ITB

Wie sich das Fernweh auch in Berlin stillen lässt

Am 10. März öffnet die weltweit größte Reisemesse ITB unter dem Funkturm für jedermann. Partnerland ist Mecklenburg-Vorpommern.

Die Seebrücke in Ahlbeck (Mecklenburg-Vorpommern) auf der Insel Usedom

Die Seebrücke in Ahlbeck (Mecklenburg-Vorpommern) auf der Insel Usedom

Foto: dpa Picture-Alliance / Jens Büttner / picture alliance / ZB

Nach Botswana, den Malediven und der Mongolei will die weltweit größte Reisemesse ITB in diesem Jahr beweisen, dass man gar nicht weit reisen muss, um das Fernweh zu stillen. Mit Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Mal ein deutsches Bundesland offizielles Partnerland der Messe, die am Wochenende 10. und 11. März in den Hallen unter dem Funkturm ihre Türen für Privatbesucher öffnet. „Mit seiner Ostseeküste und der bekannten Seenplatte gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den sehenswertesten Bundesländern Deutschlands“, sagt David Ruetz, Leiter der ITB Berlin.

Das wasserreichste und nördlichste Bundesland wird auf der Messe auf vielfältige Art und Weise zu entdecken sein: Ein Bernsteinschleifer verlegt seine Werkstatt auf das Messegelände, die Störtebecker Braumanufaktur lädt zur Bierverkostung und ein Profi führt Besucher in die Kunst des Strandkorbflechtens ein. Außerdem soll es eine Weltmeisterschaft im Strandkorbtragen geben.

Das Bundesland ein beliebtes Reiseziel der Berliner

An den unterschiedlichen Ständen können sich Besucher über touristische Themen wie Jugendreisen und Nachhaltigkeit, Gesundheitstrips und Aktivtourismus auf der Seenplatte informieren. „Wir wollen neugierig machen auf das, was Mecklenburg-Vorpommern ausmacht. Als Ort zum Leben, Arbeiten und Urlaubmachen möchten wir unser Bundesland den Besuchern der ITB vorstellen“, sagt Harry Glawe (CDU), Wirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern.

Verrückt: Hier stürmen Urlauber die Pool-Liegen
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„Wir wollen einerseits für den in Deutschland unvergleichlichen Naturreichtum und andererseits für die natürliche Gastfreundschaft im Nordosten werben“, sagt Wolfgang Waldmüller, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Wegen der Unsicherheit in einigen Ländern verbringen deutsche Touristen ihren Urlaub mittlerweile auch gerne im eigenen Land und bemerken dann, wie schön es eigentlich sein kann. Familien zieht es insbesondere an die Ostsee“, fügt er hinzu.

Mehr als die Hälfte der Berliner interessiert an Urlaub in dem Bundesland

Wie beliebt Mecklenburg-Vorpommern bei den Berlinern ist, zeigt eine Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen aus dem vergangenen Jahr. Demnach würde sich mehr als die Hälfte der Berliner in den nächsten drei Jahren für einen Urlaub im Nordosten interessieren. Zahlen des Qualitätsmonitors Deutschland-Tourismus zufolge gehören Rügen, Fischland-Darß-Zingst, Mecklenburgische Seenplatte und Mecklenburgische Schweiz zu den beliebtesten Regionen der Berliner. Ziel der ITB-Veranstalter sei es aber, das Bundesland nicht nur in Deutschland, sondern auch insbesondere beim internationalen Publikum bekannter zu machen.

Wie gewohnt sind darüber hinaus in den 26 Hallen „fremde Kulturen, landestypische Traditionen und Lebensweisen rund um den Globus zu erleben“, sagt ITB-Leiter David Ruetz. Mehr als 10.000 Aussteller aus 180 Ländern präsentieren bunte Exotik, zahlreiche Attraktionen und Mitmachaktionen. Künstler von Tahiti tätowieren traditionelle, temporäre Tattoos, aus Andalusien gibt es Flamencotänze, iberischen Schinken und landestypischen Sherry. Besucher können in diesem Jahr außerdem Tanz, traditionelle Musik und Zigarrendreher aus der Dominikanischen Republik und die estnische Musikgruppe „Naized“ erleben. Sambische Tänze, Zeremonien und Masken sollen den Besuchern einen Teil afrikanischer Kultur näherbringen. Litauen feiert seine 100 Jahre Unabhängigkeit mit litauischem Kuchen und einer virtuellen Tour mit der 3D-Brille durch das aus Schnee und Eis erbaute Hotel von Schwedisch Lappland.

Besucher können sich ein Bild von Tschernobyl machen

Auch ein ungewöhnliches Reiseziel ist dabei: Besucher können sich über Fotos, Filme und eine Virtual-Reality-App die Sperrzone rund um das ukrainische Atomkraftwerk von Tschernobyl anschauen.

Während am Sonntag die Kultur im Mittelpunkt steht, ist Sonnabend Familientag. Kinder können im Labyrinth Kindermuseum Mosaike basteln, am Pippi-Langstrumpf-Malwettbewerb teilnehmen oder sich auf dem Kinderparcours austoben. Im „gläsernen Klassenzimmer“ lernen sie nachhaltige Einrichtungen wie das Ozeanum aus Stralsund und das Nationalpark-Zentrum Rügen kennen. Im ITB-Kinderland werden Kinder ab vier Jahren kostenlos betreut.

Tickets zwischen acht und 15 Euro, Kinder unter 14 Jahren frei. Infos: itb-berlin.de