zu Beginn. Schließlich sei sie ja in Karl-Marx-Stadt aufgewachsen.

Beim Zusammenstellen des Materials hat Witt die Höhepunkte ihres Lebens Revue passieren lassen. „Ich habe das vergangene Jahr genutzt, um zurück zu schauen“, erzählte sie. „Dafür hatte ich sonst nie Zeit. Ich war immer sehr getrieben.“ Nun habe sie ein paar Monate einfach nur in alten Kisten gewühlt. „Es ist erstaunlich, was man alles so aufhebt.“ Mit rund 300 Fotos dokumentiert sie ihre zwei Olympiasiege, vier Weltmeister- und sechs Europameister-Titel.

„Ich habe nichts verpasst“

Katarina Witt wurde am 3. Dezember 1965 in Staaken bei Berlin geboren. Im Alter von fünf Jahren begann sie mit dem Eiskunstlauf, 1981 wurde sie erstmals Meisterin der DDR. „Ich habe eigentlich nie einen richtigen Lebensplan gehabt. Das hat alles das Eis bestimmt“, sagte Katarina Witt am Mittwoch.

Natürlich habe sie auch Momente gehabt, in denen sie alles hinschmeißen wollte. Aber das Eislaufen habe ihr trotz des harten Trainings mit ihrer Trainerin Jutta Müller sehr viel Spaß gemacht. „Ich habe nichts verpasst“, so Witt. In der DDR habe ihr nichts gefehlt. Trotz ihrer Reisen im Auftrag des Sports sei sie immer froh gewesen, nach Hause zu kommen.

Lieber ohne roten Teppich

Für ihre privilegierte Rolle im DDR-Sportsystem sowie ihre vermeintliche Nähe zu Staatschef Erich Honecker musste „das schönste Gesicht des Sozialismus“ nach der Wiedervereinigung viel Kritik einstecken. Ende der 80er-Jahre begann sie eine Profi-Karriere und tourte mehr als zehn Jahre lang durch die USA. Der Abschied vom Eis sei ihr schwer gefallen. „Ich wollte einfach immer auf der Bühne stehen“, so Witt.

Seit einiger Zeit lebt Katarina Witt in Berlin. Nach den Jahren in den USA habe sie einen Anker gebraucht, sagt sie. Termine bei Talkshows und Galas sucht sie heute zurückhaltend aus. Stattdessen genieße sie die kleinen, ungeschminkten Momente ohne roten Teppich: „Und zu meinem Glück bin ich endlich bei mir angekommen.“

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