Menschenwürde-Preis

Außergewöhnliche Frauen für ihren Einsatz geehrt

Bei einer feierlichen Veranstaltung im Jüdischen Museum wurden Frauen aus Indien, Pakistan und Afghanistan von der Roland-Berger-Stiftung für ihren unermüdlichen Einsatz geehrt.

Foto: Tim Brakemeier / pa/dpa

Roland Berger hat nie vergessen, wie sein Vater im Dritten Reich von den Nazis unter Druck gesetzt wurde. „Alle paar Wochen schaute die Gestapo bei uns zu Hause vorbei, um meinen Vater zu befragen“, sagt der Unternehmer. Damals war er noch ein Kind. Vor allem wegen dieser Erfahrung war es ihm später ein großes Anliegen, sich für die Würde eines jeden Menschen einzusetzen. Seit fünf Jahren zeichnet die nach ihm benannte Stiftung Menschen und Organisationen aus, die sich für den Schutz der Menschenwürde einsetzen. Zudem unterstützt die Stiftung begabte Schüler aus sozial benachteiligten Familien auf ihrem Weg zum Abitur.

In diesem Jahr geht die Auszeichnung an die indische Frauenrechts-Organisation Jagori, die pakistanische Rechtsanwältin Asma Jahangir und das Frauennetzwerk Afghan Women’s Network in Afghanistan. Bei einem Festakt im Jüdischen Museum überreichte Bundestagspräsident Norbert Lammert den Roland-Berger-Preis für Menschenwürde an die geehrten Frauen. Das Museum selbst erhielt den Ehrenpreis für Menschenwürde. Die Auszeichnung ist mit einer Million Euro dotiert und soll für die Projekte der Preisträger eingesetzt werden.

Die Laudatio hielt Schauspielerin Maria Furtwängler. Sie bezeichnete die Preisträger als „Wegbereiter einer gerechten Gesellschaft, in der Frauen und Männer gleichberechtigt nebeneinander stehen.“ Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble würdigte das Jüdische Museum als eine „Institution, die Geschichten von der Würde des Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellt“.

Zu den 350 geladenen Gästen gehörten unter anderem Gesundheitsminister Daniel Bahr sowie die finnische Botschafterin Päivi Maria Luostarinen.