Auktion in der Oper

Raue sammelt für einen neuen Vorhang

Der Förderkreis der Deutschen Oper Berlin feiert nach der Aufführung von „La Rondine“ ein festliches Bühnen-Dinner an der Bismarckstraße. Auktionator Peter Raue sammelt für einen neuen Bühnenvorhang.

Foto: Krauthoefer

Er kann es selbst kaum fassen. „Das glauben Sie nicht, das ist so günstig und toll, was Sie hier kriegen!“ Zudem müsse „der Herr Knauthe jetzt auch nie wieder den miesen Vorhang hier beklagen“, weil: „Der hängt dann ja bei Ihnen zuhause.“ Bei 900 Euro liege das Startgebot, sagt Peter Raue, aber bei diesem 50 Jahre alten Bühnenvorhang, da könne man doch gleich bei 1000 Euro einsteigen. 1200 Euro? „Gut, sehr gut, ich sehe 1200, nein, dort, 1400 Euro, ha! Und da, 1600 Euro! Zum ersten, 1600 zum zweiten, 1600 zum dritten – verkauft!“, sagt Peter Raue und haut mit der Hand auf das Rednerpult.

Am Sonnabendabend hatte der Förderkreis der Deutschen Oper Berlin zum traditionellen Bühnendinner inklusive Auktion geladen. Für einen neuen Vorhang sollte gesammelt werden. Im Anschluss an die von Rolando Villazón inszenierte Aufführung von Giacomo Puccinis „La Rondine“ trafen sich die Freunde des Förderkreises, wie Intendant Dietmar Schwarz, Vorsitzender Karlheinz Knauthe, Schatzmeisterin Sabine Prinzessin von Anhalt, Kuratoriumsmitglied Isa Gräfin von Hardenberg, Mäzenin Carin Pepper, BER-Aufsichtsrat Michael Zehden, Susanne Juhnke sowie die Künstler Aldo Cristofaro und Nikolai Marakov zu Hummercocktail und Kalbsfilet – und zur Show von Raue auf der Bühne.

„Unser Vorhang ist geflickt“

„70.000 Euro müssen für einen neuen Vorhang zusammen kommen“, hatte Sabine Prinzessin von Anhalt beim Empfang verlangt, „aber es kann ja nie genug sein.“ Und während sich Ex-Adlon-Direktor Gianni van Daalen „mehr Blut im Stück gewünscht“ hätte und von Ex-Rosenthal-Präsident Klaus Vogt über die ursprünglich als Operette geplante „Rondine“ aufklärte, berichtete Intendant Schwarz, woran es fehle. Er zitierte den Kulturstaatssekretär: „Tim Renner hat gesagt: ‚Was ist die Stadt ohne die Kultur?‘ Da sind 2,17 Prozent aus dem Haushalt doch zu wenig.“ „Unser Vorhang ist geflickt, das darf doch nicht sein!“, pflichtete ihm Knauthe bei.

„Ich kann nur zu Höchstpreisen zuschlagen“, feuerte also Raue die 180 Gäste nach der Vorspeise an. „Eine Gesangsstunde bei Karan Armstrong, das ist doch super, auch wenn es bei mir keinen Zweck hätte, wie meine Frau sagt. Ah, da, 700 Euro Erstgebot von Herrn Vogt, ha! Und da, Frau van Daalen hält dagegen, 1000 Euro, verkauft! Den Erfolg wollen wir danach hören! Und jetzt, das nächste Angebot – das ist doch schon schön, weil Parzinger und Seyfried sich immer widersprechen“, so Raue. Und versteigerte die „Nacht im Ägyptischen Museum“ für 5000 Euro. Insgesamt 50.000 Euro konnte Raue am Ende des Abends sammeln. „Das ist fast das Doppelte von dem, was der Auktionator in 2014 gerissen hat!“, konnte es Freundeskreis-Vorstand Philipp Großmann kaum fassen. „Den Vorhang schaffen wir damit.“