65. Berlinale

Wenn die Stars die Berliner Nacht zum Film machen

Hollywood-Stars wie Nicole Kidman, Robert Pattinson und Damien Lewis kamen zur Berlinale. Auch Kollegen wie Til Schweiger, Axel Milberg und Courtney Love oszillierten zwischen Soho House und Borchardt.

Foto: Krauthoefer

Käsespätzle hat er bestellt. Um halb eins, in die „Bärenlounge“. Dieter Kosslick hat soeben die Eröffnungsgala der Berlinale beendet, im Klub „Adagio“ feiert er mit geladenen Gästen den Beginn der Festspiele. Und während Kosslick in einem Extra-Raum das späte Dinner zu sich nimmt, kümmert sich seine Co-Moderatorin, Anke Engelke, in der VIP-Lounge um Hannelore Elsner. So, wie Monika Grütters sich zur Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer, die ebenfalls zur Eröffnung gekommen ist, setzt und mit ihr gemeinsam isst. Da steht John B. Emerson, der amerikanische Botschafter, immer noch mit Frau und Töchtern auf der Galerie des Klubs.

Neben Premieren und Frühstücksempfängen gab es während der Berlinale selbstverständlich auch Partys zu feiern. Das überforderte manchen prominenten Besucher derart, dass er gar nicht erst zum Filme gucken kam. Gut, dass das nicht die Aufgabe während eines Filmfestivals sein sollte. Zum Pflichtdarstellungsprogramm vieler gehörten nach der Eröffnungsgala am ersten Festival-Freitag die Blue Hour der ARD und die BMW und Bunte Festival Night. Nachdem dort alle wichtigen Hände geschüttelt waren, ging es zur Studio Babelsberg Party ins Soho House. Da war man dann auch unter sich.

Während also Heike Makatsch, Nina Hoss, Fritzi Haberlandt, Judith und Axel Milberg sowie Ken Duken und Veronica Ferres erst reichlich spät ankamen, hatten die Hollywoodstars James Franco und Damien Lewis, schon den einen oder anderen Drink an der Bar genommen und sich mit deutschen Kollegen wie Til Schweiger und Elyas M’Barek bekannt gemacht. Angesichts von so viel A-Prominenz - auch Nicole Kidman war in Berlin - fast unbemerkt feierten auch Kurt-Cobain-Witwe Courtney Love und R.E.M.-Sänger Michael Stipe an der Torstraße. Die Tanzfläche eröffnete zu fortgeschrittener Stunde Model Toni Garrn. Gekommen war die Ex-Freundin von Leonardo DiCaprio noch in High Heels zum Glitzerkleid, die sie dann jedoch gegen tanztaugliche weiße Turnschuhe tauschte. Das Soho House war bei dieser Berlinale sowieso so etwas wie der „Hotspot“ für VIP-Partys abseits des Mainstreams. Abgesehen vom „Borchardt“, in dem im Erdgeschoss die üblichen Stammgäste schnitzelten – während im ersten Stock am Sonntagabend Nathalie Portman und Christian Bale ihre eigene Party feierten

. Zurück im Soho House machte Robert Pattinson den Abend vor der Premiere seines Films „Life“ die Nacht zum Tag. Den „After Show-Cocktail“ zu „The Circle“ gab dann Abba-Gründer Benny Andersson. Für die Jüngeren gab es – dem Manager der deutschen Schauspielergarde sei Dank – noch die „Stormy Monday Party“. Dort bildete sich bereits fünf Minuten nach Öffnung der Türen eine lange Schlange vor der Bar Tausend. Wer es bis nach drinnen schaffte, durfte Robert Stadlober, Emilia Schüle, Alice Dwyer, Sabin Trambrea und Jannik Schümann in ihrer natürlichen Berlinale-Umgebung beobachten. Mit Champagner, statt beim Film.