ITB in Berlin

ITB-Trend: Zu Hause ist es am schönsten

Die Zahl der Übernachtungen in Deutschland steigt wieder an. Viele Deutsche wollen ihren Urlaub im eigenen Land verbringen.

Die 20-jährige Tomke Diebel aus dem Erzgebirge wirbt in der Sachsenhalle für ihre Region

Die 20-jährige Tomke Diebel aus dem Erzgebirge wirbt in der Sachsenhalle für ihre Region

Foto: Joerg Krauthoefer

Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Sie sind weiter in Urlaubslaune, heißt es beim Deutschen Reiseverband (DRV). Und der Deutsche Tourismusverband e. V. (DTV) vermeldet für den Deutschlandtourismus 436,4 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland im Jahr 2015 – mehr als je zuvor. 356,7 Millionen Übernachtungen und damit ungefähr 82 Prozent der Übernachtungen gehen auf deutsche Gäste zurück. Das bedeutet ein Plus von zwei Prozent.

„Das sechste Spitzenjahr in Folge ist ein großer Erfolg und gleichzeitig Ansporn für Deutschlands Tourismusdestinationen“, sagt DTV-Präsident Reinhard Meyer. „Die Zeichen für 2016 stehen gut. Die Urlaubslust der Deutschen ist unverändert hoch. Die meisten Deutschen wollen ihre Ferien wieder im eigenen Land verbringen“, so Meyer. Es gebe viele gute Gründe für einen Urlaub in Deutschland, heißt es. Deutschland sei eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen, es sei aber unseriös zu sagen, dass Deutschland von der Unsicherheit und der aktuellen Lage in anderen Ländern profitiere.

Elf Prozent mehr Radtouristen in Deutschland

Ob es nun die Lust auf Abenteuer ist, die Erholung, das Entdecken oder sportliche Aktivitäten: In Deutschland können nahezu alle Reisewünsche erfüllt werden. Dabei wird der Radtourismus immer attraktiver. Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) haben im vergangenen Jahr 4,5 Millionen Deutsche Radreisen unternommen.

Das sind rund elf Prozent mehr als 2014. Insgesamt kamen die reisenden Radfahrer auf 31,5 Millionen Übernachtungen. Das seien knapp zehn Prozent vom gesamten Inlandstourismus. Hinzu kamen ungefähr 150 Millionen Tagesausflüge auf dem Rad. In allen Bundesländern gibt es Radfernwege und fahrradfreundliche Unterkünfte.

„Mein persönlicher Favorit ist der Allgäuradweg“, sagt Martin Singer, Technischer Amtsrat im Bayerischen Staatsministerium. „Mir gefällt dort die Landschaft sehr gut.“ Zuständig für Radverkehr und Nahmobilität, stellt er auf der ITB die Fernradwege und Routen vor. Auf 9000 Kilometern werden die radelnden Besucher mit Schildern durch den Freistaat geführt.

Das Bayernnetz für Radfahrer ist ein seit 1997 bestehendes landesweites Radverkehrsnetz mit derzeit 123 ausgeschilderten Fernradrouten. „Die Karte gibt es auf Papier, als App und im Internet“, sagt Singer. „Das Bayernnetz möchte in erster Linie Freizeitradler mit Touren- und Trekkingrädern ansprechen.“

Wanderurlaube sind besonders beliebt

Ebenfalls beliebt sind Wanderurlaube. Zum Beispiel durch die Sächsische Schweiz. Unter dem Motto „Sachsen – Spüre die Natur“ liegt der Schwerpunkt der sächsischen Präsentation zum ersten Mal auf Aktivurlaub. Dazu gehört auch das Wandern. Sei es auf dem Kammweg entlang des Erzgebirges, dem Malerweg durch die Felslandschaft der Sächsischen Schweiz oder dem sächsischen Weinwanderweg durch das Elbtal. Allein im Elbsandsteingebirge, einem der spektakulärsten Wandergebiete Europas, können etwa 1200 Kilometer markierte Wege erwandert werden.

Europas größtes Wassersportrevier liegt vor der Haustür. Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin können mit Hausbooten, Motorbooten, Flößen oder im Kanu entdeckt werden. Europas größtes Binnenrevier erstreckt sich von der Mecklenburgischen Seenplatte über die brandenburgischen Seen bis nach Berlin. Dort werden Urlaube ohne Sportbootführerschein angeboten.

Am Sonnabend und Sonntag ist die ITB 2016 für alle Interessierten von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt acht Euro, Onlinetickets zwölf Euro, Kinder unter 14 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos, Anfahrt mit S-Bahn, Messe Süd, S5 S75, Bus 349, kostenloser Bus-Shuttle ab Parkplatz Olympiastadion