Premiere von „Harms“

Valentina Sauca ist die Neue an Heiner Lauterbachs Seite

„Harms“ feierte am Dienstagabend Premiere im Zoo Palast: Eine Mischung aus Reservoir Dogs, Ocean’s Eleven und italienischem Gangster-Film mit Valentina Sauca in der weiblichen Hauptrolle.

Foto: Amin Akhtar

Wenn Valentina Sauca über „die Jungs“ spricht, dann muss sie immer wieder grinsen. „Es war schon was ganz Besonderes, die einzige große Frauenrolle zu spielen“, sagt die 46-jährige Schauspielerin und lacht. „Aber da darf man dann nicht Prinzessin sein – sondern ich musste versuchen, eine von ihnen sein. ,Der Valentina’ sozusagen. Erst dann hat man richtig dazugehört.“

Allein unter Schauspielern wie Heiner Lauterbach, Friedrich von Thun, Axel Prahl, André Hennicke. Regisseur Nikolai Müllerschön und Produzent Lauterbach mussten nicht viel Überzeugungsarbeit leisten, um Sauca für die Rolle der „Jasmin“ im Gangsterfilm „Harms“ zu gewinnen. Am Dienstagabend feierte der Film im Zoo Palast an der Hardenbergstraße Premiere.

„Sind auch alle da?“, prüfte Hauptdarsteller Heiner Lauterbach beim großen Gruppenfoto auf dem roten Teppich im Foyer. Direkt in der Mitte die Schauspielerin, die eigentlich mit ihren Kindern in Paris lebt und extra für die Premiere nach Berlin gereist ist. „Ich freue mich wahnsinnig, die ganze Crew wiederzusehen. Und ich bin natürlich davon überzeugt, dass dieser Genrefilm dem Publikum gefallen wird.“

Genre Gangster-Film unpopulär in der deutschen Filmbranche

Als eine Mischung aus Reservoir Dogs, Ocean’s Eleven und einem italienischen Gangster-Film beschreibt die Schauspielerin den Film, in dem Heiner Lauterbach den Kriminellen „Harms“ spielt, der nach 16 Jahren aus dem Gefängnis kommt und kurz darauf mit Komplizen die Möglichkeit bekommt, die Bundesbank auszurauben. Er heuert seine alten Gangster-Freunde an, doch obwohl er Profi in Sachen Überfälle ist, läuft natürlich am Ende nicht alles so, wie es geplant war.

Leicht sei es nicht gewesen, den Film zu produzieren, erzählen Heiner Lauterbach und Nikolai Müllerschön vor der Premiere. Auch Valentina Sauca gibt zu, dass das Genre nicht gerade populär sei in der deutschen Filmbranche, sondern eher in Frankreich, Italien oder in den USA. „Letzten Endes ist es immer eine Gratwanderung zwischen filmischem Anspruch und kommerzieller Verantwortung, die wir ja schließlich auch haben“, sagt Heiner Lauterbach, der mit seiner Ehefrau Viktoria in den Zoo Palast gekommen war. „Andererseits muss man aber auch seine Version durchsetzen, ohne Wenn und Aber. Was zurzeit en vogue und geschmacksmäßig angesagt ist, ist nicht ganz unwichtig.“

Gerade weil das Genre „Gangsterfilm“ lange nicht in Deutschland bedient worden sei, hatte sich Schauspieler Axel Prahl entschieden, bei dem Projekt mitzumachen. „Selten habe ich so ein gutes Buch gelesen – und ich wollte schon immer mal so eine Big-Lebowski-Figur spielen.“ Axel Prahl ist überzeugt, dass der Film gut beim Publikum ankommt – genau wie Valentina Sauca. Sie glaubt, dass die Zuschauer sich in den Charakteren wiederfinden können. „Haben wir nicht alle den Wunsch, auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen? Ein großes Stück vom Kuchen abzubekommen?“, fragt sie. Auch eine „Moral von der Geschichte“ gebe es, die sich aber jeder so zurechtlegen könne, wie er will.

Unterschiede in der Mentalität von Filmleuten

Selbst Sauca findet sich in ihrer Rolle wieder. Natürlich nicht als Prostituierte, aber als „sinnliche Frau, die mehr vom Leben erwartet“ und die für ein erfülltes Leben alles gibt. Lauterbach und Regisseur Müllerschön waren sich schnell einig, sie für die Rolle zu engagieren. „Mit der auserwählten Dame aus Paris sind wir dann essen gegangen, und dann war das alles auch ziemlich schnell klar. Das ist einfach schön, wenn das so gut läuft“, sagt Lauterbach im Nachhinein.

Nach Paris kehrt Valentina Sauca am Mittwoch zurück – aktuell steht eine französische Produktion auf dem Plan. Eine ganz andere Arbeitsweise als in Deutschland herrsche dort am Set, berichtet sie. „Filmleute sind alle vom Typ ähnlich, aber in der Mentalität gibt es Unterschiede“, sagt Sauca und lacht. „In Deutschland wird nur eine halbe Stunde Mittagspause gemacht, in Frankreich mindestens eine Stunde – in der es natürlich auch Wein zum Essen gibt.“