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Reise nach Jerusalem mit Schauspieler Shai Hoffmann

„Ich war die Soapschlampe von Berlin“, sagt Shai Hoffmann über sich selbst und lacht. Der 33-jährige Berliner stand in den vergangenen zehn Jahren für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Verliebt in Berlin“ und „Verbotene Liebe“ vor der Kamera. Das Geld habe ihn gereizt, gibt er offen zu. Doch dann kam die Sinnkrise. „Ich habe gemerkt, dass dort mit mir als Mensch nicht gut umgegangen wird. Und dann habe ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich etwas für mich getan. Das war das Studium.“

Nach der Schule hatte Shai Hoffmann zunächst eine Ausbildung zum Hotelfachmann absolviert. „Meine Eltern haben mich dazu genötigt, ich war eine richtige Wurst. Ich hatte nur Mädels und Musik im Kopf“, sagt er heute. Seine Bestimmung fand er schließlich in einem BWL-Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht. 2013 gründete er die Marketingagentur „shai hoffmann“, die sich auf Crowdfounding-Beratung spezialisiert hat. Vor der Kamera steht er nur noch für Projekte, die ihn wirklich überzeugen. So wie für den Film „3min“ seines Freundes Van Bo Le-Mentzel. Oder für seine eigene Webserie „Liebe Crowd: This is my Israel“, die seit dieser Woche auf seiner Facebook-Seite und auf seinem YouTube-Channel „Crowdlove“ zu sehen ist.

Hoffmann selbst ist in Berlin aufgewachsen, seine Eltern kamen in den 70er-Jahren aus Israel in die Stadt. Mehrmals im Jahr reist er in deren Heimat. Dieses Mal hat er sechs Videos mitgebracht, in denen er seinen Followern sein ganz persönliches Israel zeigen möchte, wie er sagt. Hoffmann besucht Märkte und Künstler, die Klagemauer, das Tote Meer und die Gay Pride in Tel Aviv. Vor allem erzählt er die Geschichten der Menschen. „Für mich war es eine Begegnungsreise. Ich war auf der Suche nach Menschen, die etwas bewegen“, so Hoffmann.

Die gleiche Herangehensweise hat er auch als Crowdfounding-Berater. Auch dort setzt Hoffmann hauptsächlich auf Projekte mit nachhaltigem Gedanken – auch wenn das manchmal sein Bankkonto belaste. „Ich war noch niemals in meinem Leben so glücklich“, sagt er.

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