Verleihung

Von Frau zu Frau - Unternehmerinnen für Vorbildfunktion geehrt

In Berlin wurde zum neunten Mal der Preis „Victress Award“ vergeben. Geehrt wurden Frauen-Vorbilder in Deutschland mit überzeugenden Geschäftsideen, starken Visionen oder sozialem Engagement.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Glaubt man Roger Cicero und seinem Song „Frauen regier’n die Welt“, müssen sich die Damen von heute um ihren Einfluss keine Sorgen machen. Lange Beine und ein lasziver Blick sollten demnach vollkommen ausreichen, um die Herren dieser Welt aus dem Konzept zu bringen.

An Frauen, die sich auf reine Äußerlichkeiten nicht verlassen wollen, wurden am Montagabend im Designhotel „andel’s“ an der Landsberger Allee die „Victress Awards“ verliehen. Bereits zum neunten Mal vergab die Victress Initiative, deren Ziel es ist, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, die Auszeichnung. Geehrt wurden Frauen-Vorbilder in Deutschland mit überzeugenden Geschäftsideen, starken Visionen oder besonderem sozialem Engagement.

In diesem Jahr begrüßte Victress-Initiatorin Sonja Fusati bei der großen Gala mehr als 700 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Darunter Designerin Nanna Kuckuck, Unternehmerin Heidi Hetzer und Schauspielerin Annabelle Mandeng, die mit ihrem neuen Freund, dem Filmproduzenten Matthias Pieper, gekommen war und verliebt auf dem roten Teppich turtelte. „Wir sind zwar erst seit Anfang April ein Paar, aber manchmal weiß man es einfach“, sagte die Berlinerin. Deshalb habe sie keinen Moment gezögert, den neuen Mann an ihrer Seite schon jetzt der Öffentlichkeit zu präsentieren. „Ich wollte mich außerdem nicht einschränken, wenn mir ein Event wichtig ist.“

Uschi Glas für soziales Engagement geehrt

Als Laudatorin für den Victress Award in der Kategorie „Fusion“ seien ihr klassische Rollenaufteilungen zwischen Mann und Frau fremd: „Das liegt wohl daran, dass ich mit einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen bin.“ Die Entscheidung über die Gewinnerinnen hatte zuvor die Jury gefällt. Mitglieder waren Designerin Jette Joop, die Vorsitzende der Berliner Stadtreinigungsbetriebe, Vera Gäde-Butzlaff, und Internetunternehmerin Verena Delius.

„Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele tolle Frauen es als Unternehmerinnen gibt, deshalb waren die Entscheidungen nicht leicht“, sagte Jette Joop. Eine Frauenquote brauche es ihrer Meinung nach in Deutschland nicht. „Wir haben den demografischen Wandel, wozu brauchen wir da eine Frauenquote?“, sagte die 46-Jährige. „In meinem Unternehmen arbeiten hauptsächlich Frauen, da fände ich es auch nicht gut, wenn es plötzlich eine Männerquote gäbe.“ Der Victress Award in der Kategorie „Social Impact“ ging an Uschi Glas. Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) würdigte als Laudator das Engagement der Schauspielerin für sozial benachteiligte Kinder. Glas unterstützt mit ihrem Verein brotZeit mehr als 120 Schulen in Deutschland durch ein tägliches Frühstück und sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Weitere Awards in den Kategorien „Fusion“, „Start-up“, „Vital“ und „Inspiration“ gingen an Zeynep Babadagi-Hardt, Geschäftsführerin eines kultursensiblen Pflegedienstes in Duisburg, Lea-Sophie Cramer für ihren Liebes-Lifestyleshop „Amorelie“, Henrike Fröchling für die Gründung von Deutschlands erstem Online Yogastudio YogaEasy und an die Verlegerin Katarzyna Mol-Wolf. Dank ihrer Vision, ihrem Charisma und ihrem unerschütterlichen Glauben an die eigene Kraft gebe sie anderen Frauen vielfältige Impulse, selbstbestimmt den eigenen Weg zu gehen, so Schauspieler Ralph Herforth in seiner Laudatio.