Reisemesse

Ein starkes Signal aus dem Norden für die Berliner ITB

Mecklenburg-Vorpommern ist als erstes Bundesland Partner der Tourismusmesse. Tipps für eine Reise um die Welt.

Strandkörbe, Seebrücke, Sand und Meer: das Ostseebad Ahlbeck in der Dämmerung

Strandkörbe, Seebrücke, Sand und Meer: das Ostseebad Ahlbeck in der Dämmerung

Foto: dpa Picture-Alliance / Global Travel Images / picture alliance / Global Travel

Mit der Entscheidung, ein deutsches Bundesland zum Partnerland der 52. Internationalen Tourismusbörse (ITB) 2018 zu ernennen, feiert die Messe Berlin eine Premiere. Nachdem in den vergangenen Jahren ausschließlich Länder (zum Beispiel Ägypten und Botswana) diese Kooperationen eingegangen sind, ist es in diesem Jahr ein Bundesland. Diese Kooperation wurde im Oktober 2017 unterzeichnet und bekannt gegeben. Mecklenburg-Vorpommern sei eine der führenden Urlaubsdestinationen in Deutschland, sagte Vorpommerns Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe (CDU) nach der Vertragsunterzeichnung. Man setze jetzt als erstes Bundesland mit dieser Premiere ein starkes Signal.

Vertreter der Messegesellschaft und der ITB suchen aus einer Vielzahl von Bewerbern einen für die ITB-Partnerschaft aus. Bewerben könnten sich Länder, Regionen und Bundesländer, sagte eine Sprecherin der ITB. Erste Gespräche werden bereits auf der laufenden Veranstaltung geführt. So steht beispielsweise Malaysia als Partnerland für die Messe 2019 bereits fest.

ITB-Partnerland setzt auf Nachhaltigkeit

„Mecklenburg-Vorpommern ist bereits seit dem Jahr 1991 ein überaus erfolgreicher und sichtbarer Aussteller auf der ITB Berlin und setzt sehr stark auf nachhaltigen Tourismus. Ein ganzjähriges Engagement für Nachhaltigkeit ist für uns ebenfalls selbstverständlich, und zwar nicht nur während der Zeit der Messe, sondern volle 365 Tage im Jahr“, erklärte eine Sprecherin der ITB die Entscheidung. „Genau diese in die Zukunft gerichtete Einstellung hat uns dazu bewogen, mit dem Bundesland 2018 als offiziellem Partnerland zusammenzuarbeiten.“

Mehr als 2000 Seen, 2000 Kilometer Ostseeküste und mit Rügen und Usedom die größten deutschen Inseln, nicht zu vergessen die jährlich durchschnittlich 2000 Sonnenstunden auf Usedom – Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) lobte zum Auftakt der ITB am Dienstag „ihr“ Bundesland als Reiseziel in den höchsten Tönen. Das diesjährige Partnerland der ITB präsentiert sich unter dem Motto „Urlaub ist unsere Natur“. Mecklenburg-Vorpommern wolle „mit Natur, Ruhe und Erholsamkeit werben und punkten“, sagte die Ministerpräsidentin. „Die weltweit bedeutendste Tourismusmesse ist für uns eine einmalige Chance, Mecklenburg-Vorpommern ins Schaufenster der Welt zu stellen“, sagte Schwesig. „Das Urlaubsland wird sich als erfolgreiche, moderne und vielfältige Reiseregion präsentieren. Wir wollen vor allem mehr internationale Gäste für unser Land begeistern.“ Als Partnerland der Reisemesse richtete das Bundesland auch die große Eröffnungsfeier der ITB am Dienstagabend im CityCube Berlin aus.

Neben dem Partnerland stellt die ITB in diesem Jahr Luxusreisen und den asiatischen Markt in den Vordergrund. Die Angebote für Einkäufer im Luxusbereich bildeten ein eigenes Segment auf der ITB, sagte Messechef Christian Göke. Die Reisebranche ist für das laufende Jahr positiv gestimmt. Weltweit werde die Zahl der Reisenden voraussichtlich um 4,5 Prozent zulegen, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel. Die Branche rechne damit, dass sich die Deutschen in diesem Jahr 1,5 bis zwei Prozent mehr Reisetage leisten. Im vergangenen Jahr waren die Deutschen demnach an mehr als 1,68 Milliarden Tagen privat auf Reisen und Ausflügen unterwegs. Bei den Reisen liegt Deutschland im In- und Ausland weiter im Trend. 460 Millionen Übernachtungen konnte das Reiseziel Deutschland verbuchen. Deutsche Gäste übernachteten häufiger, ein Zuwachs von drei Prozent, die Zahl der Gäste aus dem Ausland stieg um vier Prozent.

Griechenland ist das meistgebuchte Sommerziel

Frühbuchen ist laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) der Trend des Jahres. Und mit dem stärksten Umsatzplus ist Griechenland derzeit das meistgebuchte Sommerreiseziel der Deutschen, noch vor den Balearen. Auch die Türkei, Ägypten, Tunesien und Marokko befänden sich auf einem klaren Wachstumskurs. Ägypten verzeichnet aktuell ein Umsatzplus von 64 Prozent. Die USA bleiben auch in diesem Sommer das wichtigste Fernreiseziel auf dem deutschen Markt, aber mit Rückgängen um die 20 Prozent. Das könnte der „Trump-Effekt“ sein, mutmaßte DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Die ITB 2018 geht bis zum kommenden Sonntag. Am Wochenende sind die Besuchertage. Acht Tipps für eine Reise um die Welt:

Mecklenburg-Vorpommern stellt nachhaltige Angebote wie beispielsweise das „Gläserne Klassenzimmer“ vor. Hier stellen sich Einrichtungen vor, in denen Familien mit Kindern gern gesehene Gäste sind und deren Angebote auf Nachhaltigkeit setzen. Darunter ist auch ein Solarboot, das auf der Peene im Einsatz ist. Darüber hinaus wird ein EU-Projekt vorgestellt, bei dem es um nachhaltigen Angeltourismus geht. Das Hotel „Haffhus“ in Vorpommern zeigt nachhaltige Energieversorgung, Digitalisierung und Elektromobilität. (Halle 4.1/ Stand 110)

Tahiti Zu Gast auf der ITB sind auch die Tattookünstler der Inseln von Tahiti. Besucher können ihnen bei der Arbeit über die Schulter schauen. Wer will, kann sich traditionelle Tattoos wie Rochen oder Tiaré-Blüten tätowieren lassen – temporär. (Halle 5.2)

Ukraine Zu einem der wohl außergewöhnlichsten Reiseziele der Welt zählt die Sperrzone rund um das Atomkraftwerk von Tschernobyl in der Ukraine. Fotos, Filme und eine Virtual-Reality-App ermöglichen, mit dem Kraftwerk sowie der Geisterstadt Prypjat auf Tuchfühlung zu gehen. (Halle 3.1./ Stand 616)

Mongolei Am ganzen Wochenende ab 11 Uhr gibt es auf der Showbühne spannende Vorträge aus der Reisewelt zu hören. Unter anderem informiert die Moderatorin Nicolle Müller über den Umgang mit Wildtieren und Streunern im Urlaub, Fotoreporter Frank Riedinger erzählt von Adlerjägern und Schamanen in der Mongolei, und der Reisebuchautor Stephan Orth gibt Tipps zum Couchsurfing in Russland. (Halle 4.1)

Litauen Am Sonntag um 12 Uhr feiert Litauenauf der Reisemesse den 100. Geburtstag seiner Unabhängigkeit. Wer möchte, kann sich auf eine virtuelle Reise nach Litauen begeben, eigene Sounds kreieren, den Kuchen „Šakotis“ kosten und eine Reise nach Litauen gewinnen. (Halle 18/ Stand 131b)

Italien Wer die Kunst der perfekten italienischen Pasta erlernen möchte, sollte am Sonntag von 11 bis 13 Uhr den Stand von „Le Cesarine“ besuchen. Dort zeigt eine Pastaspezialistin die Herstellung von eigener Pasta – von Tagliatelle bis Tortellini. Die besten eigenen Pastakreationen werden ausgezeichnet. (Halle 1.2a/ Stand 110)

Ruanda Am Stand von Ruanda kann man sich Haare auf traditionelle Art und Weise flechten lassen. Üblicherweise wird dieses Können von Mutter zu Tochter weitergegeben. Auf der ITB können Besucher am Sonnabend und Sonntag die Flechttechnik von Experten lernen. (Halle 21a/ Stand 120)

Iran Das neue Jahr im Iran beginnt am 21. März. Aus diesem Anlass werden am Wochenende auf der Messe Terrakotta-Eier bemalt. Zur Feier des iranischen Neujahrs „Nowruz“ bietet das „Land of Turquoise Domes“ eine bunte Eier-Malaktion für Groß und Klein an. (Halle 4.1/ Stand 235)