Gala-Abend

Berliner Prominente feiern das Wunder von Bern

Am Freitag lud der Schweizer Botschafter Tim Guldimann zur Gala anlässlich des WM-Finales von 1954. Und Prominente wie Günther Jauch und Peter Lohmeyer kamen. Mit dabei war ein ganz besonderer Gast.

Foto: JOERG KRAUTHOEFER

„Schäfer, nach innen geflankt, Kopfball, abgewehrt, aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt. Tor! Tor! Tor! Tor! Tor für Deutschland.“ Nahezu jeder kennt diese legendären Sätze des Fußball-Kommentators Herbert Zimmermann vom 4. Juli 1954. Der Tag, an dem sich Deutschland seinen ersten Fußball-Weltmeistertitel im Endspiel gegen Ungarn holte. Der Tag, der als „Das Wunder von Bern“ in die Geschichte einging. Ähnlich emotionsgeladen wie der Jubel Zimmermanns ging es am Freitagabend in der Schweizer Botschaft zu. Tim Guldimann und seine Ehefrau Christiane Hoffmann hatten dem „Wunder von Bern“, das sich in diesen Tagen zum 60. Mal jährt, eine ganze Gala-Veranstaltung gewidmet. Mehr als 500 Gäste folgten ihrer Einladung in die aufwendig geschmückte Botschaft an der Otto-von-Bismarck-Allee.

„Der Sieg in Bern bei der WM vor 60 Jahren verhalf plötzlich einem neuen deutschen Selbstbewusstsein zum Durchbruch – ein neues Wir-Gefühl“, sagte der Botschafter zu Begrüßung. „Das Wunder von Bern war die emotionale Geburtsstunde der Bundesrepublik.“ Danach erfolgte – ganz im Sinne der aktuell laufenden Weltmeisterschaft – der Anpfiff zur Eröffnung des Buffets.

Peter Lohmeyer erinnert sich an die Dreharbeiten

Darüber freuten sich die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, darunter Moderator Günther Jauch, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der Intendant der Deutschen Oper, Dietmar Schwarz, Moderatorin Bettina Schausten, FDP-Politiker Wolfgang Kubicki und Olaf Glaeseker, ehemaliger Sprecher von Ex-Bundespräsident Christan Wulff. Auch Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer war gekommen. Am späten Abend stieß auch noch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hinzu.

Der eigentliche Star des Abends war jedoch der heute 89 Jahre alte Jenő Buzánszky, der letzte noch lebende Spieler der ungarischen Nationalmannschaft von 1954. Überschattet wurde die Freude über den Ehrengast durch den Tod von Gyula Grosics, der Torwart der früheren Nationalmannschaft, der genau am Tag des Festes gestorben war. „Der Tod meines Freundes heute macht mich sehr traurig“, sagte Buzánszky. „Dennoch freue ich mich sehr auf die Weltmeisterschaft.“

Und obwohl der ehemalige Profi-Fußballer eine Dolmetscherin dabei hatte, ließ es sich der ungarische Botschafter József Czukor nicht nehmen, spontan diesen Job zu übernehmen. Unter den Gästen war auch Schauspieler Peter Lohmeyer – immerhin hat er als Hauptdarsteller von Sönke Wortmanns Film „Das Wunder von Bern“ eine ganz besondere Verbindung zu diesem historischen Datum.

„Natürlich gibt es ganz viele tolle Erinnerungen an die Dreharbeiten, aber besonders die Szene, in der ich einen Fallrückzieher mache, ist mir im Kopf geblieben“, so Lohmeyer. „Ich bin froh, dass ich da mal zeigen konnte, dass ich gut spielen kann.“

Foto: JOERG KRAUTHOEFER / JöRG KRAUTHöFER