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Beim Felix Burda Award feiern 300 Gäste Initiativen gegen Krebs

Rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Showbusiness kamen in den Ballsaal des Adlons, darunter die Moderatorinnen Ruth Moschner und Miriam Pielhau und Boxerin Regina Halmich.

Foto: Sergej Glanze / Glanze

"Männer sind einfach dumm", sagt Paul Breitner drastisch. "Zumindest, wenn es um Gesundheitsvorsorge wie Darmspiegelungen geht." Um auf die Unverzichtbarkeit der Vorsorge hinzuweisen, ist der ehemalige Fußballweltmeister mit seiner Frau Hildegard am Sonntag nach Berlin ins Hotel Adlon gekommen. Dort fand am Abend der "Felix Burda Award" statt, die Gala zur Auszeichnung von Engagement gegen Darmkrebs. Ein bisschen aufregen könnte sich der 63-Jährige schon, wenn er hört, dass 70 Prozent aller Frauen sich um ihre Darmkrebsvorsorge kümmern, aber nur 40 bis 45 Prozent aller Männer. "Dabei sind die Überlebenschancen relativ gut. Aber entdeckt werden muss die Krankheit natürlich", sagt der frühere Profi des FC Bayern.

Rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Showbusiness kamen in den Ballsaal, darunter die Moderatorinnen Ruth Moschner und Miriam Pielhau, die ehemalige Boxerin Regina Halmich und Kabarettistin Monika Gruber. Letztere hielt eine Laudatio auf die ausgezeichnete Aktion "Das Bier danach", die im bayerischen Goldberg-Klinikum jedem Patienten nach der Darmspiegelung ein alkoholfreies Weißbier spendiert – ein augenzwinkernder Hinweis für Männer, sich auch der lebensrettenden Vorsorge zu unterziehen. Miriam Pielhau, die selbst Krebs hatte, schwört auf Vorsorge: "Es gibt bei Früherkennung eine Heilungsquote von bis zu 98 Prozent. Das ist enorm! Wie viele Krebsfälle könnten verhindert werden, wenn die Menschen sich rechtzeitig untersuchen ließen. Davor wegzulaufen, ändert nichts."

Pielhau hielt die Laudatio auf die Initiative "Rote Hose e.V.", die ebenfalls als "Engagement des Jahres" geehrt wurde. Gegründet wurde sie von der selbst an Darmkrebs erkrankten Petra Thomas, um mit Printkampagnen, sozialen Medien und Marketingaktionen das Bewusstsein und die Aufklärung rund um das Thema Darmkrebs zu verstärken.

Zum Ballsaal durch einen riesigen, aufgeblasenen Darm

Ihr Weg Richtung Ballsaal führte die Gäste durch einen Tunnel in Form eines riesigen, aufgeblasenen Darms, von dessen Innerem Polypen abstanden. Begrüßt wurden sie dabei von einem echten Arzt. Schauspieler Erol Sander und Moderatorin Verona Pooth waren bereits, wie Paul Breitner heute, Testimonials für den "Felix Burda Award". Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, kam mit Partner Daniel Funke und Schauspieler Wolfgang Stumph mit Frau Christine. Die Moderatoren Jochen Schropp und Cherno Jobatey ließen sich ebenfalls auf dem roten Teppich blicken.

Für Paul Breitner gehört soziales Engagement, wie das für die Felix Burda Stiftung, zu seinem Leben fest dazu.. Begeistert erzählte Breitner, wie sich der FC Bayern beim Heimspiel gegen Hertha BSC am Sonnabend für die Kinderhilfe Organtransplantation einsetzte. "Ich bin einfach dafür, dass man die Probleme und Sorgen vor seiner Haustür nicht nur wahrnimmt, sondern auch versucht, mit größtmöglichem Einsatz zu helfen."

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