TV Star

„Das Tagesgeschäft ist sehr unromantisch“

Alexander Khuon spielt bei der Krimi-Serie „Josephine Klick“ mit und steht am Deutschen Theater Berlin auf der Bühne – wo sein Vater arbeitet.

Alexander Khuon hat gerade Ferien. Die Dreharbeiten zur zweiten Staffel der Krimi-Serie „Josephine Klick“, in der er ab dem 15. September (21.15 Uhr, Sat.1) wieder neben Diana Amft und Matthi Faust zu sehen ist, sind abgeschlossen. Die neue Spielzeit am Deutschen Theater, wo er seit zehn Jahren engagiert ist, hat noch nicht begonnen. Zeit also für eine kleine Auszeit und ein Gespräch über Familie, Freundschaft und Liebe bei der Arbeit.

Berliner Morgenpost: Herr Khuon, mit Ihrem „Josephine Klick“-Kollegen Matthi Faust sind Sie auch privat befreundet. Wie haben Sie sich kennengelernt?

Alexander Khuon: Wir haben uns tatsächlich erst beim Casting kennengelernt. Er schwitzte so vor sich hin, und ich war irgendwie ganz unambitioniert, weil ich dachte, das wird eh schwierig mit dem Theater. Es klappt ja oft besser, wenn man etwas nicht unbedingt will. Und dann gab es zwischen uns sofort diese große Selbstverständlichkeit, ohne dass wir uns darum bemühen mussten. Das war super. Wir mögen uns sehr gerne.

Hat es Diana Amft angesichts dieser Männerfreundschaft am Set schwer?

Nee, Diana ist toll, die gehört total zu uns. Sie hat einen furztrockenen Humor. Wir sind ein Trio mit vier Fäusten und mit einem großen Frauenherz.

Haben Sie viele Freunde in der Branche?

Sowohl als auch. Ich bin hauptsächlich mit Kollegen befreundet, die ihren Beruf zwar mögen, aber auch sehr gut nicht über ihren Job reden können. Es gibt ja so Zwangsredner über ihren Beruf. Das finde ich anstrengend.

Wann hadern Sie denn mit Ihrem Job?

Angefangen von Rollen und meiner Darstellung bis hin zu Inszenierungen. Im künstlerischen Prozess fühlt man sich als Schauspieler manchmal ausgeliefert, dann gibt es natürlich Reibungen. Aber das ist ein ganz wichtiger Teil der Arbeit. Dem muss man sich stellen und um das, was einem wichtig ist, auch kämpfen.

Drehen Sie gerne mit Freunden?

Das ist großartig, weil man sich kennt und schnell eine gemeinsame Sprache spricht. Beim Drehen ist ja nie viel Zeit. Und bestimmte Sensibilitäten, die man hat, wenn man sich nicht kennt, kommen da erst gar nicht auf.

Und haben Sie sich mal am Set verliebt?

Nein, ich war noch nie mit einer Schauspielerin zusammen. Obwohl ja angeblich die meisten Beziehungen am Arbeitsplatz entstehen, weil man dort so viel Zeit verbringt. Ich lerne Frauen eher in der Kneipe kennen. Da verbringe ich offenbar auch sehr viel Zeit.

Am Deutschen Theater arbeiten Sie mit Ihrem Vater Ulrich Khuon, dem Intendanten, zusammen …

Na ja, er ist der Chef von dit Janze, aber er inszeniert ja nicht und ist kein Dramaturg. Indirekt arbeiten wir natürlich jeden Tag zusammen. Aber eigentlich sehen wir uns meist nur bei Endproben, wenn er seine Einschätzung abgibt.

Wäre es problematisch, wenn das anders wäre?

Am Anfang war das schon ein bisschen heikel, wir hatten das natürlich nicht geplant, an einem Haus zu landen. Wir haben das ausprobiert. Ich wollte ja vor den Kollegen nicht dastehen wie in der Schule der Sohn vom Direktor. Und wir haben festgestellt, dass das Tagesgeschäft sehr unromantisch ist. Da gibt es für mich keinen Bonus.

Sie können Berufliches und Privates also trennen?

Meistens. Wenn wir uns mit der Familie treffen, haben wir Gott sei Dank ganz viel anderen Gesprächsstoff. Meine Schwester ist beispielsweise gerade zum zweiten Mal Mutter geworden, da sind die Kinder immer dabei. Das ist eine schöne Entwicklung, dass es da Zuwachs gibt. Dann wird nicht mehr so viel über Theater oder Kino geredet.

Sie sind jetzt 36. Wie sieht es bei Ihnen mit der Familienplanung aus?

Momentan ist nichts geplant.