City West

Berlins Meisterburger zieht an den Kurfürstendamm

Mit seinem Food-Truck „Burger de Ville“ hat Jürgen Klümpen Wien, Berlin und Hamburg bereist. Nun eröffnet er seinen ersten Laden.

Jürgen Klümpen in seinem Geschäft am Kurfürstendamm

Jürgen Klümpen in seinem Geschäft am Kurfürstendamm

Foto: Reto Klar

Mit großer Geste malt Jürgen Klümpen Quadrate in die Luft. „Hier steht die Theke“, sagt er, „neben der Tür.“ Er zeigt nach rechts. „Nach links ist das dann von einer Wand zum Gastraum getrennt“ – Klümpen formt ein Rechteck, hochkant. Dann schaut er nach vorn. „Und geradeaus, da soll die Streetart-Fläche hin, zum Thema Street-Food, natürlich.“ Klümpen grinst. „Naja, so viel ist noch nicht zu sehen. Aber das wird jetzt schnell gehen.“

Jürgen Klümpen ist Food & Beverage Manager des „25hours Hotel Bikini Berlin“ an der Budapester Straße – und Inhaber der Street-Food-Trucks „Burger de Ville“. An diesem Tag möchte er nicht nur die Wiederkehr seines gleichnamigen Airstreams in die City West verkünden, sondern auch seinen ersten festen Standort in Deutschland. Am Kurfürstendamm 21, im Hof der Vogelvolière am Kranzler Eck, ab September.

Noch steht der 50-Jährige in einem großen leeren Raum zwischen „Amway“-Filiale und dem Sushi-Restaurant gegenüber. „200 Quadratmeter sind es, mit Küche, Büro, Umkleide und Bädern“, sagt Jürgen Klümpen. „Vom Design her sollen sich natürlich die Themen Air­stream und Street Food wiederfinden.“ Neonlichtschilder, Aluwellblechoptiken, auf dem Parkett Sitzbänke und Stühle in unterschiedlichen Höhen mit Leder, Holz und Stahl als Komponenten. „Rund 70 Plätze sollen es werden“, sagt Jürgen Klümpen, „und circa 35 noch mal da draußen davor.“

Für das Design hat Klümpen Kathrin Bade engagiert. Die Kreuzberger Innenarchitektin des „Grosz“ von Roland Mary und der „Bullerei“ von Tim Mälzer. „Draußen davor“ will Klümpen am kommenden Montag zunächst noch einmal seinen Airstream aufbauen. Zur Burgerüberbrückung für die zwei Monate der Bauzeit bis zur Eröffnung. Mit dem original amerikanischem Aluwohnwagen aus den 30er-Jahren ist Klümpen 2012 bekannt geworden. Ursprünglich als Ankündiger vor der Eröffnung des Berliner „25hours“-Hotels geplant, hat sich aus dem Wohnmobil mit Burgerverkauf inzwischen eine eigene Marke entwickelt. Mit Black-Angus-Rind vom Biohof Zempow aus Brandenburg, bei 300 Grad auf einem Vertikaltoaster einseitig gebackene, karamellisierte Maismehlbrötchen und in Erdnussöl frittierte Fries mit Meersalz, Parmesan, Knoblauch oder Petersilie startete Burgermeister Klümpen. Sofortige Platzierung unter den Top-Ten-Burgern Berlins, Medienberichte von Madrid („El Pais“) bis New York („Thrillist“), „Best Burger Joint in Town“ im Wiener „Kurier“ sowie Dauernachfragen seiner Anhänger auf Facebook, wo sein Truck das nächste Mal stehe, folgten.

Nachdem Jürgen Klümpen seinen Airstream im Oktober 2012 vor den Zoopalast gesetzt hatte, hatte er im April 2014 weichen müssen. „Jim Block“ hatte an der Piazza des Hotels eröffnet, ein Wettbewerbsverbot erwirkt – das Burgermonopol am Zoo ging an die Kette statt an den Selbstständigen. Klümpen wich aus, stellte je einen Airstream am Otto-von-Bahrenfeld-Park in Hamburg und am Weghuberpark im siebten Bezirk Wiens auf. In Berlin positionierte er sich auf „Charlie’s Beach“ am Checkpoint Charlie. Glücklich war er dort nicht. „Touristen – sonst niemand“, sagt er. Vergangenen Oktober testete er mit dem Berliner Airstream das Kranzler Eck. Zehn Tage zurück im Westen reichten, genau hier den Grundstein für einen ersten Burgerladen zu legen. Kettenzukunft nicht ausgeschlossen.

Der in Geldern an der holländischen Grenze geborene Klümpen hatte einst nach einer Kochlehre in Krefeld, einem Trainee im „Vier Jahreszeiten“ in München, der Hotelfachschule in Montreux und Providence, Rhode Island, sowie nach sechs Jahren im New Yorker „Waldorf Astoria“ und „Intercontinental“ den Blumengroßhandel seines Vaters übernommen. Gut zehn Jahre hielt er aus, dann verkaufte er „Bloomways“. „Ich wollte wieder mit Essen und Trinken, meiner Passion zu tun haben“, sagt Klümpen. Vergangenen Freitag hat er den Pachtvertrag mit Immobilieneigentümer Axa unterschrieben. Ab September soll es montags bis sonnabends von zwölf bis 20 Uhr zum bekannten Burgerangebot noch Salate, Slushys, auch Geflügel- und Fischvarianten zwischen den Brötchen geben. Für zehn Jahre sogleich mietet Klümpen die Fläche. „Ich habe keine Sorge, dass es nicht klappt“, sagt er.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen