Leute

Joachim Gauck ehrt Götz George mit Verdienstkreuz

Der Schauspieler bekam das Große Verdienstkreuz in Schloss Bellevue überreicht. Dabei passierte eine Panne: Die Miniatur des Kreuzes fiel zu Boden. Daniela Schadt griff sofort ein.

Foto: Tim Brakemeier / dpa

Schauspieler Götz George ist am Montag von Bundespräsident Joachim Gauck in Schloss Bellevue mit dem Großen Verdienstkreuz ausgezeichnet worden. Dabei kam dem 76-Jährigen ein Teil der Ehrung beinahe gleich wieder abhanden: Die Miniatur des Verdienstkreuzes, die sich die Träger ans Revers heften können, fiel nach Angaben des Bundespräsidialamtes zu Boden. Bei der Fahndung kam dem als Kommissar Schimanski legendär gewordenen Schauspieler glücklicherweise Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt zur Hilfe – sie fand die Miniatur und hob sie auf.

"Götz George hat Film und Fernsehen in der Bundesrepublik Deutschland mitgeprägt. Er hat immer wieder hochkarätige Rollen gespielt und mit einigen der besten Regisseure des deutschen Films zusammengearbeitet. Seine darstellerische Bandbreite ist legendär und zeigt sich in der hohen Zahl der ihm verliehenen Auszeichnungen", hieß es in der Begründung. "Über seine Arbeit als Schauspieler hinaus hat sich Götz George stets auch sozial engagiert. Er hat sich für die Deutsche Krebshilfe eingesetzt, an einer Kampagne des Weißen Rings gegen Kindesmissbrauch teilgenommen und eine Kampagne der Stadt Duisburg für mehr bürgerschaftliches Engagement beworben."

Neben George verlieh Joachim Gauck den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auch an weitere 16 Frauen und 21 Männer aus allen Bundesländern. Die 37 Bürgerinnen und Bürger sind im sozialen, gesellschaftspolitischen, kirchlichen und kulturellen Bereich aktiv oder engagieren sich in Kunst und Wissenschaft. Zu den Geehrten gehörten der ehemalige Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, der Komponist Wolfgang Rihm und der Fernsehjournalist Gerd Ruge. Aus Berlin erhielt das Verdienstkreuz am Bande unter anderen Jürgen Litfin. In Erinnerung an seinen Bruder Günter Litfin – dem ersten erschossenen Flüchtling an der Berliner Mauer – und an alle anderen Mauertoten hat Litfin 2003 in einem der letzten erhaltenen Wachtürme in Mitte eine Gedenkstätte eröffnet.

Auszeichnungen für DDR-Bürgerrechtler

Bei der Verleihung wurden zudem DDR-Bürgerrechtler für ihr Engagement gegen das SED-Regime ausgezeichnet. In seiner Rede erinnerte Joachim Gauck an die Ereignisse vor 25 Jahren. Der Bundespräsident hob vor allem die Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 hervor, bei der in Leipzig rund 70.000 Menschen protestierten. An dem Tag sei klar geworden: "Wenn wenige Mutige die vielen Ängstlichen oder Bequemeren ansprechen und mitreißen, dann kann daraus Gewaltiges entstehen, dann können Mauern fallen", sagte Gauck.

Auch eine freiheitliche Gesellschaft komme ohne Bürgersinn und Selbstbewusstsein nicht aus. "Wir mögen in einem glücklich vereinten, freien, demokratischen Deutschland leben – aber eben nicht in einem Paradies, in dem wir es uns bequem machen können", sagte er.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.