Nach einem Jahr

Schwede „Klaus-Heidi“ heißt bald wieder Michael

Es war eine Lufthansa-Aktion: Ein Schwede, der sich in „Klaus-Heidi“ umbenennt, darf ein Jahr lang kostenlos in Berlin leben. Die Morgenpost traf „Klaus-Heidi“ kurz vor dem Ende seiner Reise.

Foto: Massimo Rodari

Blonde Haare, strahlend blaue Augen und groß gewachsen – genauso, wie man sich einen typischen Schweden vorstellt. „Hi, my name is Klaus-Heidi“, stellt sich der junge Mann vor, den wir zum Frühstück im Café Myxa in Neukölln treffen. Erst beim zweiten Hinhören fällt einem der seltsame Name auf. Klaus-Heidi. „Ich mag diesen Namen mittlerweile irgendwie“, sagt der 25-Jährige und grinst. „Und ich weiß echt noch nicht, ob ich ihn im kommenden Jahr wieder ändere. Klaus-Heidi ist doch ziemlich cool.“

Etwas mehr als ein Jahr heißt der junge Mann aus Schweden, der eigentlich von seinen Eltern auf den Namen Michael Andersson getauft worden war, nun so. Diese waren auch ziemlich verblüfft, als ihr Sohn ihnen Mitte 2013 erzählte, dass er seinen Namen ändern wolle – um damit die Chance zu bekommen, ein Jahr kostenlos in Berlin zu leben. „Alle haben gesagt, ich sei verrückt“, sagt Klaus-Heidi. „Aber, seien wir ehrlich: In Schweden ist es keine große Sache, seinen Namen zu wechseln. Also, wieso nicht?“

Hinter der skurrilen Aktion steckt die Fluggesellschaft Lufthansa, die vor zwei Jahren die Schweden zum Namenswechsel aufgefordert hat. Als Belohnung sollten die Teilnehmer der Aktion ein Jahr lang eine Wohnung in Berlin, Geld für Verpflegung und Freiflüge innerhalb Europas zur Verfügung bekommen. Am Ende konnte sich der 25-Jährige gegen mehr als 40 andere Klaus-Heidis durchsetzen – und wurde Anfang 2014 mit einer großen Party am Berliner Flughafen begrüßt.

Überwältigt von der Vielfalt der Stadt

Heute – kurz vor Ende der Aktion – hat der junge Mann aus der schwedischen Kleinstadt Fjugesta die Stadt kennen und lieben gelernt. „Hier lernt man wahnsinnig schnell neue Leute kennen. Wenn man einen Kontakt geknüpft hat, entstehen daraus wieder welche und das geht immer so weiter“, sagt er. Gemeinsam mit seinen Freunden, von denen auch viele in Neukölln wohnen, genießt er die Zeit in der Hauptstadt. „Ich war schon überwältigt von der Vielfalt der Stadt, den vielen Bars, Clubs, Sehenswürdigkeiten und Museen“, sagt er.

Mit seinen Freunden will er am Freitag auch seinen Abschied im Rahmen eines vorweihnachtlichen Julfestes feiern. „Was jetzt kommt, das weiß ich gar nicht so genau – vielleicht will ich reisen“, sagt er. „Südamerika vielleicht, da lebt ein Freund von mir. Ein neues Abenteuer womöglich. Aber eins ist klar: Ich werde irgendwann wieder nach Berlin kommen.“