Golfgeflüster

Gespielt wird auf dem grünen Rasen - bis zum Anpfiff

Fußballer haben Ballgefühl, lieben den Rasen. Kein Wunder, dass einige auch golfen. Für Lahm, Schweini und Müller gilt: Das Runde muss ins Runde. Und auch für die Turniergäste in der Stolper Heide.

Foto: Z1032 Arno Burgi / dpa

Philipp Lahm tut es, Bastian Schweinsteiger tut es und sogar Thomas Müller tut es: Golf spielen. Fußballer haben eben das richtige Ballgefühl, egal wie groß der Ball ist und ob das Runde ins Eckige oder ins Runde muss. Während der WM wird selbst für passionierte Golfer der eigene Sport zur Nebensache, wenn die Nationalmannschaft spielt. Turniere und Tee-Times werden so angesetzt, dass man ja kein entscheidendes Spiel verpasst.

Beim Turnier der Berliner Sparkasse auf dem Westplatz in Stolper Heide hieß es schon während der etwas regnerischen Runde: Egal, wie wir heute spielen, entscheidend ist, wie Deutschland gegen Ghana spielt. Wurden männliche Mitspieler nach der Uhrzeit gefragt, bekam frau die knappe Antwort: „Noch vier Stunden und zehn Minuten bis Anpfiff!“

Siegerehrung im WM-Trikot

Zur Siegerehrung zog sich Gastgeber Claus-Günther Richardt das offizielle WM-Trikot über, während sich Club-Präsident Walter Gröling in einem etwas älteren Modell von Lothar Matthäus präsentierte. Der Brutto-Sieger des Turniers, Sven Mohneke, erschien weder im üblichen Jackett, noch in schwarz-rot-gold, sondern in seinem Golf-Outfit, wofür er folgende Erklärung hatte. „Meine Schwiegermutter feiert heute ihren 70. Geburtstag mit einer sechsstündigen Bootstour. Wenn ich vor einer Woche gesagt hätte, ich spiele heute ein Golfturnier, hätte ich eine Woche Stress gehabt. Also hab’ ich das heute morgen verkündet und musste anschließend fluchtartig das Haus ohne Kleidersack verlassen.“ Spielerfrauen brauchen wirklich viel Verständnis, egal in welcher Ballsportart.

Beim Pressegolf-Turnier am Seddiner See stöhnten die meisten Teilnehmer über das kniehohe Rough auf dem Nordplatz. Wer mit seinem Ball hinein geriet und das Glück hatte ihn zu finden, kam trotzdem kaum wieder heraus. Nur wenigen Golfern gelang es, ihr Handicap zu spielen oder sogar zu verbessern. Mit Ausnahme einer Frau: Karin-Leski-Koschik (Handicap 5) spielte den Platz drei Schläge über Par und wurde damit Bruttosiegerin, während ihre drei männlichen Flightpartner an jedem Abschlag um die Ehre stritten, wer zuerst dran sei: „Wer hat denn zuletzt einen Punkt gemacht?“ Aber alles nicht so wichtig, so lange Deutschland in Brasilien punktet.