Filmpremiere

„Inside Wikileaks“ – Staatsfeinde in Prenzlauer Berg

In der Kulturbrauerei versammelten sich die Staatsfeinde. Oder vielmehr die, die solche spielen. Denn es war Deutschlandpremiere für „Inside Wikileaks - die fünfte Gewalt“.

Foto: suc / picture alliance / SuccoMedia /

Darf eine Internet-Seite brisante Regierungsgeheimnisse veröffentlichen? Was ist richtig, was ist falsch? Und um welchen Preis dürfen wichtige Informationen in einer freien Gesellschaft verheimlicht werden? Fragen, die heftige Diskussionen verursachen. Und so ist auch der Film „Inside-WikiLeaks – Die fünfte Gewalt“, der am Montagabend in Prenzlauer Berg Deutschlandpremiere feierte, zwar einerseits hoch gelobt aber genauso umstritten.

Umso gespannter war man auf die Reaktion der Premierengäste, die am Abend in die Kulturbrauerei gekommen waren, um sich ein Urteil von dem Polit-Thriller rund um die Enthüllungsplattform und ihren Gründer Julian Assange – gespielt von Benedict Cumberbatch – und dessen ehemaligen Partner Daniel Domscheit-Berg zu machen. Eben dieser, der im Film von Daniel Brühl gespielt wurde, war am Abend auch selbst zur Premiere gekommen – leicht kamerascheu und zurückhaltend. „Ich bin zufrieden mit der Darstellung, und Daniel Brühl war meiner Meinung nach eine einwandfreie Wahl – auch wenn ich kein Mitspracherecht bei der Besetzung hatte“, sagte Domscheit-Berg, der von seiner Frau Anke Domscheit-Berg zur Premiere begleitet wurde.

Vor den Dreharbeiten hatten Domscheit-Berg und Brühl, die nicht nur den gleichen Vornamen besitzen, sondern auch im selben Jahr geboren sind, viel Zeit miteinander verbracht. Sie tauschten sich aus, um die Darstellung des Charakters authentischer zu machen. „Ich war sehr glücklich, dass Daniel mir die Möglichkeit gegeben hat, nachzufragen, auch wenn es zum Teil um sehr sensible Themen ging“, sagte Brühl. „Ich bin davon überzeugt, dass WikiLeaks eine der wichtigsten Organisationen unserer Zeit ist, da war es mir umso wichtiger, nahe an der Realität zu bleiben. Gerade in unserer Zeit spielt Transparenz eine so wichtige Rolle. Es ist bewundernswert, dass diese Menschen die Bürde auf sich genommen haben und sich auch gegen Widerstände engagieren.“

Doch über den roten Teppich lief nicht nur der Gast, den Daniel Domscheit-Berg als „extrem super“ bezeichnet hat. Gekommen waren auch Filmkollegen wie Produzent Oliver Berben, Tom Schilling, Minu Barati-Fischer, Dennenesch Zoude, Pasquale Aleardi. Mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) war außerdem auch die Bundespolitik bei der Filmpremiere vertreten.

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