Mediziner

Chirurg Rahmanzadeh feiert seinen 80. ganz bescheiden

Dem Ruf nach Berlin war der Iraner 1973 gefolgt, 27 Jahre arbeitete er als Professor an der FU, bis 2001 als Professor an der Universitätsklinik Benjamin Franklin. Ein Erfolgsgeheimnis: seine Frau.

Foto: privat

Telefonate und Blumen – das sei nicht zu vermeiden. Rahim Rahmanzadeh sitzt am Freitagmorgen in seiner Wohnung an der Mommsenstraße in Charlottenburg und nimmt geduldig Glückwünsche entgegen. „Ich wollte meinen Geburtstag eigentlich so klein wie möglich halten“, sagt Rahmanzadeh, „nun feiern wir doch, heute Abend, im Maritim.“

Rahim Rahmanzadeh ist am Freitag 80 Jahre alt geworden. Der Chirurg führte 1966 mit einem Team aus Kollegen an der Universitätsklinik Mainz die erste Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes in Deutschland durch. Rund zehn Jahre später setzte er zum ersten Mal weltweit ein komplettes Becken mit Kunstknochen erfolgreich ein. Für seine Verdienste bei der Entwicklung moderner Operationsverfahren in der Gelenkchirurgie überreichte ihm 1988 der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz.

„In Berlin fanden die Höhepunkte meines Lebens statt“

Dem Ruf nach Berlin war der gebürtige Iraner 1973 gefolgt. 27 Jahre arbeitete er als Professor an der Freien Universität, bis 2001 in der Funktion als Direktor und Professor an der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Benjamin Franklin. „In meiner Berliner Zeit haben die Höhepunkte meines Lebens stattgefunden“, sagt Rahmanzadeh. Für die Unfallchirurgie in Berlin habe er vieles erreicht, sagt er stolz, mit seiner Frau Zahra lebe er glücklich in Charlottenburg. „So etwas gelingt nur Hand in Hand“, sagt Rahmanzadeh.

Sein Sohn Masyar ist seiner beruflichen Passion gefolgt, vor einigen Jahren hat er die „Hygiea Klinik“ hinter dem KaDeWe übernommen. Mit seiner Familie und seinen Freunden, rund 250 Personen, feiert er am Freitagabend. Es solle eine Überraschung für ihn geben, sagt Rahim Rahmanzadeh. Er erahne sie jedoch: Wahrscheinlich bekomme er eine Statue. Von sich, in Lebensgröße. Das ehre ihn zwar, „aber bekommt man so etwas normalerweise nicht erst, wenn man gestorben ist?“, fragt Rahmanzadeh und lacht. „Na, ich werde es nicht verhindern können.“