Fußball-WM

Warum Matze Knop ganz fest an den WM-Titel glaubt

In seinem WM-Song „Goldene Generation“ erklärt Matze Knop, wieso die deutsche National-Elf das Zeug zum Weltmeister hat.

Foto: KRauthoefer

Er ist der König der Parodien – und besonders der Fußball hat es ihm angetan. Franz Beckenbauer, Jogi Löw, Mesut Özil und Cristiano Ronaldo sind nur einige seiner bekannten Alter Egos. Mit seinem WM-Song „Goldene Generation“ will Matze Knop nun die Nationalelf zum Sieg singen.

Berliner Morgenpost: Hallo Herr Knop, warum brauchen wir Ihren WM-Song „Goldene Generation“ zu dieser Weltmeisterschaft?

Matze Knop: Ich dachte mir: In Deutschland gibt es doch so wenige. Und einer muss es ja machen. Blöderweise haben mir es dann andere nachgemacht.

Und was hat es genau mit dieser „goldene Generation“auf sich?

Das ist eine Ansammlung von besonders talentierten, erfolgshungrigen, motivierten, dynamischen Menschen. Das kann schon eine Gruppe im Kindergarten sein, aber auch die Truppe aus dem Altersheim sein, die im Mau-Mau-Club ist, oder im Mikado-Verein. Gerade meine ich aber eher unsere Fußballer, wir haben ja WM.

Und am besten wäre es für Sie dann natürlich, wenn die Leute beim Feiern Ihr Lied hören. Oder gar die Spieler in der Kabine. Singen Sie unsere Jungs zum Erfolg?

Man sollte nichts überbewerten. Aber ich glaube schon daran, dass die Deutschen den Titel holen können, sonst hätte ich den Song nicht gemacht. Wir haben eine große Ansammlung von tollen Einzelspielern, die als Mannschaft gute Chancen haben.

Haben Sie einen Lieblingsspieler?

Nicht wirklich. Unser Kapitän Philip Lahm bringt immer seine Leistung. Oder hinten, Mertesacker, Hummels, die absolute Koryphäen in der Abwehr sind. Oder Miro Klose, der zum WM-Torschützenkönig werden kann. Der macht immer seine Tore, der wird auch diesmal seine Hütten machen. Da kann sich ja jeder einen Spieler aussuchen.

Sie hören sich an wie ein echter Fußball-Experte. Seit wann stehen Sie auf Fußball?

Schon immer eigentlich. Ich spiele Fußball seit ich fünf bin. Ich bin in so einer Fußballerfamilie aufgewachsen. Mein Vater, mein Onkel, mein Bruder – alles Trainer. Und meine Mutter hat immer die Wäsche gewaschen.

Und ist genervt gewesen, weil es immer nur um Fußball ging?

Nö, die hat das immer relativ locker gesehen. Das war halt so – und hat niemand in Frage gestellt.

Also immer auf dem Fußballplatz gewesen in der Freizeit?

Es gab mal eine Zeit, da musste ich mich entscheiden, ob ich zu den Pfadfindern gehe, wie der Rest meiner Klasse, oder zum Fußball. Ich war der einzige aus meiner Clique, der gesagt hat, ich bleibe beim Fußball. Und damals fand ich das doof, weil alle ins Zeltlager gefahren sind und mit der Gitarre am Lagerfeuer saßen. Heute bin ich heilfroh, denn die Gruppe gibt’s schon lange nicht mehr – und ich spiele immer noch Fußball.

Und wo sollte Jogi Löw Sie in der Nationalmannschaft einsetzen?

Also als Spieler – da müssen wir mal ganz ehrlich sein. Ich halte mich schon für ganz ordentlich. Aber in der Kreisliga. Ich habe ne halbwegs ordentliche Technik, einen vernünftigen Schuss. Aber um Bundesliga-Spieler zu werden, dann muss man auch noch ein paar Prozent mehr drauf haben. Die Jungs sind schon richtig gut.

Aber irgendwie könnten Sie die Mannschaft doch sicherlich bereichern...

Naja, wenn, dann könnte ich Stimmung machen. Vor dem Spiel, zwei drei Sprüche und dann eine richtige Motivationsansprache. Aber ich glaube nicht, dass Jogi Löw mich anruft. Der hat ja meine Nummer gar nicht.

Wie sieht Ihr WM-Leben in den nächsten Wochen aus?

Ich bin in der ganzen Republik unterwegs, werde meinen Song performen und natürlich meinen eigenen Youtbe-Kanal bespielen. Ich bin auch in Brasilien für ein paar Tage, beim Spiel gegen Ghana sitze ich im Stadion. Und wenn wir weiterkommen, dann fliege ich vielleicht noch mal hin.

Vielleicht können Sie sich dann doch in die Kabine schleichen?

Ich müsste mich dann wahrscheinlich als Bundeskanzlerin verkleiden, dann kriege ich das vielleicht hin. Das wäre doch ne Idee.

Wenn Sie Jogi Löw wären, was würden Sie den Spielern vor dem Anpfiff noch einmal auf dem Weg geben?

Ich glaube, die eigentliche Motivationsarbeit, die beginnt schon viel früher. Die Mannschaft ist ja jetzt schon eine lange Zeit zusammen und wird das auch noch eine Weile sein. Und ich glaube, da muss man einen Teamgeist schüren. Dafür sorgen, dass der eine immer für den anderen da ist, das Ganze positiv sieht, an sich glaubt – und dann muss man die Jungs dahin bringen, dass sie auch unter dem Druck bestmögliche Leistung abrufen können.

Und wenn sie das dann getan haben, dürfen die Jungs dann auch mal Feiern?

Ich sag mal, wenn kritisiert wird, dass die Deutschen nach einem Unentschieden auf der Terrasse noch zwei Bier getrunken haben, dann sag ich als Fußballspieler „Ja, hoffentlich!“ Es gibt nichts Geileres als ein guter Teamgeist. Wie furchtbar wäre es denn, wenn jeder um 19 Uhr auf sein Zimmer verschwindet und man nicht mehr miteinander redet, oder mal ein Liedchen singt. Vielleicht nicht, wenn man gerade ausgeschieden ist – aber es gehört doch dazu.

Aber man muss sich nicht verhalten wie Kevin Großkreutz und im Hotel, sagen wir, Blödsinn machen?

Naja, gut. Aber es wäre doch schlimm, wenn es Solche nicht mehr gäbe. Das sind doch die Typen, nach denen man sucht – nicht nur auf dem Platz, wo sich einige wie Berggorillas präsentieren. Man braucht auch Leute, die dann vielleicht am nächsten Morgen denken: „Hätte ich mir auch verkneifen können.“

Typisch Fußballer?

Nee, das kennt jeder, der auch mal mit dem Kegelausflug unterwegs war. Da gibt’s immer, ein, zwei, die sich für nichts zu schade sind, damit die Stimmung richtig gut ist.

Und Sie sorgen auch für Stimmung nach dem Abpfiff?

An dieser Stelle möchte ich festhalten, dass ich immer zu den stillen Beobachtern gehöre.

Also keine Entgleisungen nach dem Spiel?

Nein, nein. Aber ich finde, so etwas ist doch menschlich. Das passiert doch mal. Das sind junge Kerle. Wenn man nach so einem Pokalfinale, nach einem ganzen Jahr Stress, nicht mal ein Bier zu viel trinken darf, dann weiß ich auch nicht. Aber dann kann’s auch mal sein, dass man meint, die Blumen bräuchten noch einmal Wasser.

Bleibt Ihnen denn noch Zeit zum Fußball spielen? Oder nur ab und zu mit den Kumpels im Park?

Ich komme ja aus Lippstadt und ich spiele auch immer noch in der Kreisliga. Im Park nicht, da bin ich auch so ein bisschen Wettkampf-Typ. Es muss um Punkte gehen. Weil, wenns um nix geht, dann fangen die Ersten an, in der 65. Minute nur noch zu gehen. Das ist dann auch blöd. Wenn schon, dann richtig. Kreisliga!