Filmpremiere

Til Schweiger wagt mit „Honig in Kopf“ einen Alzheimer-Film

Zur Premiere des neuen Schweiger-Films „Honig im Kopf“ im Sony Center am Potsdamer Platz kommen Jan Josef Liefers, Anna Loos, Veronica Ferres und Dieter Hallervorden.

Foto: Lukas Schulze / dpa

An Til Schweiger und seinen Filmen scheiden sich traditionell die Geister. Während das Publikum den Schauspieler und Regisseur feiert und ihm verlässlich Rekordbesucherzahlen beschert, wollen sich die Feuilletonisten einfach nicht von Filmen wie „Keinohrhasen“, „Schutzengel“ und „Kokowääh“ überzeugen lassen. Bei der Premiere seines neuesten Werkes „Honig im Kopf“ am Montagabend im Sony Center am Potsdamer Platz war von dieser Kritik jedoch nichts zu spüren.

Alle Gäste, darunter Kollegen wie Jan Josef Liefers und Anna Loos, Samuel Finzi und Fahri Yardim, lobten die Qualitäten des 50-Jährigen vor und hinter der Kamera. „Ich habe großen Respekt vor dem, was er leistet“, sagte Veronica Ferres. „Er ist einer der besten Filmemacher, die es in unserem Land gibt“, fand auch Miriam Pielhau.

Angesichts von so viel Harmonie war auch der Streit vergessen, den es zwischen Schweiger und Dieter Hallervorden während der Dreharbeiten über die Interpretation von Hallervordens Rolle gegeben haben soll. Der 79-Jährige spielt den an Alzheimer erkrankten Amadeus, Schweiger, der gleichzeitig Autor, Regisseur und Produzent der Tragikomödie ist, dessen Sohn. „Zu dem Streit möchte ich nichts mehr sagen“, so Hallervorden. „Kreative knallen halt manchmal aneinander“, so Til Schweiger.

Hallervorden sei für die Rolle von Anfang an seine erste Wahl gewesen. „Ich habe mir jemanden wie John Hurt oder Michael Cain gewünscht. Ich dachte, dass es in Deutschland niemanden gibt, der die Rolle so spielen könnte, wie ich sie geschrieben habe – doch dann kam Didi“, sagte Schweiger. Mit dem Ergebnis der Zusammenarbeit, vor allem Hallervordens Zusammenspiel mit seiner Tochter Emma Tiger, die ebenfalls eine Hauptrolle übernommen hat, sei er vollends zufrieden.

Und so kamen die einzigen kritischen Stimmen an diesem Abend von Studenten der angrenzenden Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), die nicht nur im obersten Stockwerk des Sony Centers lautstark protestierten, sondern es mit einem Banner sogar kurzfristig auf den roten Teppich schafften, bevor das Sicherheitspersonal einschritt. Allerdings ging es den Nachwuchsfilmemachern auch nicht um die Qualität des Schweiger-Films, sondern um die studentische Mitbestimmung bei der Wahl eines neues Direktors der DFFB.

„Honig im Kopf“ startet am 25. Dezember 2014 in den Kinos.