Jean Michel Jarre

"Ich möchte am Brandenburger Tor auftreten"

"Es ist etwas Besonderes für mich, hier in Berlin zu sein", sagte Jean Michel Jarre (61) gestern im Restaurant "Albatros" in der Max-Schmeling-Halle. Prominente, die der Stadt einen Besuch abstatten, haben oft derartige Kommentare parat. Bei Jarre aber steckt eine Geschichte dahinter.

Einen beträchtlichen Teil seiner Kindheit verbrachte der Musiker, der aus Lyon stammt, in Berlin. "Mein Cousin war für die französische Armee in Berlin stationiert und für die Verpflegung zuständig. Bis ich zwölf Jahre alt war, habe ich ihn regelmäßig besucht. Ich würde gern am Brandenburger Tor auftreten. Wenn Sie also den Bürgermeister kennen ..."

Jean Michel Jarre ist der Sohn des in diesem Jahr verstorbenen Komponisten und Dirigenten Maurice Jarre und dessen erster Ehefrau France. 1977 schaffte Jean Michel Jarre den Durchbruch mit seinem Album "Oxygene" (mehr als 18 Millionen verkaufte Exemplare). Am 5. März 2010 tritt der Synthesizer-Pionier im Rahmen seiner Tour "2010" in der Max-Schmeling-Halle auf - Licht-, Laser- und Videoshow inklusive. Mit drei Musikern und mit bis zu 70 Instrumenten, die im Laufe der Geschichte der elektronischen Musik entwickelt wurden, will Jarre die Bühne teilen.

2010 wird er auch ein neues Album veröffentlichen. Als Hobby sammelte Jarre lange Musikautomaten. "Inzwischen bin ich mehr daran interessiert, Gefühle und Begegnungen zu sammeln." Zu seinen deutschen Freunden gehört Regisseur Volker Schlöndorff : "Ich liebe seine Arbeit und mag ihn als Menschen", so Jarre. Die beiden kennen sich über Jarres Vater Maurice.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.