Morgenpost-Menü

„Jede Wahrheit braucht einen Markus“

| Lesedauer: 7 Minuten
Alexandra Kilian
Das Team: Chef- Pattissier Andreas Pabst, Souschef Dennis Hein, Restaurantleiterin Sophie Bollmann und Markus Semmler (v.l.)

Das Team: Chef- Pattissier Andreas Pabst, Souschef Dennis Hein, Restaurantleiterin Sophie Bollmann und Markus Semmler (v.l.)

Foto: Amin Akhtar

Markus Semmler und sein Team laden im Oktober zum Morgenpost-Menü ins Restaurant „Das Restaurant“ in Wilmersdorf

Sie verlassen den amerikanischen Sektor. You are leaving the American Sector. Mahnend, die Geschichte des geteilten Berlins erinnernd, prangt der Schriftzug auf einem vier mal zwei Meter großen Gemälde am Ende des Gastraumes. „Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht“, steht noch auf der leuchtend roten, von blauen, grünen und rosafarbenen Tupfen beklecksten, mit Zeitungsartikeln beklebten und von Stickern bespickten Leinwand. Sowie: „Jede Wahrheit braucht einen Markus, der sie ausspricht.“

>>>Buchung von Menütickets: www.morgenpost.de/menue

Mit „Markus“ ist Markus Semmler gemeint. Der Chef des „Das Restaurant“ an der Sächsischen Straße, Inhaber und Küchenspitze zugleich, steht mit seinem Team aus Sous Chef, Patissier und Restaurantleiterin vor dem Kunstwerk in seinem Lokal. Und die Wahrheit ist: Er hat jetzt keine Zeit. Schnell soll es gehen, wünscht Markus Semmler, ein Tester vom „Michelin“ sitze vorn. Fotograf Amin Akhtar drückt ab. Semmler verschwindet in der Küche.

Für das Morgenpost-Menü im Oktober hat sich der 48-Jährige aus Wilmersdorf ein Fünf-Gänge-Menü „für den perfekten Start in den Herbst“ überlegt. Zehn Euro mehr kostet das Menü ab sofort, zehn Euro, die in den vergangenen sechs Jahren ohne Preiserhöhung den von den Berliner Küchenchefs verwendeten hochwertigen Produkten zunehmends fehlten.

Markus Semmler steht mit Sous Chef Dennis Hein am Pass seiner Küche. Hein drapiert einen Wildkräutersalat in Schalottenvinaigrette, jedes Blatt einzeln, dann Kugeln von Roter Bete, halbiert und mariniert, sowie Ziegenkäse in Fetzen auf den ersten Teller. Aus einer silbernen Pumpflasche sprüht er Espuma von Ziegenkäse an die Seiten, abschließend streut er Wasabi-Crumble und -Rauke auf die Crème. „Ich liebe Rote Bete“, sagt Markus Semmler, „eins der schönsten Wintergemüse – und es liegt nicht zu schwer im Magen.“ Dazu reicht, zurück am Tisch, Restaurantleiterin Sophie Bollmann einen 2014er Riffel Binger Quarzit Riesling aus der Magnumflasche aus Rheinhessen. Mit Kräuternote, mineralisch harmoniert der Wein zum elegant-cremig, fluffig-crunchig schmeckenden ersten Gang.

Es folgt kanadischer Lachs, zweieinhalb Stunden bei 40 Grad gegart, mit Saft und Drops und Püree von Kohlrabi im zweiten Gang. Der 2013er Grauburgunder vom Weingut Seeger aus Baden, in Holz ausgebaut, mit Vanille- und Karamellnote, von Birnen-, Honig- und Nussaroma geprägt, passt perfekt. So wie der 2011 Dittelsheimer Chardonnay Weißburgunder von Winter, kräftig, rauchig, würzig, zum dritten Gang: Wildwassergarnele aus Australien mit Sojareduktion, Kürbis, Yuzu Zitrone. Es knallen die Farben, es knallt der Geschmack. „So mag ich das“, sagt Markus Semmler, „bei mir muss es krachen.“

Markus Semmler arbeitet seit 1997 in Berlin. Nach Stationen in Zürich, Paris und auf der Hotelfachschule in Heidelberg steigt der damals 29-Jährige zum Küchendirektor im Potsdamer „Cecilienhof“ auf. Zum „besten Nachwuchskoch Deutschlands“ gekürt geht es anschließend ins „Schlosshotel Vier Jahreszeiten“ in den Grunewald. Zehden führt, Lagerfeld kürt, das Schlosshotel gehört zu den ersten Adressen der Stadt. Er kocht für George Bush, Bill Clinton, Helmut Kohl, Prinz Charles, den Sultan von Brunei, Janet Jackson, Robert de Niro. Die Auszeichnung „Berliner Meisterkoch“ von Berlin Partner folgt. Dann macht sich Semmler selbstständig, 1999. Mit der „Mensa“ am Lützowplatz, dem „Stil“ im Stilwerk. Er stolpert, ein falscher Geschäftspartner, er fällt, kehrt nach einer Zeit auf Sylt, in der er die „Sturmhaube“ gastronomisch berät, zurück, baut mit Frau Tatiana sein bis heute florierendes Catering „Kochkunst & Ereignisse“ auf. 2011 dann die Rückkehr zum Gast, Semmler eröffnet „Das Restaurant“, gilt seitdem als Anwärter auf den „Michelin“-Stern.

Hier, am Chef’s Table vor dem Kunstwerk Freddy Reitz’, der beklecksten, beklacksten, beklebten Amerika-Flagge, serviert Semmler nun seinen Hauptgang: zarte Perlhuhnbrust, mit Karotte, Waldchampignons, Petersilie, dazu einen 2012er Pas de Deux, Cabernet Sauvignon und Merlot, von Matthias Gaul aus der Pfalz. Das Dessert bringt Chef-Patissier Andreas Pabst selbst an den Tisch. Schokolade, Kaffee, Passionsfrucht und Tonkabohneneis lautet sein Werk, dazu reicht Sophie Bollmann einen 2013er Gewürztraminer „S“ aus der Pfalz, von Bassermann-Jordan.

Markus Semmler verabschiedet vorn parallel den „Michelin“-Tester. Ob er ihm schon eine Rückmeldung gegeben habe gerade? „Nein“, sagt Markus Semmler. „Der sagt gar nix.“ Die Wahrheit, ob er den Stern diesmal verdient hat, wird Semmler erst im November erfahren. Wie nah er an diesem ist, können Sie nun schon im Oktober erfahren.

>>> So funktioniert das neue Morgenpost-Menü <<<

Ab Oktober ist das Morgenpost-Menü mit einem neuen Service buchbar. Um das Morgenpost-Menü nutzen zu können, benötigen Sie ab sofort ein Menü-Ticket, auf dem Ihr gebuchter Termin vermerkt ist.

Das erhalten Sie ganz einfach online unter www.morgenpost.de/menue oder über die Hotline 030 - 201 79 199. Im Restaurant können Sie das Menü-Ticket nicht erwerben. Für 69,90 € pro Menü-Ticket wird Ihnen das bewährte Fünf-Gänge-Menü inklusive fünf begleitender Weine sowie neuerdings einer Kaffeespezialität Ihrer Wahl angeboten.

Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir hier für Sie zusammen getragen:

Wie komme ich an mein Menü-Ticket? Suchen Sie sich unter der Internetadresse „www.morgenpost.de/menue“ Ihren Wunschtermin für den Besuch aus, tragen Sie dann die Anzahl und Namen der Gäste ein. Anschließend können Sie entscheiden, auf welche Weise Sie bezahlen möchten.

Nach Zahlungseingang erhalten Sie die Menü-Tickets wahlweise per Post – oder Sie drucken diese einfach zu Hause aus. Eine Reservierung im Restaurant erfolgt automatisch mit dem Kauf der Menü-Tickets. Bitte geben Sie am gebuchten Tag Ihre Menü-Tickets im Restaurant ab. Bekomme ich ohne Ticket das Menü im Restaurant? Bitte haben Sie Verständnis, dass der Gastronom nur bei Vorlage und Abgabe der Menü-Tickets das Morgenpost-Menü servieren kann. Was mache ich bei Extrawünschen, die nicht beim Bestellvorgang eintragbar sind? Sollten Sie besondere Wünsche haben, die über den Kauf der Menü-Tickets hinausgehen (wie beispielsweise Lebensmittelunverträglichkeiten, Allergien oder Ähnliches), so nehmen Sie bitte direkt telefonischen Kontakt mit dem Restaurant auf (Tel.: 89 06 82 90).

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Menü-Tickets nur für den gebuchten Tag und die gebuchte Uhrzeit gelten. Eine Rückgabe oder Barauszahlung des Menü-Tickets ist leider nicht möglich. Buchen Sie jetzt – und genießen Sie das Morgenpost-Menü bei Markus Semmler im „Das Restaurant“ im Oktober 2015.

Buchung von Menü-Tickets online: www.morgenpost.de/menue

Hotline: 030 - 201 79 199 (An diesem Sonntag von 10 bis 16 Uhr, ansonsten Mo. bis Fr. 8 bis 17 Uhr)

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