Deutscher Filmpreis

Eine Uhr als Trostpreis zum Filmpreis

Beim Nominiertenabend des Deutschen Filmpreises werden schon vorab zwei Schauspieler geehrt. Katy Karrenbauer und Alexander Fehling reüssierten - und wurden mit einer Uhr belohnt.

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Beim Deutschen Filmpreis gibt es jetzt auch einen Trostpreis. Die Lola-Verleihung moderiert Jan Josef Liefers zwar erst am 19. Juni in Berlin, am Sonnabend aber wurde in der „Pan-Am-Lounge“ im zehnten Stock des „Eden-Hochhauses“ schon mal zum Nominiertenabend geladen. Und da durfte der Schauspieler einen neuen Preis vergeben: Eine Schweizer Uhrenmanufaktur ist neuer Sponsor der Lola, der Preis deshalb natürlich eine Armbanduhr. Erste Preisträgerin für eine herausragende Leistung im vergangenen Jahr wurde allerdings Katy Karrenbauer, was eher für Belustigung sorgte. Zählt die Schauspielerin doch nicht eben zur A-Liga der Stars. Die Uhr bekam sie für ihre Rolle der boshaften Mutter in Rosa von Praunheims Dokudrama „Härte“ und, so die Jaeger-Jury, für ihren „Mut zur Hässlichkeit“, was Liefers lieber „uneitel“ genannt hätte. Der Schauspielerin war es gleich: Es war ihr erster Preis überhaupt. „Und den ersten vergisst man nicht.“ Eine weitere Uhr bekam auch Alexander Fehling. Sein Film „Im Labyrinth des Schweigens“ ist als bester Film im Rennen, der Hauptdarsteller dagegen nicht einmal nominiert. Dafür konnte er jetzt ein wertvolles Uhrenmodell entgegennehmen. „Was willst du mit einer Lola?“, frotzelte Liefers. „Diesen Preis kannst du am Arm tragen.“ Ein Trostpreis, wie gesagt.

Auch die Filmakademie, die die Lolas vergibt, sollte ruhig öfter mal auf die Zeit achten. Vor allem aufs Datum. Im Vorjahr wurde der Nominiertenabend just auf den Tag gelegt, als in Wien die Romy verliehen wurde, das österreichische Äquivalent zur Lola. Und da 2014 die deutsch-österreichische Koproduktion „Das finstere Tal“ der große Lola-Favorit war, fehlten die wichtigsten Nominierten unisono. Wie auch Iris Berben, die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, weil ihr Sohn Oliver Berben damals eine Ehren-Romy bekam. In diesem Jahr hatte man den Lola-Abend nun ausgerechnet auf den Tag des DFB-Pokalfinales gelegt. Und die Veranstaltung direkt an den Breitscheidplatz, der tagsüber von Gelb-Schwarz belegt worden war. Sicherheitshalber hatte man schon einmal zu einem Umweg über die Nürnberger Straße geraten.

Frederick Lau, nominiert als bester Schauspieler, hatte tagsüber mit seinen Kollegen noch das Pflichtprogramm der Lola-Visionen im Apple-Store mitgemacht, sich abends aber das Dortmund-Trikot übergezogen und war ins Olympiastadion gegangen. Wotan Wilke Möhring nahm er gleich mit. Von den 75 Nominierten kamen immerhin 54 in die „Pan-Am-Lounge“ mit ihrem spektakulären Ausblick über die City West. Und wer trotzdem nach dem Fußball fieberte, konnte dies in einem eigens eingerichteten Fernsehraum tun, wie die ebenfalls nominierten Hauptdarsteller Hanno Koffler und Katharina Marie Schubert. „Elser“-Hauptdarsteller Christian Friedel genoss lieber in aller Ruhe und ganz für sich das Büffetangebot, während die Spanierin Laia Costa, Titeldarstellerin von „Victoria“, den Empfang unter all den deutschen Prominenten genoss. Akademievorstand Christiane Paul plauderte entspannt an der Bar, während Burghart Klaußner gleich an der Garderobe Hof hielt, so dass an ihm buchstäblich kein Vorbeikommen war.

Wer erneut fehlte, war die Gastgeberin selbst, Iris Berben. Der Zugang zu ihrer Party war dann aber doch kein Problem. Zum Anpfiff waren die Fußballfans längst an anderen Orten, wo das Spiel übertragen wurde. Erst beim Weggehen wurde man mit der anderen großen Stadtparty konfrontiert.