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Zeigt her eure Bilder: So reist die Generation Y

Reiseexperten entdecken die jungen Menschen als Zielgruppe. Die Kreuzfahrtbranche präsentiert Rekordzahlen.

Reiseprofis erzählen: Hier muss man 2018 Urlaub machen

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Sie wollen die Welt erkunden und reisen dabei weiter, geben mehr Geld aus und sind vernetzter als jemals zuvor. Das geht aus dem Bericht der WYSE Travel Confederation hervor. Es wird davon ausgegangen, dass die Tourismusbranche mit jungen Menschen bereits mehr verdient, als mit Geschäftsreisenden. Auch aus diesem Grund sind Reisen für die Generation Y, also die zwischen 1980 und 2000 Geborenen, ein Schwerpunktthema der Reisemesse ITB. Hotels für Backpacker, Budget- und Designhotels sowie Jugendherbergen, Internetportale und Verbände sind auf dem Messegelände unter dem Funkturm vertreten.

„Es dauerte eine Weile, bis die Reiseveranstalter erkannten, wie wichtig die junge Generation für die Branche ist“, sagt Torsten Richter, Chefredakteur des Reiseportals Urlaubspiraten, auf der ITB. Damals hätten die oft lange Anreise und die teuren Flüge die jungen Menschen davon abgehalten, spontan ihre Reise zu planen. Heute profitiert das Unternehmen mit Sitz in Berlin davon, dass Billigflieger ihr Angebot ausweiten. So sollen insbesondere junge Menschen mit günstigen Flügen und ausgefallenen Reisezielen gelockt werden. Letztere würden laut Torsten Richter eine immer größere Rolle spielen. „Die heutigen Statussymbole sind die Bilder, die du aus deinem Urlaub mitbringst“, sagt er. Deshalb müsse Urlaub heute vor allem möglichst spektakuläre Motive für die sozialen Netzwerke liefern, die noch nicht jeder hat.

Reisen nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen

Dieser Trend habe bisher eher unbekannten Reisezielen wie Montenegro, Rumänien und Albanien in den letzten Jahren Aufwind verschafft. Während damals die Menschen ihr Geld für einen längeren Jahresurlaub ausgaben, werde heute der Urlaub tendenziell eher in mehrere kurze Aufenthalte aufgeteilt. An die Stelle von All-inclusive-Reisen treten Angebote, die sich Reisende selbst nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen können. Statt Vollpension würden gerade junge Touristen oft nur noch das Frühstück im Hotel essen. „Was aber nach wie vor über den Erfolg oder Misserfolg eines Urlaubs entscheidet, ist die Qualität des Hotels“, sagt Richter. Für die neue Generation der Urlauber sei die Nähe zum Meer aber zweitrangig, wichtiger seien eine gute Anbindung zur Stadt und Freizeitangebote wie Surfen, Tauchen, Stand-up-Paddeln oder Yoga.

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Eine Ahnung davon, in welche Richtung das Reisen für die junge Generation geht, bekommt man auf der ITB in Halle 4.1. An den Ständen geht es dort um Themen wie Abenteuerurlaub und umweltfreundliches, verantwortungsbewusstes Reisen. Eine Reise entlang des 2857 Kilometer langen Donau-Radweges bis nach Rumänien oder der Mittelmeer-Route durch Spanien, Frankreich, Italien bis nach Griechenland – wer gerne mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann sich viel Inspiration holen.

An dem Stand von „India on Wheelz“ kann man sich über Motorradreisen durch Indien informieren. Auch Vertreter der Online-Reiseplattform „Evaneos“ erklären auf der ITB ihr Konzept. An 160 Zielen wie Madagaskar, Südafrika und Island bieten sie Reisen an, die mit sogenannten Reiseagenten vor Ort geplant werden. So können die ortskundigen Berater den Touristen Unterkünfte, eine Reiseroute und Aktivitäten empfehlen. Das „Mossala Island Resort“ richtet sich an diejenigen, die es lieber ruhig und abgeschieden mögen. Auf der finnischen Insel im Schärenmeer kann auf einem Campingplatz, in kleinen Häusern oder einer Villa übernachtet werden. „Mit dem Reisen ist es heute wie mit der Musik“, sagt Boris Saposchnikow am Stand von „Mossala Island Resort.“ „Deine Lieblingsband oder dein Reiseziel sind am besten noch unbekannt.“

Im Rucksack darf das Smartphone nicht fehlen

Mit ihren Eltern ging es immer in den Strandurlaub. Heute kann sich Melanie Köhler gar nicht mehr vorstellen, zwei Wochen an einem Ort zu bleiben. „Ich reise am liebsten mit dem Rucksack herum, erkunde Städte oder mache Ausflüge in Naturparks“, sagt die 27-Jährige. Auch Marie Piquerez mochte es, alleine zu verreisen. „Am Anfang ist das komisch, aber auf diesen Reisen habe ich das meiste erlebt und Dinge ausprobiert, die ich mich sonst nicht getraut hätte“, sagt sie. Auch wenn sie mittlerweile häufig mit ihrem Freund verreist, versucht sie, so viele Orte wie möglich zu besuchen. Nur die letzten Tage verbringen sie gemeinsam zum Ausruhen am Strand. „Auf meinen Reisen ist mir besonders wichtig, vor Ort Leute zu kennen“, sagt Tabea Novieku, die auch schon öfter alleine verreist ist. So findet die Berlinerin kostenlose Schlafplätze und im besten Fall eine Person, die zusammen mit ihr per Anhalter fahren kann. Um mobil zu sein, nimmt die 21-Jährige möglichst wenig Gepäck mit. Nur das Smartphone darf nicht fehlen, um kurzfristig eine Übernachtungsmöglichkeit buchen zu können – oder einen Schnappschuss einzufangen.

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